vergrößernverkleinern
Frankfurts Torwart Oka Nikolov absolvierte bislang 207 Ligaspiele für die Eintracht © getty

Vor dem brisanten Spiel gegen den FCK spricht Eintracht-Keeper Oka Nikolov im SPORT1-Interview über das Duell in der Pfalz.

Von Christian Stüwe

München - Ein Gewaltaufruf auf "YouTube" sorgte vor dem brisanten Südwest-Derby (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Frankfurt schon für mächtig Wirbel.

Das brachiale Motto der Frankfurter Ultra-Szene lautete "Pfalzüberfall 2010 - Schlachtfest in Kaiserslautern".

Der 36-jährige Eintracht-Torwart Oka Nikolov kennt die emotionsgeladenen Duelle der Teams sehr genau.

Im Interview mit SPORT1 spricht Frankfurts Urgestein über das brisante Spiel gegen Kaiserslautern, das Frankfurter Arbeitsumfeld und Fairness im Stadion.

SPORT1: Herr Nikolov, die Fangruppen auf beiden Seiten rivalisieren sehr stark. Ist das ein Thema in der Mannschaft?

Nikolov: Nein, ist es nicht. Aber ich kann an alle Fans im Vorfeld nur appellieren, fair miteinander umzugehen. Es ist ein Bundesligaspiel - nicht mehr und nicht weniger. Und ich hoffe es wird ein friedliches Spiel, denn Gewalt oder dergleichen haben im Fußball nichts verloren.

SPORT1: Gegen Kaiserslautern geht es oft um viel. Bezieht das Derby auch daraus eine besondere Brisanz?

Nikolov: Das Spiel in Kaiserslautern ist für mich ein Traditionsduell. Den Begriff Derby assoziiere ich aber eher mit Duellen gegen Kickers Offenbach oder Mainz 05.

SPORT1: Die Eintracht ist schwach gestartet, scheint sich nun aber stabilisiert zu haben. Bietet das Spiel in Kaiserslautern die Chance, an die oberen Tabellenregionen anschließen zu können?

Nikolov: Wir wollen möglichst gewinnen und uns mit drei weiteren Zählern endgültig in der oberen Tabellenhälfte festbeißen.

SPORT1: Ist das Saisonziel von 50 Punkten noch zu realisieren?

Nikolov: Wir wollen eine ähnlich gute oder vielleicht sogar noch bessere Saison als die letzte hinlegen. Es sind erst sieben Spieltage gespielt und wir haben noch genug Zeit, dieses Ziel zu erreichen.

SPORT1: Wie stark schätzen Sie den Aufsteiger Kaiserslautern ein?

Nikolov: Sie sind gut in die neue Saison gestartet, haben aber zuletzt den Faden etwas verloren. Der FCK hat eine ehrgeizige und gut zusammengestellte Mannschaft. Dennoch fahren wir in die Pfalz, um dort zu punkten.

SPORT1: Sie sind der dienstälteste Eintracht-Spieler. Wie stark schätzen Sie das aktuelle Eintracht-Team im Vergleich zu früheren Mannschaften ein?

Nikolov: Wir sind noch ausgeglichener besetzt als in der letzten Saison. Und wenn ich die letzten sechs, sieben Jahre nehme, dann denke ich schon, dass dies einer der am ausgeglichensten besetzten Kader seither ist.

SPORT1: Der Kern der Mannschaft ist seit dem Wiederaufstieg 2005 zusammen. Was macht es so attraktiv, in den Zeiten von ständigen Vereinswechseln so lange bei der Eintracht zu spielen?

Nikolov: Weil es hier unaufgeregt und seriös zugeht. Sowohl Spieler als auch Trainer können hier in Ruhe arbeiten. Das war leider nicht immer so in der Vergangenheit.

SPORT1: Ist es ein Erfolgsgeheimnis, dass die Mannschaft so lange zusammen ist?

Nikolov: Mit Sicherheit ist es förderlich, dass sich der Kern des Teams schon sehr lange kennt. Fast jeder weiß, wie der andere tickt - sportlich und privat. Es ist sicher optimaler, als wenn in jedem Jahr acht, neun neue Spieler kommen und die Fluktuation hoch ist.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel