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Franz Beckenbauer ist seit 2009 Ehrenpräsident des FC Bayern © getty

Franz Beckenbauer glaubt nicht an die Titelverteidigung des FCB und spricht Gründe an. Louis van Gaal wehrt sich gegen Hoeneß.

Von Mathias Frohnapfel

München - Der FC Bayern ohne Titel in der Bundesliga: Für die stolzen Münchner ist das eine Schreckensvision.

Trotz aktuell Platz 12 versichern alle FCB-Bosse, dass eine erneute Meisterschaft weiterhin im Bereich des Möglichen liegt.

Nur Ehrenpräsident Franz Beckenbauer schert aus.

"Meister wird man kaum mehr werden. Aber unter den ersten drei bis fünf sind sie immer dabei."

In der "Sport Bild" ledert der Ehrenpräsident auch gegen die an Ballbesitz orientierte Spielphilosophie von Chefcoach Louis van Gaal.

"So kommt man nicht weiter"

"Man muss auch was draus machen. Wenn man den Ball nur hin und her schiebt und er dann beim Torwart endet, ist das nicht unbedingt der Sinn vom Ballbesitz."

Hoffnungen besteht aus Sicht des "Kaisers" erst mit der Rückkehr der Kreativspieler Arjen Robben und Franck Ribery.

"Aber jetzt schieben sie sich die Bälle zu, und dann hat Jörg Butt wieder den Ball. So kommt man nicht weiter."

Dass die Bayern-Defensive sich in letzter Zeit zum Teil krasse Patzer leistete, sieht Beckenbauer nicht als das Hauptmanko der Misere an.

Beckenbauer spricht Sturm-Probleme an

"Wir haben viel mehr Probleme im Sturm, nur fünf Tore", sagt er und legt den Finger in die Wunde.

"Ich kann nicht selbst die Tore schießen", hat van Gaal erst vor kurzem zum Thema erklärt. Der Bayern-Trainer sieht sich gegenüber den Granden des FC Bayern in der Verteidigungsposition.

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Van Gaal verteidigt sich

Der Niederländer wehrt sich daher nun auch gegen den Vorwurf von Präsident Uli Hoeneß, der nach der 0:2-Niederlage in Dortmund von fehlender Frische sprach:

"Wenn er so etwas sagt, dann hat er das nicht gut gesehen", stellt van Gaal angesäuert fest.

"Die Dortmunder konnten ja am Ende nicht mehr laufen. Das hat jeder gesehen und sogar Trainer Jörgen Klopp nach dem Spiel bestätigt."

Klose fraglich

So oder so, gegen Hannover wird der FC Bayern am Samstag (ab 15 Uhr LIVE-TICKER) alle Kräfte mobilisieren.

Das heißt diejenigen, die sich gerade nicht mit irgendwelchen Verletzungen herumschlagen.

Miroslav Klose kam angeschlagen vom Trip mit der Nationalmannschaft aus Kasachstan zurück, wird derzeit untersucht. Es besteht der Verdacht auf einen Muskelfaserriss.

Stürmerkollege Ivica Olic ist ebenfalls nach einem Ellbogencheck aus der Partie mit Kroatien angeknockt, Bastian Schweinsteiger absolvierte nach seinem Kapselbandanriss am Dienstag ein erstes kurzes Lauf- und Balltraining.

Sein Einsatz schon am Samstag ist ebenso ungewiss wie der von Mark van Bommel. Der Bayern-Kapitän wurde beim 4:1-Erfolg Oranjes gegen Schweden eingesetzt, obwohl die Münchner das partout nicht wollten.

Riesenzoff zwischen Oranje und FCB

"Es ist nichts kaputt in Marks Knie. Es handelt sich um eine kleine Schleimbeutelentzündung am rechten Knie. Die hat er schon einige Wochen", sagte Hollands Coach Bert van Marwijk nach der Partie.

KNVB-Chef Bert van Oostveen griff die Bayern nach ihrer über eine Pressemitteilung lancierten Rückholforderung sogar harsch an.

"Es ist asozial, so etwas über die Medien zu spielen", schimpfte er.

Rummenigge sauer

Derweil reagierte auch Karl-Heinz Rummenigge auf van Bommels Einsatz:

"Das ist eine Entscheidung, die die Herren zu fällen haben. Dementsprechend sind sie jetzt im Risiko und in der Verantwortung", sagte der Bayern-Vorstandschef der "Bild".

Van Bommel wurde nach seiner Auswechslung in der 71. Minute mit Eis am Knie behandelt und sagte anschließend, man müsse ja auch "ein bisschen an seinen Arbeitgeber denken".

Die Bayern hoffen nun, dass der immens wichtige Mittelfeldmann auf keinen Fall ausfällt.

Die Liste der Dauerverletzten ist mit Robben, Ribery, Diego Contento und Breno schon lange genug.

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