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Arjen Robben (l.) wechselte im Sommer 2009 von Real Madrid zu den Bayern © imago

Nach Robben droht auch Ribery länger auszufallen als ursprünglich gedacht. Transfers im Winter werden immer wahrscheinlicher.

Von Nikolai Kube

München - Louis van Gaal hatte ein Machtwort gesprochen.

Der FC Bayern benötige keine teuren Neuzugänge, der Kader sei stark genug. Eher werde man sich noch von einigen Stars trennen.

Bedenkenträger, die den Münchnern nach der erfolgreichen und mit der WM sehr kräftezehrenden letzten Saison Probleme prophezeiten, stießen beim Trainer des Deutschen Meisters vergebens auf offene Ohren.

Die Bayern hätten keine Blutauffrischung nötig, so van Gaal im Sommer.

Stürmische Zeiten

Mittlerweile ist Herbst - und der Rekordmeister blickt, mit acht Punkten auf Platz zwölf im Niemandsland der Tabelle liegend, stürmischen Zeiten entgegen. 295428(DIASHOW: Bayerns Höllenjahre)

Die Zeiten haben sich geändert, und mit ihnen auch van Gaals Meinung:

"Ich dachte, dass es ein Vorteil ist, dass ich dieselbe Mannschaft behalten habe. Aber wir haben gesehen, dass das nicht ausreichend war", sagte der Coach zuletzt.

Weiter Trainingsverbot für Robben

Außer Acht ließ van Gaal dabei freilich, dass mit Arjen Robben und Franck Ribery zwei Eckpfeiler des Teams derzeit nicht zur Verfügung stehen - und es wohl noch für einige Zeit nicht tun werden.

Bei Robben keine große Überraschung. SPORT1 hatte schon vor zwei Monaten berichtet, dass der Flügelflitzer aufgrund seines von der WM verschleppten Muskelrisses frühestens in der Rückrunde wieder wirbeln werde.

Noch immer soll sich Flüssigkeit im linken Oberschenkel befinden, für den Niederländer bedeutet dies Trainingsverbot. Nur Fahrradfahren ohne Widerstand ist derzeit möglich.

Drei Zentimeter fehlen weiterhin zum alten Oberschenkelumfang.

[kaltura id="0_lh9c62vw" class="full_size" title="Buchpr sentation von Louis van Gaal"]

Vorrunden-Aus für Ribery?

Doch nun droht auch sein kongenialer Partner Ribery länger als geplant auszufallen.

In Hoffenheim hatte sich der Franzose einen Bänderriss im rechten Fuß zugezogen. Die erste Prognose: etwa vier Wochen Pause.

Nun verzögert sich offenbar der Heilungsprozess bei Ribery. Noch mindestens einen Monat wird der Dribbelkönig laut "Sport Bild" nicht zur Verfügung stehen.

Ruft man nun van Gaals ungeschriebenes Gesetz ins Gedächtnis, nur zu 100 Prozent fitte Spieler würden bei ihm auflaufen, droht auch Ribery das Vorrunden-Aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ohne "Robbery" nur die Hälfte wert

Dem 27-Jährigen sind derzeit nur passive Maßnahmen wie Lymph-Drainagen verordnet, an Lauftraining ist frühestens in eineinhalb Wochen wieder zu denken.

Schlechte Nachrichten für van Gaal, der zugibt, dass die Bayern ohne "Robbery" nur die Hälfte wert sind: "Dem FC Bayern fehlt die Kreativität links und rechts von Robben und Ribery", sagte der Coach bei der Präsentation seines neuen Buchs.

Und so ist es gut möglich, dass die Bayern-Bosse in der Winterpause noch einmal ihr Portemonnaie öffnen und die Mannschaft personell verändern werden.

Matthäus rät zu Transfers

Für Ex-Bayern-Spieler Lothar Matthäus das einzig Richtige: "Auch im Erfolg ist es mal notwendig, das Ein oder Andere zu verändern. Das kann man auch noch in der Winterpause nachholen", sagte der Rekordnationalspieler zu SPORT1.

Ob dies in der Offensive der Fall sein wird, hängt stark von Robbens und Riberys Heilungsverlauf ab.

Eine Alternative wäre Chelsea-Juwel Gael Kakuta. Dem "Mirror" zufolge sind die Bayern an einer Verpflichtung des Offensiv-Allrounders interessiert.

Interesse an Chelsea-Juwel

Der Vertrag des 19 Jahre alten Franzosen läuft im Sommer aus, damit wäre Kakuta sogar ablösefrei zu haben.

Pikantes Detail: Weil die Londoner genau diesen Kakuta 2007 unrechtmäßig vom RC Lens an die Stamford Bridge gelotst hatte, verhängte die UEFA 2009 ein einjähriges Transferverbot gegen den FC Chelsea, das allerdings später wieder aufgehoben wurde.

Defensiv werden die Münchner wohl aber allemal aufrüsten. Das Experiment mit Diego Contento auf der linken Verteidigerposition scheint beendet zu sein.

Kandidat für den Außenverteidigerposten soll Taye Taiwo sein, der aktuell für Olympique Marseille aktiv ist.

Umdenken hat stattgefunden

Was die Münchner abschrecken könnte: Der nigerianische WM-Teilnehmer dürfte bei einem Wechsel im Januar nicht in der Champions League eingesetzt werden, da er für die Franzosen bereits gegen Spartak Moskau auflief.

Auch Charles N'Zogbia von Wigan Athletic befindet sich laut "Mirror" und "Daily Mail" in der engeren Auswahl.

Noch steht allerdings das aktuelle Personal der Bayern in der Pflicht, das Ruder wieder herumzureißen.

Eines ist jedoch klar: Beim Deutschen Meister hat nach dem überraschenden, weil desaströsen Saisonstart ein Umdenken stattgefunden. Hinter den Kulissen wird mit Hochdruck an potenziellen Transfers gebastelt.

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