Huub Stevens nimmt in seiner Kolumne Louis van Gaal und die Bayern-Spieler in Schutz. Lange dürfe die Krise aber nicht mehr dauern.

Hallo Fußball-Freunde,

die Bayern hätten gegen Dortmund einfach Tore schießen müssen, dann gäbe es jetzt auch keine Diskussion über die Münchner Krise.

Chancen genug hatte das Team von Louis van Gaal ja.

Ich weiß nicht, ob die Bayern verunsichert sind, aber es tut nicht gut, wenn man Spiele wie in Dortmund vergeigt, die man normalerweise gewinnt.

Jetzt wird es zudem bestraft, dass in der Abwehr Fehler passieren. Fällt dann ein Gegentor, ist das Risiko groß, dass die Bayern nicht mehr zurückkommen und die Partie auch verlieren.

Den Druck spüren jetzt auch Routiniers wie Daniel van Buyten und Martin Demichelis.

Van Gaal ist aber erfahren genug, um mit seinem Team die richtige Antwort zu geben. Er wird die Ruhe bewahren und den Spielern klar machen, wie die Situation ist.

Festhalten muss man, dass Bayern nicht so schlecht spielt und sich Chancen erarbeitet. Nur die Tore fehlen.

Der Druck auf die Stürmer wächst. Ich bin gespannt, wie die Angreifer damit umgehen. Allerdings bin ich auch sicher, dass die Bayern aus der Krise raus kommen, nur allzu lange darf es nicht mehr dauern.

Natürlich hoffen jetzt auch alle, dass Franck Ribery und Arjen Robben schnell zurückkehren. Doch auch die anderen Spieler des FC Bayern haben viel Qualität.

Gegen Dortmund hat Bastian Schweinsteiger auf der Zehnerposition gespielt. Ich denke, er kann auch diese Rolle übernehmen. Doch der Wechsel weg von Schweinsteigers angestammter Rolle auf der "Sechs" hat aus meiner Sicht auch mit den Verletzungsproblemen der Bayern zu tun.

Van Gaal wollte der Mannschaft mit diesem Schachzug helfen. Vergessen wir nicht: Von außen kann man die Verfassung der Spieler schwer bewerten, van Gaal arbeitet aber täglich mit ihnen.

Im Nachhinein wird nun van Gaals Entscheidung kritisiert, im Sommer keine neuen Profis verpflichtet zu haben. Doch der Trainer wusste vorher auch nicht, dass Robben und Ribery sich so verletzt würden.

Ohne diese Verletzungen hätten die Bayern so viel Konkurrenz untereinander, dass die anderen automatisch Gas geben würden.

Blickt man auf das Duo an der Tabellenspitze, Mainz und Dortmund, fällt die Unbekümmertheit der beiden Teams auf.

Jürgen Klopp managt das zudem in Dortmund sehr gut. Aus der Not heraus hat er junge Spieler integriert, jetzt hat die Mannschaft einen Lauf. Da musst du im Moment wenig steuern.

Es werden aber wieder andere Zeiten kommen. Ich denke, dass die Dortmunder mit möglichen Rückschlägen etwas besser umgehen können als Mainz.

Der BVB ist eben auch als Verein schon etwas weiter, das gilt vor allem für die Organisation. Die Mainzer haben außerdem vor der Saison nur davon gesprochen, nicht absteigen zu wollen. Das sind schon andere Zielsetzungen als in Dortmund.

Mein Ex-Klub Schalke ist immer noch nicht raus aus der Krise. Das Spiel ist für die Nürnberger aber auch super gelaufen, das ist das Schöne am Fußball, dass es manchmal unberechenbar ist.

Die Stuttgarter sind Tabellenletzter. Auch in der Vorsaison starteten die Schwaben schlecht und kamen noch auf einen Europa-League-Platz.

Die Spieler haben vielleicht unterbewusst gedacht, dass sie nun zwei Prozent weniger bringen müssen. Im Gegenteil müssen sie nun deutlich mehr tun, um dort unten rauszukommen. Das kostete unheimlich viel Zeit und Kraft. Zudem gilt, dass internationale Spiele den Mannschaften Verlustpunkte in der Meisterschaft bescheren.

Damit müssen die Klubs nun umgehen.

Bis bald,Euer Huub Stevens

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