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Piotr Trochowski hat bisher 35 Länderspiele absolviert © getty

Die Leistungen von Piotr Trochowski schwanken. SPORT1-Kolumnist Huub Stevens stützt seinen Ex-Spieler, versteht aber auch Veh.

Von Mathias Frohnapfel

München - Es war eine Degradierung erster Klasse.

Nach der Pleite im Nordderby gegen Werder Bremen stauchte Armin Veh Mittelfeldspieler Piotr Trochowski in aller Öffentlichkeit zusammen und wiederholte die Kritik an der Unachtsamkeit vor dem Bremer Treffer auf Nachfrage gerne.

Beim 2:1-Heimspielsieg gegen Kaiserslautern musste Trochowski lange zuschauen, ehe er ab der 77. Minute doch noch mitwirken durfte.

Die Quittung für die aktuelle persönliche Talfahrt im Verein: Bundestrainer Joachim Löw nominierte Trochowski nicht für die EM-Qualifikationsspiele gegen die Türkei und Kasachstan.

Trochwoski steht am Scheideweg

Wohin geht also der Weg des feinen Technikers?

Die Hamburger können es sich auf jeden Fall nur schwer leisten, den Mittelfeldspieler längere Zeit außen vor zu lassen. Zu groß sind seine Qualitäten. Andererseits schwanken seine Leistung bisweilen stark.

"Muss Qualität im Spiel zeigen"

"In einem Moment macht er etwas, das Weltklasse ist, dann sieht man ihn zehn bis 15 Minuten gar nicht", beschreibt Ex-Trainer Huub Stevens dieses Dilemma.

Der SPORT1-Kolumnist schwärmt vom Talent des 1,69 kleinen Dribblers und klagt zugleich: "Er zeigt nicht immer das, was seine Qualität hergibt. Das muss er aber im Spiel zeigen, nicht nur im Training."

Von 2007 bis Sommer 2008 trainierte Stevens den HSV, er kennt Trochowski aus dieser Zeit bestens.

"Troche ist kein Problemspieler"

Dass Trochowski ein Problemspieler ist, der nicht jederzeit mit dem Trainer auf einer Wellenlänge liegt, bestreitet Stevens und sagt: "Ich bin mit Troche gut ausgekommen."

Allerdings kennt der heutige Coach von Red Bull Salzburg auch die verzwickte Lage, die Trochowski manchmal selbst zu schaffen macht.

"Es ist für ihn auch nicht einfach, denn er weiß selbst, dass er es besser kann", erklärt Stevens.

Veh setzt weiter auf ihn

Trochowski selbst formulierte bereits vor einer Weile seinen persönlichen Anspruch: "Ich bin noch nicht da, wo ein Jarolim oder Rost sind, aber ich sehe mich schon an der Schwelle vom jungen Spieler zum Führungsspieler."

Dass der Nationalspieler diesen Sprung schafft, darauf setzt auch Trainer Armin Veh trotz seiner jüngsten Schelte an dem 26-Jährigen.

"Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass jemand mit so viel Potenzial noch die Kurve kriegt. Ich glaube weiter an ihn. Er ist ja kein Fauler. Troche ist ein Fleißiger", sagte Veh im "kicker".

Spieler zeigt sich einsichtig

Der Tadel, den Trochowski aber immer wieder zu hören bekommt, bezieht sich auf seine oftmals unzureichende Defensivarbeit. Und nach dem Aussetzer gegen Werder musste der Mittelfeldmann sich damit unweigerlich auseinandersetzen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Das war ein blöder Fehler von mir, der zum Gegentor führte. Die Kritik des Trainers war berechtigt. Ich kann sie nachvollziehen."

Der Nationalspieler will kämpfen

Auch Huub Stevens ist überzeugt, dass sein Ex-Spieler gut mit Lob und Tadel umgehen kann und empfiehlt seinem Nachfolger "einen fairen und offenen Umgang" mit dem Profi, dessen Vertrag 2011 in Hamburg ausläuft.

Der dürfte jetzt in der Länderspiel-Pause weitere Sonderschichten einlegen, denn sowohl im Verein als auch im Nationalteam will er um seine Rolle kämpfen.

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