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Bayerns Mario Gomez (M.) bejubelt seinen dritten Treffer gegen Hannover © getty

Ausgerechnet Sorgenkind Gomez trifft dreifach für dezimierte Bayern gegen Hannover. Die Slomka-Elf hält nur bis zum ersten Gegentreffer gut mit.

Aus der Allianz Arena berichtet Christian Paschwitz

München - Nach 245 Tagen ist er ist wieder da.

Und mit seinem Torero-Tore-Gruß nach dem ersten Streich ließ er es alle wissen, in und jenseits der Allianz Arena.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ausgerechnet der viel gescholtene Mario Gomez hat den FC Bayern nach dem schlechtesten Start seit 1965 wieder in die Erfolgsspur zurückgeschossen.299829(DIASHOW: Der 8. Spieltag)

Mit seinen ersten drei Saison-Toren (21., 77. und 90.) erzielte der Stürmer beim 3:0 (1:0) über Hannover 96 zudem die ersten Saison-Tore des Münchner Angriffs.

Gomez sorgte damit dafür, dass der Rekordmeister den Abstand auf die Tabellenspitze etwas verkürzen konnte und wieder ein wenig von einer erfolgreichen Aufholjagd im Titelkampf träumen darf.

"Ich bin sehr froh, dass Mario Gomez drei Tore geschossen hat, weil das für sein Selbstvertrauen sehr wichtig ist", freute sich Bayern-Trainer Louis van Gaal: "Und das ist auch sehr wichtig für Bayern."

Gomez' letztes Liga-Tor im Februar

Der 25-Jährige, der in der Liga zuletzt am 13. Februar beim 3:1 über Borussia Dortmund getroffen hatte, feierte seine Wiederauferstehung als Goalgetter zunächst mit einem Flugkopfball aus neun Metern ins rechte Eck.

"Ein schönes Gefühl", sagte Gomez nach dem Spiel.

Vorausgegangen war eine Altintop-Flanke von halbrechts auf den kurzen Pfosten, wo Gomez 96-Youngster Christopher Avevor entwischte.

Es war die erste echte Bayern-Chance vor 69.000 Zuschauern.

Van Gaal lässt Demichelis draußen

Trainer Louis van Gaal hatte gleich auf zehn Spieler verzichten müssen, darunter Kapitän Mark van Bommel (Knie-Blessur) und weiterhin die dauerverletzte Flügelzange Arjen Robben und Franck Ribery.

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Bastian Schweinsteiger (Kapselanriss) nahm zunächst auf der Bank Platz.

Dort saß trotz der personellen Not in der Abwehr auch Martin Demichelis, dessen Zeit in München wohl abgelaufen sein dürfte. Für den Argentinier verteidigte Anatoliy Tymoshchuk.

Bayerns alleinige Spitze

Im Angriff bekam Gomez in Abwesenheit der ebenso verletzten Miroslav Klose (Muskelfaserriss) und Ivica Olic (Nasenbeinbruch) notgedrungen eine Chance von Beginn an.

Bis zu seinem Tor spielte der Nationalstürmer jedoch recht unauffällig.

Überhaupt tat sich die neuformierte Bayern-Elf in einer ereignisarmen Anfangsphase gegen die kompakt stehenden, aber keineswegs allein auf die Defensive beschränkten Hannoveraner recht schwer.

Früher Pinto-Ausfall schockt 96

Die hatten nach dem umso überraschenderen Rückstand dann allerdings gleich noch einen Schock zu verdauen:

Bei einem Duell mit Toni Kroos verletzte sich Sergio Pinto - allerdings ohne Verschulden des Bayern - am linken Knie und musste ausgewechselt werden.

Für den Mittelfeldmann kam Constant Djakpa.

Slomka fehlt nicht nur Abdellaoue

Fortan ließ sich der bisherige Tabellendritte von Coach Mirko Slomka, dem in Emanuel Pogatetz, Karim Haggui und dem besten Angreifer Mohammed Abdellaoue (4 Saison-Tore) drei Stützen fehlten, zusehends in die Defensive drängen.

Mehr als ein Kopfball von Tymoshchuk, der sein Ziel knapp verfehlte (33.), sprang für die Bayern zunächst aber nicht mehr heraus.

Bayern-Dominanz nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel schalteten die Bayern dann noch einen Gang höher - nicht zuletzt dank des enorm verbesserten Gomez.

Nach Vorarbeit von Andreas Ottl leitete der 25-Jährige weiter auf Kroos, der aus 16 Metern aber an Keeper Florian Fromlowitz scheiterte (53.).

Kurz zuvor hatte Gomez selbst die Einschussmöglichkeit zum 2:0 auf dem Fuß, er wurde aber im letzten Moment von Steven Cherundolo gestört (51.).

Avevor schießt drüber

Wenn die Gäste, bei denen Mike Hanke noch für den blassen Mikael Forssell kam, einmal gefährlich wurden, dann eher zufällig:

FCB-Keeper Jörg Butt ließ einen Kopfball von Christian Schulz nur abklatschen, doch Avevor setzte den Ball freistehend aus sechs Metern nur übers Tor (58.).

Nach der Hereinnahme von Schweinsteiger ins Mittelfeld (65.) für den bisweilen unsicheren Edson Braafheid - für ihn verteidigte nun Danijel Pranjic - drängten die Bayern weiter.

Aller guten Dinge sind drei

Und sie wurden belohnt durch Vollstrecker Gomez.

Nach starkem Kroos-Zuspiel versetzte der Stürmer den zu weit weg stehenden Schulz und beförderte den Ball mit einem satten Linksschuss ins rechte Eck (77.).

Dass er den Ball zuvor grenzwertig und tendenziell mit dem Arm mitnahm, störte den feiernden FCB-Anhang dabei nicht.

Und auch beim 3:0 zeigte Gomez noch einmal seine eigentliche Klasse (90.)

Insgesamt ließ der Rekordmeister, wo Thomas Müller viele Löcher riss, aber Gefährlichkeit vermissen ließ, nichts mehr anbrennen.

"Die Bayern haben unseren ersten Fehler gnadenlos ausgenutzt. Wir hatten uns vorgenommen, in der zweiten Halbzeit weiter Druck zu machen und mutiger zu werden - da ist dann das 2:0 dazwischengekommen", erklärte 96-Trainer Mirko Slomka.

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