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Thomas Doll trainierte vor seinem Wechsel in die Türkei Dortmund und den HSV © imago

Thomas Doll stärkt im SPORT1-Doppelpass dem Mainzer Trainer den Rücken. Für Thomas Berthold ist die VfB-Krise hausgemacht.

München - Thomas Doll und Thomas Berthold trauen der Nationalelf einiges zu, sehen aber auch Defizite.

Der Trainer von Genclerbirligi Ankara sowie Ex-Nationalspieler Berthold sprachen im SPORT1-Doppelpass über das DFB-Team und äußerten sich unter anderem auch über die Krise des FC Bayern und des VfB Stuttgart in der Bundesliga.

Ex-BVB-Trainer Doll zollt dem Tabellenführer aus Mainz und Trainer Tuchel ein Kompliment.

297064(DIASHOW: Die Bilder des DFB-Spiels gegen die Türkei)

SPORT1 hat die wichtigsten Aussagen der beiden Experten zusammengefasst.

Thomas Doll über?

die Pfiffe gegen Mesut Özil beim Spiel Deutschland-Türkei:

"Es spricht für ihn, dass er mit dieser Situation so umgegangen ist. Es waren ja 35.000 türkische Fans im Stadion, das war keine einfache Situation für so einen jungen Spieler Er hat in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass er ein genialer Fußballer ist."

die deutsche Nationalmannschaft:

"Man identifiziert sich mit dieser Mannschaft. Da ist eine klare Handschrift zu sehen, da ist Struktur drin, es gibt ein Konzept. Sie spielen begeisterungsfähigen Fußball."

die Kritik an Thomas Tuchel nach seinem Jubel nach dem siebten Sieg:

"Es ist lächerlich, wenn man sich über so etwas aufregt. Er hat es erklärt, warum die Situation so zustande gekommen ist. Da ist auch ein bisschen Neid dabei, das haben wir in Deutschland generell ab und zu. Man soll ihn einfach arbeiten lassen, er macht einen klasse Job."

die Bayern-Krise:

"Der Vorstand ist natürlich unzufrieden, wenn Siege nicht eingefahren werden, aber generell ist es gut, wenn man ein gutes Miteinander hat, ein gutes Vertrauensverhältnis aufbaut. Das heißt ja nicht, dass man irgendwann einschläft."

die Torflaute der Münchner

"Dem FC Bayern fehlt zur Zeit einfach der absolute Siegeswille, die Entschlossenheit vor dem Tor. Der eine oder andere ist - vielleicht auch nur unterbewusst - sehr zufrieden aus der letzten Spielzeit in die neue Saison gegangen. Wenn sie wieder das Gefühl haben, alles zu geben, dann kommt auch wieder diese positive Arroganz und dann gewinnt man wieder die Spiele."

die kritische Situation beim VfB Stuttgart:

"Es sind viele Dinge im Sommer passiert, mit dem man in Stuttgart nicht gerechnet hat. Fredi Bobic hatte auch nur vier Wochen Zeit, Einfluss zu nehmen Man sieht, dass eine große Verunsicherung da ist, zum Beispiel Kapitän Matthieu Delpierre, da liegen die Nerven blank. Es müssen sich jetzt Spieler herauskristallisieren, die in dieser Situation vorausmarschieren."

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Thomas Berthold über?

die Qualität der aktuellen deutschen Nationalmannschaft:

"Die Euphorie wird geschürt - nach oben wie nach unten. In gewissen Mannschaftsteilen haben wir aber, was die Weltspitze betrifft, Defizite im Tempo und auch in der Qualität ? gerade hinten links und auch in der Mitte, wenn es schnell wird."

die Titelchancen in den nächsten Jahren:

"Man muss sagen, die Richtung stimmt. Ob man irgendwann einen Titel gewinnt oder in die absolute Spitze eindringt, wird sich in den nächsten zwei bis vier Jahren zeigen. Die anderen Nationen schlafen auch nicht."

das Vertrauen in Miroslav Klose:

"Miroslav Klose hat während der WM gebrannt, auch von der Körpersprache, er war immer präsent und hat eine gute WM gespielt. Und das ist jetzt das Gleiche bei der Nationalmannschaft. Er weiß, Jogi steht auf ihn, er ist gesetzter Stürmer und er gibt das jetzt wieder zurück. Bei Bayern hat er mit Louis van Gaal wahrscheinlich auch ein anderes Verhältnis."

Michael Ballacks mögliche Rückkehr in die Nationalelf:

"Es gibt das Leistungsprinzip und das gilt für einen alten Spieler genauso wie für einen jungen Spieler. Michael Ballack hat auf jeden Fall die Qualität, er ist ein torgefährlicher Mittelfeldspieler, weil er auch kopfballstark ist. So viele haben wir davon nicht in unseren Reihen."

die Probleme beim VfB Stuttgart:

"Dieses Phänomen, was wir diese Saison erleben, zieht sich wie ein roter Faden durch die Vereinsgeschichte der letzten zwei Jahrzehnte. Es gab Aufs und Abs, es kommt keine Kontinuität rein. Es gab einen großen Substanzverlust, qualitativ, der wurde die letzten Jahre auch nicht adäquat ersetzt."

VfB-Keeper Sven Ulreich:

"Eine Mannschaft braucht auch eine gewachsene Hierarchie, da hinterlässt natürlich eine Persönlichkeit wie Jens Lehmann ein riesiges Vakuum, das kann keiner wettmachen. Sven Ulreich, der jetzt im Tor spiel, hat bestimmt Talent, aber von der Persönlichkeit und vom Verbalen ist er nicht in der Lage, einen Jens Lehmann zu ersetzen. Auch nicht um eine Defensive, eine Abwehr zu steuern. Das ist ein großes Problem."

Trainer Christian Gross:

"Die Frage wird sein, ob man jetzt die Nerven behält, auch wenn man in Schalke verlieren sollte. Denn ich finde, es gibt zur Zeit keinen großen Trainermarkt mit einer adäquaten Lösung und da kann man auch mit Christian Gross bis zur Winterpause weiter machen und dann sehen, ob sich was ergibt."

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