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Christian Gross trainiert seit vergangenem Herbst den VfB © getty

Christian Gross ist beim VfB Stuttgart längst nicht mehr unumstritten. Der Trainer selbst mäkelt an der Strategie des Vereins.

Stuttgart - Der Bahnhof ist derzeit nicht die einzige Baustelle, über die in Stuttgart heftig diskutiert wird.

"Stuttgart 21" verstellt höchstens ein wenig den Blick auf "Stuttgart 18".

Sieben Spiele, sechs Niederlagen - der VfB ist Tabellenletzter in der Bundesliga, und wenn er am Samstag nicht bei Schalke 04 gewinnt, wird er es auch bleiben.

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Das Stadion des VfB ist übrigens auch nach wie vor eine Baustelle - und als solche für Trainer Christian Gross ein Grund, warum die Mannschaft nicht vorankommt.

"Priorität auf neuem Stadion"

Gross hat festgestellt, dass der Verein lieber in Steine als in Beine investiert: "Der Verein hat seine Priorität auf die Fertigstellung des Stadion ausgerichtet."

Es sei jedoch schwierig, seine Ziele zu erreichen, "wenn einem finanziell die Hände gebunden sind", bemängelte der ehrgeizige Schweizer in der "Stuttgarter Zeitung", forderte aber mehr oder weniger im gleichen Atemzug, der Verein müsse im Winter noch mal nachlegen.

"Ich denke", behauptete Gross, "die Khedira-Millionen sind bestimmt noch nicht alle aufgebracht."

Spiele gegen Schalke als Wendepunkt?

Immerhin rund 12,5 Millionen Euro hat der VfB im Sommer für neue Spieler ausgegeben. Trotzdem spielt die Mannschaft unterirdisch.

Der kommende Samstag auf Schalke (Sa., ab 15 im LIVE-TICKER) könnte zum Wendepunkt werden.

Allzu gerne würden sie in Stuttgart mal wieder so etwas wie Kontinuität auf dem Trainerposten haben, nachdem Gross seit der Meisterschaft 2007 schon der dritte verantwortliche Übungsleiter nach Armin Veh und Markus Babbel ist.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Hundt hat aber nicht ausgeschlossen, dass Gross bei einer Niederlage am Samstag weg ist.

[kaltura id="0_sop97zcp" class="full_size" title="Stuttgarter Verunsicherung"]

Bobic hat "Trainer nicht ausgesucht"

Die Meinungen über Gross gehen offensichtlich ohnehin auseinander.

In der vergangenen Woche tagte der Aufsichtsrat zusammen mit dem Sportdirektor Fredi Bobic. Dass Gross und Bobic nicht auf einer Wellenlänge funken, ist ein recht schlecht gehütetes Geheimnis.

"Fredi Bobic", hat Gross gesagt, "hat auch seine Vorstellungen und seine Ziele. Dabei arbeitet er mit einem Trainer zusammen, den er nicht ausgesucht hat."

Das klingt nicht nach Harmonie. Nationalspieler Cacau wiederum sagt: "Christian Gross ist der richtige Trainer."

Einige Baustellen im Team

Seit Saisonbeginn ist allerdings viel schiefgelaufen in Stuttgart. Erst sprang Sportdirektor Horst Heldt zu Schalke 04 ab, dann Sami Khedira zu Real Madrid.

Bobic kam, doch es dauerte, wie oft in Stuttgart, bis zum Saisonstart in der Bundesliga, ehe die neuen Spieler eingekauft und die Mannschaft komplett war.

Kapitän Matthieu Delpierre allerdings fiel verletzt aus, die Stürmer haben Ladehemmung, Torhüter Sven Ulreich als Nachfolger von Jens Lehmann strahlt mit seinen 22 Jahren naturgemäß noch nicht die große Autorität aus.

Jens Keller als Gross-Nachfolger?

Während die Arena weiter umgebaut wird, herrschen nebenan im Roten Haus Verunsicherung und Ratlosigkeit.

Seit vergangener Woche ist nun Christoph Daum als Nachfolger von Gross im Gespräch, der Aufsichtsrat scheint einer Rückholaktion nicht abgeneigt.

Spekulationen gibt es aber auch um eine kleine Lösung, wonach Co-Trainer Jens Keller von Gross übernehmen könnte. Und sogar ein Signal in Form einer vorzeitigen Vertragsverlängerung für Gross wird dem Vernehmen nach diskutiert.

So gesehen ist "Stuttgart 18" ein bisschen wie `Stuttgart 21". Keiner weiß so recht, wie es weitergeht.

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