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Bayerns Mario Gomez erzielte gegen Hannover seine ersten drei Saisontore © getty

Der Stürmer findet nach seinen drei Treffern gegen Hannover sein Selbstbewusstsein wieder. Plötzlich scheint er sogar gesetzt.

Von Christian Stüwe und Christian Paschwitz

München - Nach dem ersten Tor zeigte Mario Gomez den Torero-Jubel noch etwas zaghaft, nach dem zweiten Treffer riss er sich das Trikot vom Leib und nahm die obligatorische Gelbe Karte billigend in Kauf.

Als Bayerns bisheriges "Sorgenkind" dann auch noch den 3:0-Endstand gegen Hannover 96 besorgte, war die Erleichterung förmlich spürbar.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich wusste immer, was ich kann. Und habe immer gesagt, dass ich meine Tore machen werde, wenn ich fit bin", sagte Gomez mit breiter Brust nach Abpfiff zu "LIGA total!"299829(DIASHOW: Der 8. Spieltag)

Dann bemühte der 25-Jährige, der unter der Woche auch im Länderspiel gegen Kasachstan getroffen hatte, sogar höhere Mächte.

"Liebe Grüße nach Chile"

"Ich möchte viele liebe Grüße nach Chile senden", sagte Gomez.

"Einer der ersten, der gerettet wurde, war Mario Gomez", erklärte der Stürmer:

"Als ich davon mitbekommen habe, habe ich gewusst, dass es gegen Hannover sehr gut funktionieren wird. Das musste Schicksal sein, das konnte kein Zufall sein."

Sieg mit befreiender Wirkung

So misslich wie die Lage der über Wochen verschütteten Bergarbeiter in Chile war die Situation der Bayern nicht, dennoch dürfte der Sieg der Notelf für große Erleichtung sorgen.

"Ich hoffe, dass das ein Signal ist", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger.

Ohne elf verletzte Spieler war der Rekordmeister gegen die Niedersachsen zum Siegen verdammt, um den Abstand zur Tabellenspitze nicht noch größer werden zu lassen.

"Es freut mich riesig für ihn"

Trainer Louis van Gaal hatte im Vorfeld der Partie gehofft, dass die Reservisten ihre Chance nutzen würden. Und die Spieler aus der zweiten Reihe taten ihm den Gefallen, allen voran Gomez.

"Er hat seine Position sehr gut gespielt und drei wunderbare Tore gemacht", lobte van Gaal seinen Matchwinner.

Auch die Mitspieler zeigten sich erleichtert. "Es freut mich riesig für ihn, dass es geklappt hat", sagte Danijel Pranjic zu SPORT1.

"Jetzt bin ich plötzlich wieder mitten drin, das genieße ich", freute sich Gomez.

Gomez für nächste Spiele gesetzt

Für die nächsten Spiele der Münchner dürfte der Angreifer, der vor zwei Jahren für 35 Millionen aus Stuttgart kam, gesetzt sein.

Miroslav Klose setzt ein Muskelfaserriss außer Gefecht, Ivica Olic laboriert an einem Nasenbeinbruch.

Der Kroate könnte zwar mit Maske am Dienstag in der Champions League gegen den rumänischen Meister CFR Cluj auflaufen, doch van Gaal schenkte Gomez schon jetzt das Vertrauen.

"Einen Stürmer, der drei Tore gemacht hat, werde ich nicht wechseln", kündigte der Niederländer an. Einen Gomez in Form kann der Coach gerade im Moment gut gebrauchen.

"Er kann sehr wichtig sein für uns in den kommenden Wochen", sagte van Gaal, der ohne die nach wie vor zahlreichen Verletzten sieben Spiele in den kommenden drei Wochen bestreiten muss.

Sieben Partien in drei Wochen stehen an

Schon am nächsten Freitag steht für die Bayern das Bundesliga-Spiel beim Hamburger SV an, wenige Tage später empfängt der Rekordmeister Werder Bremen zum DFB-Pokal-Knaller.

"Ich hoffe, dass das Selbstvertrauen gebracht hat, wir haben wichtige Wochen vor der Brust. Wichtig ist es, jetzt da weiter zu machen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Da dürfte auch die Erkenntnis beruhigend sein, dass die übrigen Spieler aus der zweiten Reihe wie Anatoliy Tymoshchuk, Hamit Altintop und Pranjic gute Leistungen zeigten.

Lob für Schweinsteiger

Und auch Bastian Schweinsteiger konnte nach seiner Verletzung in der zweiten Halbzeit wieder mitwirken und ernte gleich ein Lob vom Trainer.

"Nach dem Wechsel von Schweinsteiger haben wir uns verbessert und waren wieder Chef auf dem Platz, Schweinsteiger war Chef auf dem Platz", sagte van Gaal.

Dennoch stehen die Zeichen beim Rekordmeister nicht auf Entwarnung. "Das war nur ein erster Schritt. Aber es kommen noch viele", sagte Ersatzkapitän Philipp Lahm.

Und auch Gomez bemerkte, dass die Münchner in der Tabelle immer noch "miserabel" platziert seien.

Pinto verletzt

Andere Probleme hatten die Gäste aus Hannover nach der zweiten Niederlage in Folge.

Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka trat über weite Strecken mutlos auf und verlor auch noch Sergio Pinto, der sich vermutlich eine Bänderverletzung zugezogen hat.

"Die Bayern haben unseren ersten Fehler gnadenlos ausgenutzt", ärgerte sich Trainer Mirko Slomka und gab Schiedsrichter Marco Fritz eine Teilschuld.

Gomez habe vor seinem zweiten Tor "eindeutig Hand" gespielt, bemerkte er.

Erstes Tor nach 245 Tagen

Dem Bayern-Stürmer dürfte das ziemlich egal sein. Zum ersten Mal erzielte er mehr in der Bundesliga mehr als einen Trefffer für die Bayern, es war überhaupt der erste Liga-Treffer für ihn seit 245 Tagen.

Dass der Knoten nun geplatzt zu sein scheint, dürften so ziemlich alle mitbekommen haben.

Vielleicht sogar der Namensvetter in Chile.

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