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Nach dem Last-Minute-Erfolg in Köln bejubeln die Dortmunder die Tabellenführung © getty

Dank Sahins Last-Minute-Treffer steht der BVB nach langer Zeit wieder an der Spitze. Podolskis Ausgleich reicht den Kölnern nicht.

Köln - Dank Nuri Sahin ist Borussia Dortmund nach 2624 Tagen wieder an die Tabellenspitze der Bundesliga gestürmt 299829(DIASHOW: Der 8. Spieltag).

Die Überraschungsmannschaft von Trainer Jürgen Klopp feierte am Freitagabend durch das 2:1 (1:0) bei Lieblings-Gegner 1. FC Köln den siebten Sieg in Folge.

Damit stellte der BVB die Klubbestmarke ein und übernahm mit nunmehr 21 Punkten aus acht Spielen aufgrund der besseren Tordifferenz zumindest bis Samstag die Tabellenspitze vom FSV Mainz 05.

Beim FC hingegen hat sich nach zuletzt turbulenten Tagen die sportliche Situation verschärft (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Soldo enttäuscht

"Es ist schwer, nach so einem Spiel etwas zu sagen. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben bis zum Schluss mitgehalten und hätten einen Punkt verdient gehabt", sagte ein enttäuschter Zvonimir Soldo:

"Wir haben aber genug Qualität, dass wir aus dieser Situation herauskommen. Dass man als Trainer nach Niederlagen in der Kritik steht, gehört zu diesem Geschäft. Das ist normal."

Sein Gegenüber Klopp hatte mehr Grund zur Freude: "Die Tabellenführung ist eine wunderbare Begleiterscheinung. Lieber eine Nacht Erster als nie."

"Wir hätten das 2:0 früher machen müssen. Aber es ist bewundernswert, wie die Mannschaft nach dem Ausgleich reagiert hat. Das ist Mentalität. Wir haben immer an uns geglaubt, und am Ende ist der Sieg verdient", sagte Klopp.

Sahin mit der Entscheidung

Nuri Sahin erzielte in der Nachspielzeit den Siegtreffer für die Westfalen, die zuletzt am 9. August 2003 nach einem 4:0 gegen den VfL Wolfsburg vorübergehend Erster waren.

Die erste Borussen-Führung durch Jakub Blaszczykowski (20.) hatten Kölns Nationalspieler Lukas Podolski noch mit einem Gewaltschuss in den Winkel egalisiert (83.).

Dortmund geht damit bestens gerüstet in das Europa-League-Heimspiel am Donnerstag gegen Paris St. Germain.

Watzke: Glücklicher Sieg

"Natürlich haben wir heute auch ein bisschen Glück gehabt", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: "Aber entscheidend ist auch, dass wir nicht das Ergebnis verwalten wollten, sondern versucht haben, das Siegtor zu machen."

Kölns Mittelfeldspieler Martin Lanig war dagegen "total niedergeschlagen. Wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Schlimmer kann es nicht sein."

Köln im Keller

Köln verlor damit auch das fünfte Spiel gegen Dortmund seit dem Wiederaufstieg 2008 und bleibt mit nur fünf Punkten im Tabellenkeller.

Nach der Kritik Podolskis an der Strategie des Klubs und dem Alleingang von Torhüter Faryd Mondragon dürften ungemütliche Tage am Geißbockheim folgen, auch für Trainer Zvonimir Soldo.

"Wir werden uns nach dem Spiel mit Lukas zusammensetzen und besprechen, was ihn zu diesen Aussagen getrieben hat", erklärte FC-Manager Michael Meier.

Podolski trifft nur die Latte

50.000 Zuschauer in der WM-Arena sahen über weite Strecken ein abwechslungsreiches Spiel.

Der BVB war die gefährlichere Mannschaft und hatte durch Lucas Barrios die erste große Chance. Doch der Nationalspieler Paraguays setzte einen Kopfball freistehend über das Kölner Tor (6.).

Aber der FC kämpfte gegen die spielerische Überlegenheit des Spitzenteams an, besonders Podolski war überaus motiviert.

Der Nationalstürmer hatte mit einem Volleyschuss aus 18 m an die Latte Pech, den Nachschuss von Chistian Clemens parierte BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller.

"Kuba" mit der Führung

Doch Dortmund blieb dran, Barrios hatte seinerseits mit einem Kopfball an die Latte Pech (17.), war dann aber an der Führung durch Blaszczykowski beteiligt.

Barrios erwischte eine Flanke vom bisher überragenden Neueinkauf Shinji Kagawa mit dem Kopf, den Ball drückte "Kuba" in seinem 100. Pflichtspiel für Dortmund über die Linie.

Beim FC hatte neben der Kritik von Podolski noch Stammkeeper Mondragon für Wirbel gesorgt. Der Kolumbianer kam erst am Donnerstag von einer Länderspielreise zurück. Trainer Soldo nominierte deshalb den 21-jährigen Miro Varvodic, und Mondragon bat die Verantwortlichen, ihn aus dem Kader zu nehmen.

Daniel Schwabke aus der zweiten Mannschaft nahm den Platz auf der Bank ein. Varvodic machte seine Sache bei seinem Bundesliga-Debüt nicht schlecht und parierte unter anderem einen 20-m-Schuss von Kagawa mit Bravour.

BVB spielerisch besser

Im zweiten Durchgang änderte sich am Bild nicht viel. Dortmund war die gefährlichere und spielerisch bessere Mannschaft, brachte sich mit Fehlern in der Vorwärtsbewegung hier und da aber in Schwierigkeiten.

Kölns Mato Jajalo konnte eine große Kopfballchance zum möglichen 1:1 nicht nutzen (57.). Im Gegenzug strich ein 20-m-Schuss von Kevin Großkreutz, der wegen einer Grippe die EM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft verpasst hatte, knapp über das Tor.

BVB-Bus wird beworfen

Vor dem Anpfiff kam es noch zu einem unschönen Zwischenfall.

Der Dortmunder Mannschaftsbus wurde auf dem Weg ins Stadion mit einem Pflasterstein beworfen und beschädigt.

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