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Christian Gross löste im Dezember 2009 Markus Babbel als VfB-Trainer ab © getty

Stuttgarts Trainer Gross wackelt vor dem Schalke-Spiel. Mit Sammer und Daum werden bereits potenzielle Nachfolger gehandelt.

Von Christian Stüwe

München - Die Geschichte scheint sich in Stuttgart fast unausweichlich zu wiederholen.

Der Fehlstart, die Krise - setzen sich die Ereignisse parallel zu den Geschehnissen der letzten beiden Spielzeiten fort, wäre der nächste Schritt die Entlassung des Trainers.

Und prompt beginnt der Stuhl von Christian Gross mächtig zu wackeln. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Es gebe keine Trainerdiskussion, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Hundt zwar, bei anhaltendem Misserfolg müsse "man sich aber Gedanken machen".

Es scheint so, als würde das Kellerduell auf Schalke (Sa., ab 15 im LIVE-TICKER) zum Schicksalsspiel für Gross werden.

Spekulationen um Sammer und Daum

Längst werden Nachfolger für den Posten des Schweizers gehandelt, und dabei stehen zwei Protagonisten der Meistermannschaft von 1992 in der ersten Reihe.

Zum einen der damalige Trainer Christoph Daum, der nach seinem Engagement bei Fenerbahce Instanbul zurzeit beschäftigungslos ist.

Zum anderen Matthias Sammer, über dessen Abgang als DFB-Sportdirektor spekuliert wird.

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Kein klares Dementi

Sammer dementierte zwar die ihm unterstellte Amtsmüdigkeit, widersprach einer möglichen Rückkehr in die Bundesliga aber nicht vehement und befeuerte damit die Gerüchte.

"Ob mich irgendwann etwas anderes reizt, ist jetzt nicht vorherzusehen", sagte Sammer dem "Express".

Die Idee, dass Sammer seinen Posten beim DFB nach den Kompetenzstreitigkeiten mit Bundestrainer Joachim Löw aufgeben könnte, um Cheftrainer in Stuttgart zu werden, scheint nicht sonderlich abwegig.

Kontaktversuche zu Daum?

Genauso wäre eine Rückkehr Daums gut vorstellbar. Nach Informationen der "Bild" soll Aufsichtsratsmitglied Dr. Eduardo Garcia derzeit versuchen, den Erfolgstrainer zu kontaktieren.

Garcia, Chef des Hauptsponsors "Gazi", ist privat mit Daum befreundet und würde den 57-Jährigen sicherlich gerne verpflichten.

Die Verantwortlichen des VfB wollten die Berichte auf Anfrage von SPORT1 nicht kommentieren.

Schlagabtausch zwischen Gross und Hundt

Gross hatte sich zuletzt einen Schlagbatausch mit dem Aufsichtsrat geliefert.

Der Verein habe das Hauptaugenmerk auf die Fertigstellung des Stadions gelegt, bemängelte der Coach kürzlich: "Finanziell sind mir die Hände gebunden."

Der Konter aus der Führungsebene ließ nicht lange auf sich warten.

"Der Aufsichtsrat hat nicht zu verantworten, dass hochbezahlte Profis total ohne Form sind", schimpfte Hundt in Richtung des Trainers, dessen Position sich dadurch nicht gerade gestärkt haben dürfte.

Zwei Asse gesperrt - Gebhart vor Rückkehr

Auch sportlich hat der Trainer vor dem Schicksalsspiel in Gelsenkirchen große Sorgen. Kapitän Mathieu Delpierre und Mauro Camoranesi sind gesperrt.

Für die Rekonvaleszenten Johan Audel und Philipp Degen komme das Spiel zu früh, erklärte Gross.

Lediglich Timo Gebhart (Fleischwunde an der Achillessehne) könnte den Schwaben wieder zur Verfügung stehen.

"Vieles ist Stückwerk"

Nach der Rückkehr der Nationalspieler will Gross sein Team noch einmal den Ernst der Lage verdeutlichen.

"Da werde ich in einer gründlichen Ansprache sagen, was ich von meinen Spielern erwarte", kündigte der 56-Jährige an.

"Wir müssen uns auf die einfachen Dinge beschränken und so wieder Stabilität reinkriegen", erklärte Gross: "Zurzeit ist vieles Stückwerk, wir brauchen aber Automatismen."

Glaube an die Mannschaft

Die Mannschaft hat sich noch nicht gefunden, die Abgänge von Führungsspielern wie Sami Khedira und Jens Lehmann wurden nicht kompensiert.

Von der Qualität des Kaders ist Gross aber nach wie vor überzeugt.

"Ich glaube absolut an die Mannschaft und an Beharrlichkeit", hoffte er: "Auf Dauer führt Beharrlichkeit wieder zum Erfolg."

Aufholjagd mit neuem Trainer?

Er erreiche die Mannschaft noch, beteuerte Gross nach der Heimniederlage gegen Frankfurt.

Ähnliches sagten seine Vorgänger Markus Babbel und Armin Veh in den letzten beiden Spielzeiten allerdings auch.

Die ebenfalls obligatorische Aufholjagd in der Rückrunde leitete dann aber jeweils ein anderer Trainer ein.

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