vergrößernverkleinern
In der Vorsaison gewann Schalke (l., mit Lukas Schmitz) gegen Stuttgart um Timo Gebhart zweimal 2:1 © imago

Stuttgart hofft gegen Magath auf den Trainer-Effekt. Doch "Königsblau" sieht den Trainerwechsel vielmehr als eigene Chance.

München - Vor wenigen Monaten hätte das Duell zwischen dem FC Schalke 04 und dem VfB Stuttgart noch ein Spitzenspiel erwarten lassen:

Königsblau hatte Superstar Raul geholt und sagenhafte 37 Millionen Euro ausgegeben, um den ersten Meistertitel seit 1958 zu gewinnen.

Die Schwaben wiederum peilten nach einer genialen Rückrunde die Champions-League-Plätze an.

Doch nun treffen sich die beiden Klubs (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) zum Krisengipfel im Tabellenkeller. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Keller setzt auf Kampf und Einsatz

Der VfB zog unter der Woche die Reißleine und feuerte Trainer Christian Gross. Nun hoffen die Schwaben auf auf den üblichen Effekt: Neuer Trainer, neue Motivation, Befreiung, Punkte, Siege.

Gross-Nachfolger Jens Keller, bisher Assistenztrainer, hat im SPORT1-Interview Schwächen im Zweikampfverhalten und Umschaltspiel ausgemacht - und baut nun auf altbewährte Mittel.

"Wir müssen jeden Zentimeter umgraben", fordert Keller, der als Spieler für eine rustikale Gangart bekannt war. Mit "Herz, Wille, Leidenschaft, Einsatzbereitschaft" sollen sich seine Spieler nun "selber aus dem Dreck ziehen".

Magath will Chance nutzen

Schalke-Coach Felix Magath, einst auch beim VfB, wäre jedoch daran gelegen, dem Trainer-Novizen eine Lehrstunde zu erteilen.

"Wir werden gegen den VfB voll auf Sieg spielen", sagt der 57-Jährige.

Den Trainerwechsel sieht er für den Rivalen als großes Handicap: "Wir müssen die Situation in Stuttgart für uns nutzen. Ein neuer Trainer, der erst seit zwei Tagen das Sagen hat, kann in dieser Zeit noch nicht viel verändern."

SPORT1 hat die Fakten zu den Samstagsspielen(JETZT AUFSTELLEN beim SPORT1 - Bundesliga Manager):

Schalke 04 - VfB Stuttgart

Keller muss auf die rotgesperrten Matthieu Delpierre und Mauro Camoranesi verzichten. Dafür hat Timo Gebhart seine Fleischwunde auskuriert und ist wieder einsatzbereit.

[kaltura id="0_f6cpu2xf" class="full_size" title="Entspannte Mienen bei Mainz"]

Johan Audel (Rückstand nach Knöchel-OP), Philipp Degen (Rückstand nach Pfeifferschem Drüsenfieber) und Daniel Didavi (Syndesmoseverletzung) stehen weiter nicht zur Verfügung.

Bei den Gastgebern fehlen Jermaine Jones (Gelb-Rot-Sperre), Ivan Rakitic (Gehirnerschütterung) und Jefferson Farfan (Jetlag nach Länderspielreise), während Joel Matip nach ausgeräumtem Verdacht einer Malaria-Erkrankung wieder mittrainiert hat.

Werder Bremen - SC Freiburg

Abgesehen von den Langzeitverletzten Naldo und Sebastian Boenisch haben die Bremer keine Probleme. Fraglich ist nur, ob Claudio Pizarro nach überstandenem Muskelfaserriss im Oberschenkel von Beginn an auflaufen kann.

Die Freiburger müssen weiter auf die Innenverteidiger Heiko Butscher und Pavel Krmas sowie die Mittelfeldspieler Jan Rosenthal und Ivica Banovic (alle verletzt) verzichten.

Auch Torwart Simon Puouplin fehlt: Der Franzose wird am Dienstag in Basel am Sprunggelenk operiert und fällt für den Rest der Hinrunde aus.

FSV Mainz 05 - Hamburger SV

Personell kann der Mainzer Erfolgstrainer Thomas Tuchel aus dem Vollen schöpfen. Nur der Einsatz von Marcel Risse (Oberschenkel-Probleme) ist fraglich.

Mit einem Erfolg würde der FSV den Startrekord, den er derzeit mit Rekordmeister Bayern München und dem 1. FC Kaiserslautern hält, auf acht Siege ausbauen.

Der HSV verzichtet auf die verletzten Mladen Petric, David Jarolim, Dennis Aogo sowie Eljero Elia auf gleich drei Leistungsträger. Außerdem fallen Maxim Choupo-Moting und Dennis Diekmeier aus.

Trainer Armin Veh will deshalb zur "Raute" zurückkehren und Piotr Trochowski eine neue Chance als Spielmacher hinter den Spitzen geben.

Bayern München - Hannover 96

Der FC Bayern hat große Personalsorgen: Mark van Bommel (Knie-Blessur), Miroslav Klose (Muskelfaserriss) und Ivica Olic (Nasenbeinbruch) kehrten verletzt von ihren Nationalmannschaften zurück.

Auch Bastian Schweinsteiger (Kapselverletzung am Fuß) steht neben Daniel van Buyten (Rückenprobleme) nicht zur Verfügung. Weiterhin fehlen Arjen Robben, Franck Ribery, Diego Contento, Breno und David Alaba.

Den Gäste fällt mit dem gesperrten Karim Haggui und dem verletzten Emanuel Pogatetz die etatmäßige Innenverteidigung aus.

Außerdem fehlt Stürmer Mohamed Abdellaoue, der sich im Länderspiel mit Norwegen einen Muskelfaserriss zugezogen hat und durch Mikael Forssell ersetzt werden soll.

FC St. Pauli - 1. FC Nürnberg (alle Samstag, 15.30 Uhr)

St. Pauli strebt den ersten Heimsieg in der vierten Partie am Millerntor an. Dabei fehlen die Abwehrspieler Carsten Rothenbach (Fleischwunde) und Fabio Morena (Innenbandanriss).

Ein Fragezeichen gibt es um Innenverteidiger Carlos Zambrano, der erst spät vom Länderspiel mit Peru zurückkehrte. Gerald Asamoah hat seinen Rückstand nach schwerer Sehnenverletzung in der Vorbereitung aufgeholt und soll sein Startelf-Debüt feiern.

Javier Pinola kehrt nach muskulären Problemen in die Nürnberger Startelf zurück und ersetzt Pascal Bieler als Linksverteidiger. Auch Christian Eigler steht nach muskulären Problemen wieder bereit, könnte in die Mannschaft rücken, falls Mike Frantz nicht fit wird (geschwollener Knöchel).

VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen (Samstag, 18.30 Uhr)

Der VfL ist seit vier Spielen ohne Niederlage. Allerdings fällt Torhüter Diego Benaglio mit einer Adduktorenverletzung aus, für ihn spielt sein Schweizer Landsmann Marwin Hitz.

Auch gegen Leverkusen wird Coach Steven McClaren auf das inzwischen bewährte System mit den Stürmern Edin Dzeko und Grafite setzen, dahinter soll Spielmacher Diego für kreative Momente sorgen.

Leverkusen muss weiter auf die verletzten Michael Ballack, Gonzalo Castro, Stefan Kießling und Renato Augusto verzichten. Noch nicht sicher ist, ob Eren Derdiyok von Beginn an zum Einsatz kommt.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel