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Mark van Bommel spielt seit 2006 für den FC Bayern © imago

Das Lazarett des FC Bayern wird immer größer. Neuestes Opfer ist Mark van Bommel, der verletzt von der EM-Quali zurückkehrt.

München - Der Streit zwischen dem FC Bayern München und dem niederländischen Fußballverband KNVB hat einen neuen negativen Höhepunkt erreicht.

Nach den ständigen Querelen rund um die Knieverletzung von Mark van Bommel kehrte nun der Bayern-Kapitän vom EM-Qualifikationsspiel Niederlande ? Schweden angeschlagen nach München zurück.

Van Bommel ist beim EM-Qualifikationsspiel Moldawien ? Niederlande auf das Knie gefallen, worauf die Münchner die sofortige Rückkehr ihres Spielers forderten.

Unmittelbar nach seiner Ankunft begab er sich in die Obhut von Klub-Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der einen Faszienriß mit ausgedehntem Hämatom (Bluterguss) im rechten Knie festgestellte.

Ohne van Bommel gegen Hannover und Cluj

Van Bommel muss eine fünftägige Ruhephase einlegen, um sich danach für weitere fünf Tagen einer Bewegungstherapie zu unterziehen.

Der 33-jährige Mittelfeldspieler wird dem FC Bayern München daher auf jeden Fall im Bundesligaspiel gegen Hannover 96 (Samstag, ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) und in der Champions League gegen CFR Cluj (Dienstag, ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) nicht zur Verfügung stehen.

Somit wird das Münchner Lazarett wird immer größer: Nach Arjen Robben, Franck Ribery, Diego Contento, Ivica Olic und Miroslav Klose reiht sich auch der niederländische Kapitän in die lange Liste der Verletzten ein.

Uli Hoeneß hatte sich schon vor Bekanntgabe der genauen Diagnose schwer verärgert gezeigt.

Hoeneß sauer auf niederländischen Verband

"Eigentlich hätte ich erwartet, dass man aus holländischer Sicht, nach dem unvorstellbaren Vorgang Arjen Robben, ganz kleine Brötchen backt und mal die Klappe hält", sagte der Bayern-Präsident dem "Bayrischen Rundfunk".

Er kritisierte aber auch den Kapitän: "Auch Mark van Bommel muss sich allmählich die Frage gefallen lassen, wo sein Arbeitgeber ist - wenn er schon seit Wochen Knieprobleme hat, dann hätte man auch solche Länderspiele mal ausfallen lassen können."

[kaltura id="0_yjkgzuhp" class="full_size" title="Christian Nerlinger im SPORT1-Interview"]

KNVB kontert

Der Ex-Manager reagierte damit auf die harschen Reaktionen aus den Niederlanden auf Bayerns Rückholwunsch vor dem Länderspiel.

"Es ist asozial, so etwas über die Medien zu spielen", hatte KNVB-Chef Bert van Oostveen darüber geschimpft. "Das sieht schon ein wenig wie Schikane aus."

Oranje-Coach Bert van Marwijk hatte sogar behauptet: "Es ist nichts kaputt in Marks Knie. Es handelt sich um eine kleine Schleimbeutelentzündung am rechten Knie. Die hat er schon einige Wochen."

Grünes Licht für van Bommel

Er ergänzte: "Es ist schlimm, das solche Dinge hinter dem Rücken der Spieler ausgetragen werden."

Die Untersuchung an van Bommels Knie habe man "bewusst von einem unabhängigen Arzt" durchführen lassen, sagte van Marwijk.

Dieser und auch van Bommel selbst hätten Grünes Licht für einen Einsatz gegeben.

Die Ergebnisse habe der KNVB nach München gefaxt - mit dem Zusatz, dass man "not amused" gewesen sei über die Störung der Vorbereitung.

Ärger wegen Robbens Verletzung

Der FC Bayern wirft dem Verband zudem vor, Arjen Robben trotz einer schweren Verletzung bei der WM in Südafrika eingesetzt zu haben.

Nach seiner Rückkehr diagnostizierten die Münchner bei dem Niederländer einen Muskelriss.

Robben steht frühestens zur Rückrunde wieder zur Verfügung. Der FC Bayern will vom KNVB eine Kompensationszahlung erstreiten.

Rummenigge kündigte dazu an, dass die Bayern vor Gericht ziehen wollen, wenn im Oktober keine Einigung gefunden werde.

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