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Gladbachs Trainer Hans Meyer (l.) hat zwei von drei Spielen verloren © getty

Die Niederlage gegen Frankfurt verschärft die Gladbacher Krise. Trainer Meyer erkennt psychische Probleme bei seiner Elf.

Von Christian Stüwe

München - Am Vorabend seines 66. Geburtstages war Hans Meyer alles andere als zum Feiern zu Mute.

Das 1:2 (1:1) gegen Eintracht Frankfurt bedeutete für Meyer die zweite Niederlage im dritten Spiel und für Borussia Mönchengladbach eine enorme Verschärfung der Tabellenlage.

Dementsprechend düster fiel die Analyse des Trainers aus. "Unsere Situation ist momentan sehr, sehr schlecht", sagte Meyer nach der Partie: "Wir haben weitere drei Punkte liegen lassen."

Der Trainer machte sich auf die Suche nach den Ursachen: "Wir haben eine ganze Menge Probleme, auch im Kopf. Psychisch, mit dem Glauben an uns. Da haben wir mit drei verlorenen Heimspielen eine richtige Basis gelegt."

Gut begonnen, stark nachgelassen

Dabei hatte seine Mannschaft stark begonnen und war durch ein Eigentor von Marco Russ (12.) nach einer Flanke von Marko Marin in Führung gegangen. Allerdings drehte die Eintracht durch Tore von Martin Fenin (16.) und Michael Fink (52.) das Spiel.

"Wenn man in Führung geht, dann nach 13 Minuten den Ausgleich bekommt und so die Linie verliert, ist das schwach. Das Gegentor war kein Zufall, weil wir dem Gegner zu viele Räume gegeben haben", ärgerte sich Meyer.

Auch Torwart Uwe Gospodarek, der ebenso wie der starke Marin wieder in die Startformation rückte, haderte: "Die Gegentore sind aus Standardsituationen gefallen. Da stimmte die Zuordnung nicht, da wir müssen wir einfach dran sein und klären."

Individuelle und kollektivtaktische Fehler

Dabei hatten sich die Gladbacher gegen den direkten Konkurrenten aus Frankfurt soviel vorgenommen. "Wir haben heute gegen eine Mannschaft, die mit uns unten drin steht, richtig dazu beigetragen, dass unsere Situation schlecht ist", erklärte Meyer.

Doch wo liegen die Gründe für die schwachen Gladbacher Auftritte? "Individuelle und kollektivtaktische Fehler" machte Meyer aus, der die Probleme auch in den vielen jungen Spieler ohne Bundesliga-Erfahrung sowie den Verletzten auszumachen glaubt.

"Aber das hat der Luhukay auch schon gesagt", erinnerte Meyer an seinen glücklosen Vorgänger Jos Luhukay. Während der Effekt des Trainerwechsels schon zu verpuffen droht, bemühte Meyer bereits Durchhalteparolen und hofft auf eine gute Vorbereitung im Winter sowie den einen oder anderen Neuzugang.

"Weiterarbeiten, geht gar nicht anders"

"Weiterarbeiten, es geht gar nicht anders. Aufhören werden wir nicht", so der Trainer: "Ich werde mit der Mannschaft versuchen, bis Weihnachten nicht den Anschluss zu verlieren."

Nächste Woche in Bielefeld gelte es zu stabilisieren, was "wir in der Anfangsphase gezeigt haben."

Gegen die Arminia braucht die Borussia unbedingt einen Dreier, ansonsten besteht wirklich bereits die Gefahr, den Anschluss zu verlieren.

Frankfurt wieder in der Spur

Bereits stabilisiert hat sich Eintracht Frankfurt nach dem katastrophalen Saisonstart. Wieder einmal hat es sich bewährt, dass die Verantwortlichen in der schwierigen Situation die Ruhe bewahrt und an Trainer Friedhelm festgehalten haben.

Mit drei Siegen aus vier Spielen haben sich die Hessen vom Ende der Tabelle ins untere Mittelfeld gespielt. Und das trotz immenser Verletzungssorgen.

"Wir haben 14 ereignisreiche Tage mit fünf ganz schweren Spielen hinter uns. Der Mannschaft gebührt ein ganz großes Kompliment", freute sich Funkel: "Auch in einer schwierigen Situation bin ich niemand, der öffentlich kritisiert. Wenn man der Mannschaft Mut zuspricht, ist das immer der bessere Weg. Kampfeinsatz und Leidenschaft haben heute gestimmt."

"Unglaubliche Moral bewiesen"

Auch Kapitän Christoph Spycher zeigte sich sehr zufrieden: "Die Mannschaft hat unglaubliche Moral bewiesen. In all den Spielen hat sie den Glauben an sich und an die eigene Stärke nicht verloren."

Während die Eintracht, die am 12. Spieltag den VfB Stuttgart empfängt, nun wieder ruhigeren Zeiten entgegenblickt, dürfte Hans Meyer einen unruhigen Geburtstag erleben. Das Pfiffe der Gladbacher Fans im Borussia-Park dürften ihm auch an seinem Ehrentag noch in den Ohren klingen.

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