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Fredi Bobic (r.) ist sein Ende Juli Sportdirektor des VfB Stuttgart © getty

Trotz des schlechtesten Saisonstarts seit mehr als 35 Jahren sitzt der Trainer des VfB Stuttgart nach wie vor fest im Sattel.

Stuttgart - Sieben Spiele, sechs Niederlagen - Platz 18 für den VfB Stuttgart (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Horror-Bilanz des Schlusslichts stand Fredi Bobic nach der bitteren 1:2-Heimpleite gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag buchstäblich ins Gesicht geschrieben.

Dennoch: Dass im Umfeld der tief gefallenen Schwaben mittlerweile schon Krassimir Balakow, Christoph Daum und sogar Jürgen Klinsmann als potenzielle Nachfolger für Coach Christian Gross gehandelt werden, erzürnte den Manager geradezu.

Rückendeckung für Gross

"Trainer raus - diese Parole ist Schwachsinn! Für mich stellt sich die Frage nach dem Trainer nicht", sagte der 38-Jährige.

"Es ist auch absoluter Quatsch und Blödsinn, dass wir ein schlechtes Verhältnis haben sollen. Nein: Wir haben klare Ziele. Und die haben wir mit Christian Gross", so Bobic, der die Diskussion nicht weiter befeuern wollte.

"Wir kommen nur gemeinsam da unten raus, alle zusammen. Der Trainer, die Spieler und ich, der gesamte Verein."

Schwaben hadern mit dem Schiedsrichter

Nicht Gross, da waren sich in Stuttgart alle einig, sondern die Schiedsrichter sind Schuld an der Misere.

Schon im Spiel beim 1. FC Nürnberg (1:2) sei dem VfB ein Tor und so ein Punkt "gestohlen" worden, gegen die Hessen sah man sich wieder als Opfer.

Cacau jubelt vergeblich

Nationalspieler Cacau nämlich hatte die Aufholjagd der nach einem ebenso groben wie dämlichen Foul von Kapitän Matthieu Delpierre nur noch zu zehnt anrennenden Schwaben mit seinem Tor zum 2:2 belohnt (88.).

Doch während der Torschütze noch wild jubelnd vor der Tribüne stand, hatte Schiedsrichter Felix Brych auf Freistoß entschieden 294057(DIASHOW: Der 7. Spieltag).

Bobic "besucht" Brych

Auch das "Wembley-Tor" von Christian Träsch in der dritten Minute erkannte der Referee nicht an. Cacau und in seinem Gefolge einige Mitspieler bestürmten den Referee nach Spielende.

Bobic suchte Brych kurz sogar darauf in seiner Kabine auf, um die Vorfälle zu klären.

"Fußballgötter sind gegen uns"

"Er hat auf seinen Assistenten gehört, und der will ein Ziehen gesehen haben. Wer da gezogen haben soll, konnte er aber nicht sagen. Da musst du dich zusammennehmen und sagen: 'Dankeschön, viel Glück fürs nächste Spiel'", berichtete Bobic.

Auch Gross haderte mit den Entscheidungen und seufzte: "Die Fußballgötter sind gegen uns." Doch die Diskussion über Brych und Pech verdeckte die Fehler des VfB.

Wacklige Abwehr

Vor dem 0:1 durch Theofanis Gekas (18.) hatte Delpierre geschlafen, "haarsträubend" nannte Bobic das Abwehrverhalten.

Beim 0:2 von Chris (68.) ging Zdravko Kuzmanovic gar nicht erst in den Luft-Zweikampf, für Bobic schlicht "unglaublich".

Dass Spielführer Delpierre dann auch noch eine - aus VfB-Sicht natürlich unberechtigte - Rote Karte sah (84.), komplettierte das Mosaik der Unzulänglichkeiten.

Bobic kennt "kein Patentrezept"

Der Franzose wird nun drei Spiele fehlen, die Arbeit von Gross wird zudem durch Abstellung von sieben Nationalspielern erschwert.

"Wir müssen hart arbeiten, um das Glück wieder an unsere Seite zu zwingen", gab der Schweizer die Marschroute für die Länderspielpause vor.

Bobic musste indes bekennen, dass es "in dieser Situation kein Patentrezept gibt". Eine gewisse Ratlosigkeit hatte sich seiner bemächtigt, und auch Gross wirkte angeschlagen.

Hertha BSC als Negativbeispiel

Mancher Fan denkt vermutltlich mit Grausen an Hertha BSC, das zum gleichen Zeitpunkt in der Vorsaison auch nur drei Punkte hatte und später abstieg.

"Angst habe ich keine", sagte Bobic auf die Frage, ob er einen ähnlichen Absturz fürchte. Doch auch der Ex-Nationalstürmer weiß: "Es wird lange dauern, bis wir aus dem Sumpf herauskommen."

"Endspiel" auf Schalke?

Ob der VfB diesen steinigen Weg mit dem Trainer Gross beschreiten wird, dürfte sich nach dem Kellerduell beim FC Schalke 04 zeigen.

Für den Schweizer könnte es schon ein "Endspiel" sein.

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