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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
In seinen ersten neun Pflichtspielen für Schalke 04 hat Christoph Metzelder kaum überzeugt © getty

Schalkes Fehlstart macht Christoph Metzelder zu schaffen. Er hat sich einen Mentaltrainer zugelegt und appelliert an sein Team.

München - Die scharfe Kritik in den vergangenen Wochen hat dem ehemaligen Nationalspieler Christoph Metzelder so zugesetzt, dass er sich einen Mentaltrainer gesucht hat.

"Mein eigenes Verhalten ist ausgeartet. Ich habe mir über alles Gedanken gemacht. So habe ich mir den Instinkt geraubt, das schnelle Handeln", sagte der Innenverteidiger von Schalke 04 mit Dortmunder Vergangenheit der "Sport Bild".

Er arbeite "im mentalen Bereich mit einem Coach. So habe ich gelernt, mit dem Druck besser umzugehen."

Neuer nimmt Metzelder in Schutz

Metzelder beklagte sich darüber, dass er schnell zum Fehleinkauf und Sündenbock gestempelt wurde.

"Das war unglaublich. Um mich war regelrecht eine Hysterie ausgebrochen. Das war unfair. Die Situation wurde in der Öffentlichkeit größtenteils auf mich abgewälzt."

Kapitän Manuel Neuer sagte, im Nachhinein hätte die Mannschaft Metzelder schützen müssen.

Auf Schalke wird "alles hochgekocht"

"Wir haben es zugelassen, dass Externe sich einen Spieler rauspicken und ihn fertigmachen. Wir hätten mehr dagegen tun müssen. Das war ein Fehler von uns", so der Keeper.

Allerdings sei normal, dass auf Schalke "alles hochgekocht und dreimal umgerührt" werde.

Metzelder erklärte, die Lage beim Tabellen-17. sei gefährlich und schmerze.

Die Lage beim Tabellen-17. sei gefährlich und schmerze. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Alle spielen unter Möglichkeiten"

"Der schlechte Start zehrt an uns. Wir bekommen das Umstellen von der Champions League auf die Bundesliga nicht hin. Wir müssen die Klasse entwickeln, uns immer wieder neu zu bestätigen", sagte der 29-Jährige.

Nach dem 2:0-Erfolg über Benfica Lissabon hätte sich das Team "mental nicht gut auf Nürnberg eingestellt."

Metzelder weiter: "Große Spieler und große Mannschaften schaffen das. Wir noch nicht."

Kritik von Magath nachvollziehbar

Daher sei die Kritik von Coach Felix Magath an der Einstellung nachvollziehbar.

"Wir müssen uns nun an der Ehre gepackt fühlen", so der Verteidiger.

Die Zeit der Ausreden ist laut Metzelder vorbei: "Wir müssen uns aus der Krise befreien. Alle spielen unter ihren Möglichkeiten. Wir rennen unserem Anspruch hinterher. Hier darf sich keiner mehr verstecken."

Hypothek als Ex-BVB-Spieler unterschätzt

Die Mannschaft tue derzeit alles dafür, in der kommenden Saison nicht in der Champions League zu spielen.

Allerdings ist sich Metzelder auch der Gefahr bewusst: "Ich habe das mit Preußen Münster und mit Dortmund bereits erlebt. Da haben wir alles verloren, und die Dynamik hat uns ganz runtergerissen."

Die Hypothek, als früherer Spieler des Erzrivalen Dortmund nach Gelsenkirchen zu kommen, habe er unterschätzt.

Freiburg-Partie als Befreiungsschlag

"Ich wollte es besonders gut machen und bin perfektionistisch an die Aufgaben gegangen", betont der 29-Jährige.

Immerhin sei die Partie beim SC Freiburg (2:1) für Metzelder persönlich ein Befreiungsschlag gewesen: "Nun geht es mir körperlich besser."

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