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Juan Arango wechselte 2009 von RCD Mallorca nach Gladbach © imago

Doppel-Rot und übler Tritt: Bei der Borussia brechen nach der Hoffenheim-Pleite alle Dämme. Frontzeck sucht die Schuld beim Referee.

Sinsheim - Nach dem nächsten Tiefschlag für Borussia Mönchengladbach platzte Trainer Michael Frontzeck der Kragen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich will nicht rumjammern, aber wenn Felix Magath von fehlender Lobby spricht, dann kann ich eine ganze DVD von Szenen erstellen, die alle gegen uns gepfiffen wurden", echauffierte sich der Coach nach der 2:3 (1:0)-Niederlage bei 1899 Hoffenheim über Schiedsrichter Michael Weiner.

"Ich bin zu 100 Prozent sicher, dass etwa der Zweikampf beim 1:2 bei uns abgepfiffen worden wäre", schimpfte Frontzeck weiter.299829(DIASHOW: Der 8. Spieltag)

Zwei Rote Karten gegen Juan Arango und Sebastian Schachten, dazu eine umstrittene Szene vor dem 1:2 - im Gladbacher Lager war der Schuldige dafür schnell ausgemacht.

Defensivspieler Tobias Levels stieß ins gleiche Horn.

"Meiner Meinung nach hat beim Schiedsrichter das Fingerspitzengefühl gefehlt. Beim Stand von 1:2 und Elfmeter gegen uns eine Rote Karte zu zeigen, war völlig überzogen. Mit zwei Mann weniger ist es in der Bundesliga unmöglich, noch etwas zu gewinnen", so Levels weiter.

Das Gezeter war allerdings unangemessen, hatten sich die Gladbacher die Niederlage doch größtenteils selbst zuzuschreiben.

Böses Nachtreten von Arango

Beim Gegentreffer zum 1:1 stellte sich die Borussia-Hintermannschaft geradezu amateurhaft an, und die Rote Karte gegen Arango ließ keine zwei Meinungen zu.

Am Boden liegend trat der Gladbacher Sejad Salihovic in den Genitalbereich und ließ Weiner gar keine Wahl, eine andere Entscheidung zu treffen.

Mindestens vier Wochen wird Arango den Gladbachern fehlen. Sportlich ein schmerzhafter Verlust, da Frontzeck ohnehin verletzungsbedingt einige Ausfälle zu beklagen hat.

"Eine dumme Aktion von ihm, ohne wenn und aber", sagte Frontzeck immerhin dazu - und kündigte ein Gespräch an: "Wir werden in aller Ruhe drüber reden."

Auch der Platzverweis gegen Sebastian Schachten (81.) wegen einer Notbremse war nur konsequent, nachdem der Referee schon auf den Elfmeterpunkt gezeigt hatte.

Sechs Punkte aus acht Spielen

So stand unter dem Strich das sechste Spiel ohne Sieg für den fünfmaligen Deutschen Meister.

Mit sechs Punkten aus acht Spielen finden sich die Gladbacher wieder einmal tief im Tabellenkeller wieder.

Die fehlenden Punkte und die Personalnot sorgten am Sonntagabend dann auch dafür, dass Frontzeck zwischenzeitlich die nackte Angst vor dem Abstieg packte.

"Wir müssen unbedingt drin bleiben. Das wissen wir. Aber es wird eine ganz komplizierte Saison, denn die Liga ist ausgeglichen wie selten zuvor", sagte Frontzeck, für den die Luft nach nur sechs Punkten aus acht Spielen reichlich dünn wird.

Es wird eng

Sportdirektor Max Eberl verwies auf die Jugendabteilung der Gladbacher: "Wir haben gute Jungs hintendran", so Eberl: "Aber das ist natürlich keine schöne Situation. Wir müssen uns an die eigene Nase packen und da zusammen wieder rauskommen."

Und so dürften sich die Hoffnungen auf ein ruhiges Jahr einmal mehr zerschlagen.

Hoffenheim beendet Negativserie

Hoffenheim durfte indes aufatmen. Die Kraichgauer beendeten ihre Negativserie von zuvor vier Spielen in Folge ohne Sieg und rückten auf den vierten Platz vor.

"So, wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, konnten wir nicht weiterspielen", sagte Trainer Ralf Rangnick.

Und weiter: "Das war Angsthasen-Fußball, nur quer, quer und zurück. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr Risiko gezeigt, nach vorne gespielt und uns auch Torchancen erarbeitet."

Boris Vukcevic ergänzte: "Das war wieder Hoffenheimer Fußball. Schade, dass wir immer erst in Rückstand geraten müssen, um so einen Fußball zu spielen."

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