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BVB-Trainer Jürgen Klopp arbeitete von 2001 bis 2008 beim FSV Mainz 05 © imago

BVB-Trainer Jürgen Klopp ist nach dem 1:1 gegen Bochum restlos bedient. Der VfL feiert dagegen "eine kleine Auferstehung".

Von Felix Götz

München - Und wieder kein Heimsieg. Nach dem 1:1 (1:1) im Derby gegen den VfL Bochum war Dortmunds Trainer Jürgen Klopp dementsprechend enttäuscht.

"Wenn man ganz ehrlich ist, muss man sagen, dass wir heute nicht mehr als ein Unentschieden verdient hatten", sagte der 41-Jährige, nachdem seine Mannschaft zum sechsten Mal in dieser Saison mit einem Remis vom Platz gegangen war.

Fünf Mal holten die Dortmunder im eigenen Stadion nur einen Punkt. Will man aber unter die ersten Fünf, was mit einem Sieg gelungen wäre, dann muss man nach guten Auswärtsspielen zu Hause konstant nachlegen.

"Das war kein Rückschlag"

Das internationale Geschäft ist der Anspruch der Schwarz-Gelben, was aber außer Klopp keinem wirklich bewusst zu sein scheint. "Wir sind seit langem ungeschlagen, aber wir müssen trotzdem die Heimspiele gewinnen", gab Sebastian Kehl zwar zu.

Von einer Stagnation wollte der Kapitän allerdings nichts wissen: "Das war kein Rückschlag. Wir halten den Ball flach und lassen uns durch das Spiel heute nicht umwerfen."

Ein Sieg ist zu wenig

Im Signal Iduna Park ist der BVB zwar noch ungeschlagen, aber nur ein Sieg aus sechs Spielen ist eindeutig zu wenig.

Zum Vergleich: Teams wie Werder Bremen, Hannover 96 und der VfL Wolfsburg, die allesamt in der Tabelle hinter der Borussia stehen, haben in Heimspielen mehr Punkte geholt.

Beim 1:0-Sieg in Köln überzeugte der BVB noch, dann folgte wieder der nur schwer zu erklärende Leistungsabfall gegen Bochum.

Weidenfeller sieht alt aus

In der ersten Hälfte präsentierte sich der BVB völlig von der Rolle. Bochum war die eindeutig bessere Mannschaft und ging nach 27 Minuten durch Tomasz Zdebel verdient in Führung, wobei Roman Weidenfeller keine gute Figur machte.

Erst faustete er nach einem Eckball von Mimoun Azaouagh direkt zu Zdebel, dann reagierte er bei dessen Schuss zu langsam.

Watzke: "Hildebrand kein Thema"

Nicht das erste Mal, dass Weidenfeller in dieser Saison unsicher wirkte, was die Spekulationen um eine Neuverpflichtung im Tor weiter anheizt.

Dabei wurde zuletzt immer wieder ein Name genannt: Timo Hildebrand. "Eine Verpflichtung von Hildebrand ist bei uns kein Thema. Weidenfeller spielt insgesamt keine schlechte Runde", stelle Hans-Joachim Watzke bei "Premiere" klar.

"So wie ich es gesehen habe, war der Ball unhaltbar", nahm Klopp seinen Keeper in Schutz.

"Nach fünf Minuten den Faden verloren"

Von der Tribüne aus sah der BVB-Boss, wie sich seine Dortmunder, die auf den verletzten Tamas Hajnal verzichten mussten, schwer taten.

"Wir haben von Anfang an nicht ins Spiel gefunden und schon nach fünf Minuten den Faden verloren. Warum, das müssen wir noch herausfinden und analysieren", war Klopp ratlos.

Klopp ist genervt

Dabei waren die Dortmunder allerdings vor dem Tor nicht konsequent genug. "Mit konzeptionellem Fußball hatte das eher weniger zu tun", meinte Klopp leicht genervt.

Trotzdem hatte der BVB durch Kehl in der Schlussphase nach einem tollen Pass von Neven Subotic die große Möglichkeit zum Siegtreffer.

Der Mittelfeldspieler kam aus zehn Metern frei vor VfL-Keeper Daniel Marcio Fernandes zum Schuss, zielte aber rechts am Tor vorbei. "Ich dachte erst es wäre abseits, hätte den Ball aber natürlich versenken müssen", gab Kehl zu.

"Eine kleine Auferstehung"

So blieb es beim 1:1, was die Bochumer wie einen Sieg feierten. Besonders intensiv fiel Zdebels Torjubel aus, denn der Routinier war zuletzt nicht zum Einsatz gekommen.

"Das war wie eine kleine Auferstehung für ihn", sagte sein Teamkollege Marcelo Maltritz.

Von Trainer Marcel Koller bekam der Schütze ein Sonderlob. "Er hat sich im Training nicht hängen lassen und ein starkes Spiel gezeigt", sagte der Schweizer.

Zu Hause nachlegen

Für die Bochumer, die weiter nur einen Sieg auf dem Konto haben und nur wegen des besseren Torverhältnisses gegenüber Bielefeld vorerst von den Abstiegsplätzen verschont bleiben, war der Punkt in Dortmund enorm wichtig.

"Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt, kompakt und aggressiv agiert. In der zweiten Hälfte hat Dortmund mehr Druck gemacht. Deshalb geht das Remis in Ordnung", befand Koller.

Nun muss Bochum im schweren Heimspiel gegen Bremen zeigen, dass der VfL nach einer guten Auswärtsleistung zu Hause nachlegen kann.

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