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Uli Hoeneß (r.) will noch bis 2009 Manager beim FC Bayern München bleiben © imago

Bayern-Manager Hoeneß äußert sich nach dem Bielefeld-Spiel zu Podolskis Leistung, Tabellensituation und dem Spiel gegen Florenz.

Von Thorsten Mesch

München - Der FC Bayern ist wieder auf Kurs.

Nach schwachem Saisonstart steht der Rekordmeister nach dem vierten Sieg in Folge auf Rang drei der Tabelle und sitzt Tabellenführer 1899 Hoffenheim und Bayer Leverkusen im Nacken.

Beim 3:1 (1:1) gegen Arminia Bielefeld taten sich die Münchner zwar in der ersten Hälfte schwer, beherrschten die Ostwestfalen in der zweiten Hälfte aber klar.

Maßgeblichen Anteil an der Wende nach der Pause hatte neben dem überragenden Franck Ribery der eingewechselte Lukas Podolski.

Podolski Zwischen Frust und Freude

Trotz der Vorlage zum 2:1 und seines Treffers per Elfmeter zum 3:1 schwankte "Poldi" nach der Partie aber zwischen Frust und Freude.

"Es ist ganz normal und legitim, dass ich mir bis zur Winterpause Gedanken machen werde, wie es weitergeht", deutete der 23-Jährige einen Wechsel an.

Grund war die überraschende Verbannung aus der Startelf gegen Bielefeld und vermutlich auch die erneut harte Kritik von Manager Uli Hoeneß vor der Partie.

"Uli Hoeneß hat recht gehabt", gab Podolski allerdings zu. "Ich habe die letzten zwei Spiele nicht gut gespielt."

So sah es auch der Manager, der im Interview aber die Leistungssteigerung vom Samstag lobte. Zudem sprach er über die Herbstmeisterschaft und die anstehende Champions-League-Partie gegen Florenz.

Frage: Wie beurteilen Sie die Leistung gegen Arminia Bielefeld?

Uli Hoeneß: Wir haben in der zweiten Halbzeit alles auf eine Karte gesetzt. Da hat die Mannschaft wie aus einem Guss gespielt. Das war super Offensivfußball, obwohl Bielefeld total defensiv war. Da hatten wir ja zehn hundertprozentige. Es hätte auch 5:1, 6:1 ausgehen können

Frage: Warum hat sich das Team lange Zeit so schwer getan?

Hoeneß: Arminia stand ja mit 17 Mann hinten drin. Aber wir haben auch nach 98 vergebenen Torchancen nie aufgegeben. Wir hatten 20:0 Ecken, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Fast jeder Angriff war eine Torchance.

Frage: Braucht die Mannschaft immer einen Weckruf?

Hoeneß: Das ist mehr oder weniger Zufall. Wir haben in der zweiten Halbzeit alles auf eine Karte gesetzt und dann hat es auch gut geklappt.

Frage: Also sind Sie trotz der nicht optimalen Chancenverwertung zufrieden?

Hoeneß: Die Mannschaft hat nicht aufgegeben, sondern immer weiter gemacht. Das war ein Sturmlauf, wie ich ihn lange nicht gesehen habe. Zufrieden bin ich erst, wenn wir auf Platz eins stehen.

Frage: Können die Fans zufrieden sein?

Hoeneß: Die Zuschauer sind, obwohl Bielefeld schwach gespielt hat, sehr auf ihre Kosten gekommen. Ich finde, dass wir in der zweiten Halbzeit ein Spektakel geboten haben. Wir haben in 45 Minuten noch nie so viele Torchancen herausgespielt wie heute.

Frage: Gibt das Spiel auch Selbstvertrauen für das Spiel beim AC Florenz?

Hoeneß: Natürlich hat das was damit zu tun. Wir haben in der zweiten Halbzeit guten Fußball gespielt, haben begeistert. Das war schwer genug, gegen einen Gegner, der nur hinten drin stand. Mit einem Sieg im Rücken und Tuchfühlung zur Spitze ist es natürlich leichter in Florenz anzutreten.

Frage: Sie haben Lukas Podolski zuletzt hart kritisiert. Hat er Sie diesmal nach seiner Einwechslung überzeugt?

Hoeneß: Ich war sehr zufrieden. Lukas hat sehr gut gespielt und war sehr engagiert. Wenn er gut spielt, dann sagen wir das auch. Dann gibts auch keine Schelte. Wenn er immer so spielen würde, dann hätte er auch weniger Probleme hier.

Frage: Waren Sie auch überrascht, dass Jürgen Klinsmann auf nur eine Spitze umgestellt hat?

Hoeneß: Dazu äußere ich mich nicht. Das ist Sache des Trainers, der ist bei uns für das System zuständig.

Frage: Ist Bayern jetzt mit Platz drei im Soll?

Hoeneß: Nein, im Soll sind wir erst, wenn wir ganz oben angekommen sind.

Frage: Sehen Sie Hoffenheim als ernsthaften Rivalen?

Hoeneß: Ich bin mir völlig sicher, dass Hoffenheim bis zum letzten Spieltag um den Titel mitspielen wird.

Frage: Themenwechsel: Wie bewerten Sie die Einigung zwischen Joachim Löw und Michael Ballack?

Hoeneß: Ich habe lange gesagt, dass ich das sehr begrüßen würde, wenn das möglichst vom Tisch wäre. Jetzt ist es vom Tisch - und damit hat sich die Sache für mich erledigt.

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