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Keeper Faryd Mondragon spielt seit 2007 für den 1. FC Köln © getty

Nach seiner Degradierung haut Kölns Keeper vom Team ab. Manager Meier übt Nachsicht mit dem unzufriedenen Podolski.

Köln - Beim 1. FC Köln brodelt es.

Erst der schwache Saisonstart, dann die Abschiedsgedanken von Lukas Podolski - und nun verliert Keeper Faryd Mondragon die Nerven. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Coach Zvonimir Soldo teilte Mondragon mit, dass er im so wichtigen Spiel gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) auf Ersatzkeeper Miro Varvodic setzen werde.

Was folgte, ist ein Eklat: Der stolze Kolumbianer empfand Soldos Entscheidung als Beleidigung - und flüchtete aus dem Mannschaftshotel.

Mondragon stichelt weiter

Nun stichelt der Kolumbianer weiter: "Wenn ich zu müde bin um zu spielen, bin ich auch zu müde, um auf der Bank zu sitzen", stellte der Oldie nach seiner Degradierung auf stur.

Die Verantwortlichen versuchen die Sache herunterzuspielen. "Vielleicht renkt sich das mit Mondragon ja nochmal ein und wir sehen ihn nochmal im FC-Tor", sagte Manager Michael Meier, der nun aber große Hoffungen in die neue Nummer eins Varvodic setzt.

"Miro ist ein ganz anderer Torwart als Mondy und wenn wir trauen ihm das zu. Wenn er seine Chance nutzt, bleibt er im Tor."

Soldo kündigt Degradierung an

Für Mondragon hätte die Versetzung auf die Bank allerdings keine große Überraschung sein dürfen.

Denn der Torwart-Oldie war gegen den Willen des FC zu zwei Länderspielen Kolumbiens gereist.

Am Donnerstag trudelte Mondragon dann wieder ein - obwohl der Trainer schon vor Tagen klargestellt hatte: "Kommt Mondy erst am Donnerstag zurück, wird es schwer für ihn. Ich kann seine Länderspielreise nicht gutheißen."

Soldo hielt sein Wort - und Mondragons Zeit beim FC scheint nach seiner Flucht abgelaufen.

"Poldi" als zweite Baustelle

Doch die Torhüterposition ist nicht Soldos einzige Baustelle.

Mit seiner beißenden Kritik und der Drohung, sich zu verabschieden, hat auch Nationalstürmer Lukas Podolski für mächtig Wirbel gesorgt.

Doch obwohl der Zehn-Millionen-Mann mit seinen Aussagen gegen den neuen Verhaltenskodex, bedeutungsschwanger als "Leitkultur" im Sommer vorgestellt, verstoßen hat, fiel die Reaktion vergleichsweise milde aus.

Meier: "Jammern auf hohem Niveau"

"In der Frustreaktion teilen wir das, was uns ins Buch geschrieben wurde. Aber die Kritik hilft uns wenig", sagt Manager Michael Meier.

"Wir müssen Selbstbewusstsein aufbauen. Und da kann ich nur appellieren, dass durch solche Aussagen das Selbstbewusstsein nicht geschädigt wird."

Der Manager bezeichnet die generelle Unzufriedenheit im Umfeld als "Jammern auf hohem Niveau" und ergänzte: "Wir waren schon in der Zweiten Liga."

Ob es eine Geldstrafe für den Publikumsliebling gibt, wollte Meier nicht öffentlich machen.

Aussprache erst nach dem Spiel

Mit "Prinz Poldi", der Konzeptions- und Strategielosigkeit sowie verfehlte Transferpolitik öffentlich angeprangert hatte, wollte er zudem auch erst nach dem Spiel über diesen Ausbruch zur Unzeit reden.

Das Sportliche sollte im Vordergrund stehen. Mit einem schon fast als putzig zu bezeichnenden Kniff versuchte Meier den zum Teil hochbezahlten Profis den Druck zu nehmen.

"Wir haben der Mannschaft bildlich empfohlen: Vergesst die ersten Spiele, geht gedanklich durch die Waschstraße, stellt die Reset-Taste auf Null und vergesst alles Negative. Das Interview würde ich in die Waschstraße mit einbeziehen."

Soldo unter Druck

Ob das hilft? Fünf Punkte aus sieben Spielen und der Relegationsplatz stehen bisher unter dem Strich zu Buche. Trainer Soldo steht mächtig unter Druck.

Doch durch Podolskis Kritik fällt die Buhmann-Rolle auch immer mehr auf den dafür Mitverantwortlichen - Michael Meier.

Der soll einst Dortmunds Schnäppchen Shinji Kagawa (350.000 Euro Ausbildungsentschädigung) für nicht geeignet befunden haben.

BVB will Vereinsrekord

Derartige Baustellen hat Borussia Dortmund derzeit nicht. Sechs Siege in der Bundesliga in Folge, mit einem weiteren stellt man den Vereinsrekord ein.

Die Verantwortlichen stört lediglich die Euphorie.

"Das, was wir bisher gemacht haben, ist ausschließlich als Basis anzusehen. Mehr nicht", sagt Trainer Jürgen Klopp. Sportdirektor Michael Zorc zeigt sich gar genervt.

"Jeder erwartet einen Sieg. Aber wenn die Höhe oder die Art und Weise nicht entsprechend war, würde eine Enttäuschung mitschwingen. Das passt mir nicht, wir müssen unsere Erwartungen bremsen."

Respekt vor dem FC

Deshalb macht man den Gegner einfach stark. "Köln hat richtig Druck. Das, was dort an Spielermaterial ist, ist richtige Qualität", meint Klopp und ergänzt selbstbewusst: "Wir haben aber nicht die Hosen voll."

Wieder ins Training beim BVB eingestiegen und für Köln einsatzbereit ist zudem Kevin Großkreutz, der wegen eines grippalen Infekts der Einladung zur Nationalmannschaft nicht hatte folgen können..

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Köln: Varvodic - Brecko, Geromel, Mohamad, Ehret - Petit - Clemens, Lanig, Matuschyk, Jajalo - Podolski

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin - Götze (Blaszczykowski), Kagawa, Großkreutz - Barrios

Schiedsrichter: Günter Perl

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