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Lukas Podolski spielte von 1995 bis 2003 in der Jugend des 1. FC Köln © imago

Der Publikumsliebling des 1. FC Köln vermisst eine klare Strategie. Sollte keine Besserung eintreten, müsse er sich Gedanken machen.

Von Thorsten Mesch

München - Mit der Nationalmannschaft feierte Lukas Podolski am Dienstagabend den vierten Sieg im vierten EM-Quaifikationsspiel.

Beim 3:0 in Kasachstan bereitete der Kölner in seinem 83. Länderspiel die ersten beiden Tore vor und traf anschließend selbst.

Es war ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur EM in der Ukrainer und Podolskis Geburtsland Polen.

Mit 42 Treffern hat "Poldi" Michael Ballack auf Platz neun der ewigen DFB-Torschützenliste eingeholt und liegt nur noch ein Tor hinter Uwe Seeler.

Doch nach den Erfolgen im DFB-Team ist für Podolski nun wieder der graue Liga-Alltag in Köln angesagt.

Lust beim DFB, Frust beim FC

Mit nur einem Sieg steht der FC nach sieben Spieltagen auf Platz 16. Schon wieder unten drin. Wie in der vergangenen Saison.

Für Podolski eine Situation, die er so offenbar nicht mehr lange hinnehmen will.

"Wir treten auf der Stelle. Und wenn das auf Dauer so bleibt, muss ich mir schon Gedanken über meine Zukunft machen", sagt Podolski der "Sport Bild".

Keine Entwicklung erkennbar

Als in der 1. FC Köln vor einem Jahr vom FC Bayern zurück in die Domstadt holte, sei ihm gesagt worden:

"Am Anfang wollen wir die Liga halten, dann gute Transfers tätigen, um eine Mannschaft aufzubauen, die eine Zukunft hat und in drei, vier Jahren auch mal um die internationalen Plätze mitspielen kann", blickt der 25-Jährige zurück.

"Doch diese Entwicklung seh ich nicht. Wir spielen wieder gegen den Abstieg." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

In anderen Klubs sei "ein Konzept und eine positive Entwicklung klar erkennbar. Bei uns wird immer nur erzählt, wie toll unsere Fans sind, wie toll unser Stadion ist", kritisiert der Kölner Publikumsliebling.

Hannover und Mainz als Vorbild

Das Argument von Manager Michael Meier, der FC habe nicht die finanziellen Mittel wie andere Vereine, lässt Podolski nicht gelten.

"Hannover und Mainz sind doch weitere Beispiele dafür, dass es funktionieren kann. Es kommt doch nicht nur auf die finanziellen Mittel an", betont der Stürmer, der in dieser Saison bisher zwei Tore erzielt hat.

Reus und Großkreutz nicht geholt

Marco Reus (Borussia Mönchengladbach) oder Kevin Großkreutz (Borussia Dortmund, beide ehemals LR Ahlen) seien auch gute Beispiele.

"Die haben beide vor unserer Haustür gespielt und sind jetzt bei anderen Klubs", erklärt Podolski und fragt sich mit Blick auf Borussia Dortmund: "Warum gelingt uns nicht mal so ein Transfer wie der von Kagawa?"

Signalwirkung nicht eingetreten

Dem 1. FC Köln fehle "einfach die klare Strategie. Und ich kann mir vorstellen, dass das Verantwortliche aus unserem Verein genauso sehen", glaubt das Kölner Eigengewächs.

Podolski habe sich durch seine Rückkehr vor einem Jahr "eine Signalwirkung" erhofft, "dass es dem Verein einen Ruck gibt und er neue Wege in eine bessere Zukunft geht".

Doch diese Hoffnung wurde enttäuscht.

"Der Weg gefällt mir nicht"

Vor seiner Rückkehr aus München habe er "viele andere Angebote" gehabt, nach der WM in Südafrika "gab es wieder Anfragen aus Italien und England", verrät Podolski.

Der Weg, den der FC eingeschlagen hat, "gefällt mir nicht", gibt Podolski zu.

"Wenn ich merke, dass die mit mir besprochenen Dinge nicht umgesetzt werden, dann wird man schon mal nachdenklich. Es ist nämlich jede Woche frustrierend, das Ergebnis zu sehen."

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