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Im Internet riefen einige Fans von Eintracht Frankfurt zur Gewalt auf © getty

Nach dem Gewaltaufruf einiger Ultras bemühen sich Verantworliche und Spieler von Frankfurt und Kaiserslauten um Deeskalation.

Frankfurt/Main - Deeskalation durch Kampagnen und fromme Wünsche.

Nach dem Gewaltaufruf einiger Fans vor dem Südwestderby der Bundesliga zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Frankfurt am Sonntag (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) haben die beiden Trainer zur Besonnenheit aufgerufen.

"Ich hoffe, dass es bei diesem Spiel die Rivalität nur auf dem Rasen gibt. Wir werden alles dafür tun, dass sich die hitzige Atmosphäre allein auf das Sportliche beschränkt", sagte FCK-Coach Marco Kurz, wies aber auch auf die Bedeutung des Duells hin: "Das ist ein Spiel, auf das wir das ganze Jahr hingearbeitet haben."

Kampagne der Spieler

Beide Klubs versuchten, mit Anzeigen in Zeitungen und im Internet die angespannte Lage zu deeskalieren.

FCK-Kapitän Martin Amedick und -Torhüter Tobias Sippel riefen in einer gemeinsamen Anzeige mit den Eintracht-Profis und Ex-Lauterern Halil Altintop und Ioannis Amanatidis zu einem gewaltfreien Miteinander auf den Tribünen auf.

"Duell der alten Rivalen - nur friedlich wird's ein Fußballfest" lautete das Motto der Kampagne.

Skibbe glaubt nicht an Krawalle

Eintracht-Trainer Michael Skibbe ist davon überzeugt, dass die Bemühungen fruchten.

"Ich rechne nicht damit, dass es zu Krawallen kommen wird. Es war ein Thema in der Mannschaft. Die Fans haben uns aber gerade in den Auswärtsspielen bisher immer fantastisch unterstützt", sagte Skibbe.

Ein aufgestocktes Großaufgebot von rund 850 Sicherheitskräften soll verhindern, dass es am Sonntag Szenen wie beim abgebrochenen EM-Qualifikationsspiel zwischen Italien und Serbien gibt.

Gewaltaufruf der Ultras

Anfang der Woche hatte ein hässlicher Gewaltaufruf der Frankfurter Ultra-Szene für große Besorgnis bei den Hessen, Pfälzern und der Polizei gesorgt.

Unter der brachialen Überschrift "Pfalzüberfall 2010 - Schlachtfest in Kaiserslautern" hatten die Chaoten Gewalttaten angekündigt. In dem Video wurde dazu aufgerufen, dass sich alle gewaltbereiten Fans am Sonntag um 8.00 Uhr auf dem Frankfurter Hauptbahnhof einfinden.

Explizit eingeladen wurden auch alle Hooligans, gegen die bereits Stadionverbote verhängt wurden.

"Rote Teufel" in der Krise

Nach drei Niederlagen in Serie und nur einem Punktgewinn aus den vergangenen fünf Partien hofft Kurz auf einen Heimsieg des Aufsteigers auf dem Betzenberg.

Die Roten Teufel müssen auf Stürmer Ilian Micanski (muskuläre Probleme) und weiterhin auf Chadli Amri (Sprunggelenkverletzung) verzichten.

Die Eintracht kann abgesehen von den Langzeitverletzten Zlatan Bajramovic (Achillessehnen-OP) und Sebastian Rode (Knorpel-OP) in der Pfalz in Bestbesetzung antreten. Möglicherweise kehrt Mittelfeldspieler Alex Meier nach einer Verletzungspause in die Mannschaft zurück.

Gladbach "auf dem richtigen Weg"

Die zweite Sonntagspartie zwischen 1899 Hoffenheim und Borussia Mönchengladbach (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKERy ) steht deutlich im Schatten.

"Punktemäßig sind wir drei, vier Zähler von dem entfernt, was wir uns vorgestellt haben. Spielerisch sind wir aber nach dem schweren Schlag in Stuttgart wieder auf dem richtigen Weg", sagte Borussen-Coach Michael Frontzeck, der gleich sechs Ausfälle zu verkraften hat.

Sein Hoffenheimer Kollege Ralf Rangnick muss wegen der Rot-Sperre von Josip Simunic die Abwehr umbauen.

Die Aufstellungen in der Übersicht:

FC Kaiserslautern - Eintracht Frankfurt (Sonntag, 15.30 Uhr)

Kaiserslautern: Sippel - Dick, Amedick, Rodnei, Jessen - Kirch, Tiffert, Bilek, Ilicevic - Hoffer, Lakic

Frankfurt: Nikolov - Jung, Franz, Russ, Tzavellas - Chris, Schwegler - Ochs, Halil Altintop, Köhler - Gekas

1899 Hoffenheim - Mönchengladbach (Sonntag, 17.30 Uhr)

Hoffenheim: Starke - Beck, Vorsah, Compper, Ibertsberger - Weis, Luiz Gustavo, Salihovic - Sigurdsson - Ba, Ibisevic

Mönchengladbach: Bailly - Levels, Anderson, Daems, Schachten - Bradley, Marx - Reus, Arango - Bobadilla, De Camargo

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