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Hugo Almeida (r.) feiert zusammen mit Claudio Pizarro seinen Siegtreffer © getty

Die Lohnkürzung scheint gewirkt zu haben: Die Bremer treten gegen Freiburg anders auf. Ein Rückkehrer sorgt für den Aufschwung.

Bremen - Nach den eingefrorenen Lohnzahlungen bei Werder Bremen scheinen die Profis der Hanseaten wieder heiß auf Siege (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"So falsch können unsere Maßnahmen nicht gewesen sein", sagte Sportdirektor Klaus Allofs nach dem 2:1 (1:0) gegen die Breisgauer.

"Messbar sind für uns die Ergebnisse. Da stehen ein Sieg gegen den Hamburger SV, das Unentschieden bei Bayer Leverkusen und jetzt der Sieg gegen den SC Freiburg."

Bestätigen wollte der Manager den Griff in den Geldbeutel der Spieler, der im Anschluss an die 1:4-Pleite vor knapp vier Wochen bei Hannover 96 beschlossen worden sein soll, allerdings weiterhin nicht.

"Es gibt bei uns nichts, was geklärt werden muss. Wir haben das nicht öffentlich behandelt, weil es bei uns Gesetze gibt, die wir schon seit Jahren pflegen. Wir lösen unsere Probleme intern", sagte Allofs:

Wunder Punkt gefunden

"Alle Maßnahmen, die wir treffen, haben nur ein Ziel: Das Potenzial der Mannschaft zu wecken", erklärte er weiter 299829(DIASHOW: Der 8. Spieltag).

Angesichts der Bilanz von sieben Zählern aus drei Spielen scheinen die Werder-Verantworlichen in jedem Fall den wunden Punkt der Profis gefunden zu haben.

Ob der im Portemonnaie oder anderswo liegt, scheint da schon fast unerheblich.

Allofs sauer auf VdV

Nach den Diskussionen der vergangenen Woche machte sich Allofs aber zumindest in Richtung der Vereinigung deutscher Vertragsfußballer (VdV) kräftig Luft.

Die Spieler-Gewerkschaft hatte zuletzt erklärt, dass die Werder-Profis im Falle einer Kürzung ihrer September-Gehälter Rechtsmittel einlegen könnten.

"Die VdV äußert sich zu Dingen, von denen sie keine Ahnung hat. Sie weiß doch gar nicht, was bei uns los ist", schimpfte Allofs: "Werder Bremen hat sich immer korrekt verhalten."

Die Bremer Spieler hielten sich derweil mit jeglichen Äußerungen zu der Problematik zurück.

Einzig Aaron Hunt, der die Bremer in Führung gebracht hatte (33.), erklärte nach dem Spiel: "Die Gehälter haben uns weniger beschäftigt."

Schaaf nicht zufrieden

Tatsächlich hatte Werder mit Freiburg genug zu tun. Zumal die Bremer trotz des Sieges einmal mehr weit hinter ihren eigenen Ansprüchen zurückblieben.

"Das Ergebnis ist gut. Das Spiel war nicht so gut. Ich bin nicht zufrieden. Wir haben zu viele Fehler gemacht und unseren Fahrplan nicht umgesetzt", sagte Trainer Thomas Schaaf.

Allofs ergänzte: "Wir wissen, dass wir besser spielen können und müssen. Wir hoffen, dass wir in den kommenden Wochen souveräner auftreten können."

Jetzt gegen Twente

Dies wird auch nötig sein. Bereits am Mittwoch geht es in der Champions League zum niederländischen Ehrendivisionär Twente Enschede (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

"Wir müssen aus den beiden Spielen gegen Twente mindestens vier Punkte holen, um noch in die nächste Runde zu kommen. Wenn wir am Mittwoch verlieren, wird unsere Ausgangsposition immer schlechter", sagte Allofs und erklärte Claudio Pizarro zum großen Hoffnungsträger der Bremer.

Nach überstandenem Muskelfaserriss hatte es gegen Freiburg für den Torjäger immerhin zu einem 21-minütigen Einsatz gereicht, den Pizarro mit der Vorlage zum 2:1 durch Hugo Almeida (73.) krönte.

"Mit ihm ist unser Spiel druckvoller und raffinierter. An Claudios Seite können auch die anderen Spieler wachsen", meinte Allofs.

Dutt lobt Pizarro

Auch für Freiburgs Trainer Robin Dutt machte Pizarro den Unterschied: "Wir hatten große Probleme mit ihm."

Dennoch hätten die Breisgauer nach dem besten Saisonstart ihrer Klubgeschichte auch in Bremen punkten können.

Nachdem Julian Schuster zwischenzeitlich das 1:1 erzielt hatte (62.), fehlte es Kisho Yano in der Nachspielzeit an Präzision. "Vielleicht hätten wir einen Punkt verdient gehabt", meinte Dutt.

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