vergrößernverkleinern
Raul (2.v.l.) ließ einige Schalker Möglichkeiten ungenutzt © getty

Nach dem Remis im Kellerduell bleiben Schalke und Stuttgart unten drin. Während Magaths Team stagniert, schöpft der VfB Hoffnung.

Gelsenkirchen - Für Schalke 04 fühlte sich das 2:2 gegen den VfB Stuttgart wie eine Niederlage an.

Die Schwaben hingegen schöpften mit ihrem neuen Trainer neuen Mut und Hoffnung, so schnell wie möglich unten rauszukommen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir müssen das Ergebnis leider so hinnehmen", sagte Schalkes Trainer Felix Magath. 299829(DIASHOW: Der 8. Spieltag)

Stuttgarts Coach Jens Keller war zwar zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft, nicht aber mit dem Ergebnis.

Keller lobt "90 Minuten Leidenschaft"

"Wir haben über 90 Minuten Leidenschaft, Kampf und Einsatzbereitschaft gezeigt - das ist das, was ich verlangt habe. Leider wurden wir am Ende nicht belohnt", meinte Keller, der seit Mittwoch als Nachfolger des entlassenen Christian Gross in der Verantwortung steht.

"Man hat gemerkt, dass ein Ruck durch die Mannschaft gegangen ist", sagte Joker-Torschütze Martin Harnik.

Schalke beweist Moral

Während die Stuttgarter trotz ihres Verbleibs auf Tabellenplatz 18 langsam Licht am Ende der Kellertreppe sehen, macht sich auf Schalke langsam erste Angst im Dunkeln breit.

"Wir wollen so schnell wie möglich unten raus, mit nur einem Punkt geht das aber nur langsam", konstatierte Magath.

Der ehemalige Nationalspieler stellte die mentale Stärke seines Teams, das Stuttgarts Führungen durch Timo Gebhart (15.) und Harnik (74.) durch Treffer von Edu (29.) und einem verwandelten Foulelfmeter von Klaas-Jan Huntelaar (80.) ausglich, in den Vordergrund.

"Es spricht für die Moral der Mannschaft, dass wir trotz zweimaligen Rückstands noch einen Punkt geholt haben. Daher bin ich mit dem Unentschieden zufrieden", fasste Magath zusammen.

Mangelhafte Chancenverwertung

Schalkes Stürmerstars Huntelaar und Raul sowie Spielmacher Jurado kombinierten phasenweise zwar sehr ansehnlich, versuchten aber den Ball regelrecht ins Tor zu tragen.

"Die Mannschaft hat sehr viel investiert. Wir hatten, besonders in der zweiten Halbzeit, hundertprozentige Torchancen, haben sie aber leider nicht genutzt", analysierte Magath.

"Haben den GAU vermieden"

"Wir haben den GAU vermieden, aber Stand heute stecken wir natürlich im Abstiegskampf", stellte Abwehrchef Christoph Metzelder fest.

"Wir machen, gerade in den Heimspielen, zu viele Fehler. In den entscheidenden Situationen fehlt häufig die Konzentration", erklärte Metzelder. "Fußball ist nun mal auch ein Fehlerspiel. Wir machen momentan mehr Fehler."

Metzelder warnt

Den Absturz von Hertha BSC Berlin in der Vorsaison sieht Metzelder als mahnendes Beispiel:

"Das zeigt, wie Mannschaften unter ihrer Qualität spielen und dann in einen Abwärtsstrudel geraten. Dann wird es Woche für Woche prekärer."

Nach nur zwei Punkten in den ersten vier Heimspielen - dem schlechtesten Saisonstart vor eigenem Publikum seit 1967 - wird den Schalkern, die sich noch vor drei Wochen auf dem Weg nach oben wähnten, langsam der Ernst der Lage bewusst.

Bobic freut sich über Biss

Der VfB steht zwar noch einen Punkt und zwei Plätze tiefer, fühlt sich aber dennoch schon einen Schritt weiter.

"Die Aggressivität ist wieder da", stellte Sportdirektor Fredi Bobic fest, "die Mannschaft ist mit einer richtigen Wut rausgegangen."

Keller hauchte dem Team neues Leben ein. "Ich habe sie heiß gemacht", sagte der neue Coach. "Das ist mir ganz gut gelungen, denn wir hatten seit langem mal wieder eine positive Zweikampfbilanz."

Keller will Chance nutzen

Stuttgarts Coach erlebte seine Premiere "auf der Bank relativ ruhig und entspannt", das Besondere des Augenblicks war ihm aber dennoch bewusst:

"Ich habe in meinem Verein zum ersten Mal die Chance bekommen, als junger Kerl Cheftrainer in der Bundesliga zu sein. Ich bin nicht so vermessen, mit 39 Jahren einen Zweijahresvertrag zu verlangen", sagte Keller.

"Aber ich bin sicher, dass ich diese Chance nutzen werde."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel