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Ralf Rangnick übernahm Hoffenheim 2006 in der Regionalliga © imago

Im DSF-Doppelpass spricht Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick über den sensationellen Aufstieg seines Teams und die Meisterschaft.

München - Sie sind die Überflieger und als Aufsteiger nach elf Spieltagen bereits eine feste Größe in der Bundesliga.

Die Experten prophezeien den Kickern der TSG Hoffenheim eine glorreiche Zukunft.

Selbst die Konkurrenz vom großen FC Bayern in Person von Manager Uli Hoeneß zieht ehrfurchtsvoll den Hut vor dem Überraschungs-Spitzenreiter.

Hoffenheims Coach Ralf Rangnick sprach im DSF-Doppelpass über den sensationellen Gipfelsturms seines Teams, sein Erfolgsgeheimnis und "One-Touch-Football".

Ralf Rangnick im Doppelpass über...

die derzeitige Situation als Tabellenführer:

"Das konnte man vor der Saison sicherlich nicht vorhersehen, aber wir wehren uns auch nicht dagegen. Das ist das Ergebnis der letzten Wochen. Die Jungs haben sich noch mal enorm weiterentwickelt und deswegen denke ich, dass wir momentan auch zu Recht dort vorne stehen."

sein Erfolgsgeheimnis:

"Da muss man noch mal ganz zurück zu den Anfängen vor zwei Jahren gehen. Es war damals schon eine außergewöhnliche Infrastruktur mit fantastischen Trainingsbedingungen für einen Drittligisten vorhanden.

Wir sind für mich unverständlicherweise nach wie vor der einzige Verein, der die Möglichkeit besitzt, die Spieler auf dem Trainingsgelände auch übernachten zu lassen.

Alles Weitere war einfach Planung, harte Arbeit mit den Jungs und auch nach dem Aufstieg in die Zweite Liga die klare Vorgabe, dass wir nur ganz junge und hochtalentierte Spieler im Alter zwischen 17 und 23 Jahren verpflichten."

den begeisternden Offensivfußball:

Das ist sicherlich Teil unserer Spielphilosophie und setzt natürlich voraus, dass die Spieler bereits eine Kombination aus Schnelligkeit und außergewöhnlicher Technik mitbringen. Aber das alleine reicht noch nicht - wir versuchen schon im Training zu vermitteln, dass die Spieler nur mit ganz wenig Ballkontakten spielen dürfen.

Der zweite Baustein unserer Spielweise ist, dass wir natürlich auch sehr großen Wert auf die Rückeroberung des Balles legen. Das kannst du im modernen Fußball nicht, wenn nicht alle Spieler mitmachen. Wir verlangen auch von unseren Stürmern, dass sie nach hinten versuchen, Bälle zu stehlen - und das machen die Jungs."

die mögliche Meisterschaft:

"Wir denken nicht daran, was nächstes Jahr im Mai ist. Wir nehmen die Situation so wie sie ist und versuchen, sie auch zu genießen.

Wir haben in dieser Saison überhaupt keine Erwartungen zu erfüllen, außer, dass wir uns von den Abstiegsplätzen weit entfernt halten wollen. Ich finde diese ganze Diskussion natürlich amüsant und unterhaltsam, aber bei uns denkt niemand darüber nach, ob wir Deutscher Meister werden können."

künftige Transfers:

"Ich habe keine Angst, dass die Bayern uns die Spieler wegkaufen. Die Jungs sind bei uns zum Glück alle mit langfristigen Verträgen ausgestattet und ohne irgendwelche Ausstiegsklauseln.

Aber ich setze persönlich auch darauf, dass sowohl die Spieler selbst als auch ihre Berater sehen, dass die Art und Weise wie diese Mannschaft momentan spielt, auch sehr viel mit dem Umfeld bei uns zu tun hat."

die Situation von Lukas Podolski:

"Mein Eindruck ist, dass Lukas Podolski nach seinem Wechsel aus Köln eigentlich nie richtig in München angekommen ist. Gerade bei so einem jungen Stürmer wie Lukas Podolski ist es auch notwendig, dass er das Gefühl hat, gebraucht zu werden.

Die Kernfrage für ihn und seinen Berater wird jetzt sein, ob es eine Perspektive bei Bayern München gibt oder wohin er sonst gehen soll. "

einen Wechsel zu Hoffenheim:

"Vom Alter her würde Lukas sicherlich nach Hoffenheim passen, aber eines unser Kriterien war ja immer, dass wir Spieler suchen, die auf dem gleichen Entwicklungsstand wie der Verein sind.

Für 'Poldi' wäre das unweigerlich ein Rückschritt, das wird er sicherlich genauso sehen. Im Übrigen suchen wir auch gar keine Stürmer. Das muss man ganz klar sagen - so wie unsere Jungs gerade spielen."

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