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Michael Ballack verletzte sich im Spiel gegen Hannover 96 © imago

Die Verletzung des Nationalspielers sei doch "erheblich schwerer ist als ursprünglich angenommen", teilt Bayer Leverkusen mit.

Leverkusen - 2010 bleibt für Michael Ballack sportlich ein Unglücksjahr.

Nach dem bitteren WM-Aus ist nun auch noch eine Bänderverletzung im Knie des Kapitäns der deutschen Nationalmannschaft "erheblich schwerer" als befürchtet.

Das teilte Ballacks Verein Bayer Leverkusen mit.

Comeback steht in den Sternen

Der 34-Jährige wird in diesem Jahr daher kein Spiel mehr für das DFB-Team oder den Werksklub bestreiten. Damit ist fraglich, ob und wann Ballack in alter Stärke zurückkehren kann.

Zudem wird die Kapitänsdiskussion in der DFB-Auswahl neue Nahrung erhalten.

Bierhoff sieht keinen Grund zur Sorge

Oliver Bierhoff sieht jedoch naturgemäß keinerlei Anlass, Ballack zu schwächen. "Hinsichtlich der Nationalmannschaft muss er keine Sorgen haben", sagte der Manager der Nationalelf.

"Natürlich ist es ein weiterer Rückschlag für Michael. Er wird nach dem Länderspiel im November eine längere Pause haben. Diese Ruhepause wird gut sein für ihn. Anschließend kann er wieder mit voller Energie angreifen."

Völler: "Michael muss wieder aufstehen"

Sportdirektor Rudi Völler bemühte sich angesichts des erneuten Nackenschlages demonstrativ um Gelassenheit.

"Das ist Pech, dass es sich weiterhin verzögert. Das sind Rückschläge, die er immer wieder bekommt. Aber der Michael muss das wegstecken und wieder aufstehen", sagte Völler.

Der frühere Teamchef der Nationalmannschaft erwartet nicht, dass die Verletzung eine unendliche Geschichte wird. "Das habe ich ihm auch schon persönlich gesagt. Das Ziel muss jetzt sein, dass er zur Rückrunde in alter Stärke zurückkommt - erstmal in Leverkusen und dann hoffentlich auch in der Nationalmannschaft", sagte Völler.

Mit der Nationalelf habe die Entwicklung "erst einmal gar nichts zu tun".

Vier bis sechs Wochen mit Schiene

Ballack muss aufgrund der Schwere der Außenbandverletzuung im Fuß voraussichtlich vier bis sechs Wochen eine Schiene tragen.

Bei einer neuen Untersuchung war festgestellt worden, dass die am 11. September im Ligaspiel bei Hannover 96 mit einem Bruch des Schienbeinkopfes einhergehende Verletzung kein schnelles Comeback zulässt.

Zuletzt hatte Bayer noch auf eine Rückkehr des Mittelfeld-Stars gegen Mitte November gehofft.

Heynckes hofft auf die Rückrunde

"Diese Entwicklung ist sehr bedauerlich. Ich hoffe aber, dass Michael Ballack nach seiner Reha und einer gezielten Vorbereitung zur Rückrunde gestärkt ins Team zurückkehren wird", sagte Trainer Jupp Heynckes.

Völler erhofft sich vom Neuzugang nun eine Art Trotzreaktion: "Wir hoffen, dass der Michael uns in der Rückrunde stärker als zuvor führen kann. Wir sind alle sehr überzeugt, dass er zurückkommt." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

EM-Quali erst wieder im März

Für die Nationalmannschaft hat der erneute Rückschlag keine unmittelbaren Auswirkungen. Nach dem Doppelspieltag in der EM-Qualifikation am Freitag gegen die Türkei und am Dienstag in Kasachstan steht bis zum Jahresende nur noch ein Test-Länderspiel gegen Schweden in Göteborg (17. November) auf dem Programm.

In der Qualifikation für die EM 2012 geht es erst am 26. März weiter.

Im DFB-Team nicht unverzichtbar

Die aktuelle Verletzung hatte Ballack im September aus der Bahn geworfen. Kurz zuvor hatte der WM-Dritte von 2006 erst wieder Spielpraxis im Trikot des Werksklubs gesammelt - die Weltmeisterschaft in Südafrika hatte er wegen eines Syndesmoserisses verpasst.

Bei der WM-Endrunde zeigte sich, dass Ballack nicht unverzichtbar ist, wodurch die Kapitänsdiskussion in Gang kam.

Nach offizieller Lesart ist Ballack derzeit offiziell Spielführer, "Rebell" und WM-Kapitän Philipp Lahm der erste Stellvertreter.

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