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Michael Meier (l.) und Zvonimir Soldo stehen mit Köln mit fünf Punkten auf Platz 17 © imago

Beim FC geht es drunter und drüber. Manager Meier und Trainer Soldo kritisieren sich gegenseitig. Ex-Trainer Daum fordert Realitätssinn.

München - Der 1. FC Köln steckt im Abstiegskampf, Lukas Podolski schießt gegen die Führung, Trainer Zvonimir Soldo und Manager Michael Meier kritisieren sich gegenseitig und der Präsident weilt im Urlaub.

Die Situation in der Domstadt könnte kaum schlimmer sein. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Krisensitzung am Donnerstag

Am Donnerstag steht eine Krisensitzung mit Präsident Wolfgang Overath an, der am Mittwoch aus dem Allgäu zurückkehrt.

Gut möglich, dass die nächste Partie in Hannover am Samstag für Soldo und Meier zum Schicksalsspiel wird.

Daum fordert Realitätssinn

Christoph Daum, der von 1986 bis 1990 und von 2006 bis 2009 die Kölner trainierte, fordert bei SPORT1 "Realitätssinn einzubringen".

Man dürfe nicht erzählen, "die Zuschauer hätten etwas Besseres verdient. Die Situation ist die, dass es in den nächsten zwei, drei Jahren rein um den Klassenerhalt geht", sagte der 57-Jährige. 299829(DIASHOW: Der 8. Spieltag)

Welten zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Nicht nur der Kölner Anhang träumt jedoch seit jeher von besseren Zeiten und Spielen im Europacup.

In dieser Saison sollte ein neuer Anlauf genommen werden, doch wie so oft in den vergangenen Jahren klaffen Welten zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Die Mannschaft zeigt sich auf dem Platz verunsichert, neben dem Platz sorgen ausgerechnet die beiden Hauptverantwortlichen für Unruhe.

[kaltura id="0_4xdozn8w" class="full_size" title="Soldo unter Druck"]

Meier: Soldo "kein Medienfuchs"

"Wer spielt, entscheide immer noch ich", hatte Soldo klargestellt, als Meier versucht hatte, sich in die Torwartfrage einzumischen.

"Unsere Außendarstellung ist zum Weglaufen", erklärte Meier daraufhin im "Express" und bescheinigte Soldo obendrein "kein Medienfuchs" zu sein.

Etwas mehr Zurückhaltung wäre angebracht, zumal Overath erst vor kurzem eine neue "Leitkultur" für den FC ausgerufen hatte, die alle Beteiligten zu mehr Identifikation und Bescheidenheit verpflichten sollte.

Stevens: "Besser die Klappe gehalten"

Doch davon scheinen Mannschaft und Verantwortliche im Moment weit enfernt zu sein.

Erst wurde Torwart Faryd Mondragon nach einer Reise zur Nationalmannschaft degradiert, dann sorgte der Kolumbianer für einen Eklat, als er das Teamhotel verließ.

Für Wirbel sorgte auch Podolski mit seiner in einem Interview geäußerten Kritik an der Vereinsführung.

Von seinem früheren Trainer Huub Stevens wurde der Stürmer dafür hart kritisiert.

"Durch seine Äußerungen, im Abstiegsfall den Klub verlassen, hat Lukas Podolski plötzlich neue Unruhe in die Mannschaft gebracht", erklärte Stevens in seiner SPORT1-Kolumne: "Auf Kölsch gesagt: Hätte er mal besser seine Klappe gehalten."

Gespräch angekündigt

Meier kündigte bereits ein Gespräch mit dem Nationalspieler an, der bei den Fans nach wie vor unumstrittener Liebling ist. "Wir werden mit ihm über seine Aussagen sprechen. Er muss mir da einiges erklären", sagte der Manager.

Sollte es dazu kommen, wäre es angeblich das erste Gespräch zwischen den beiden seit Monaten.

Vor der letzten Saison hatte sich die Kölner finanziell arg strecken müssen, um Podolski aus München zurückzuholen.

"Podolski ist am Zug, etwas zurückzugeben"

Zum erhofften Aufschwung der "Geißböcke" konnte er bisher aber nicht entscheidend beitragen.

"Podolski ist am Zug, etwas zurückzugeben", fordert daher Daum, der glaubt, dass der Verein künftig eine andere Linie mit "jüngeren Spielern und Eigengewächsen" einschlagen werde.

Daum: Overath muss Zeichen setzen

Zunächst einmal müsse aber die aktuelle Krise überwunden werden. Es sei nun an Overath, den Verein wieder auf eine gemeinsame Linie einzuschwören.

"Was die Aufgaben des Präsidenten anbelangt, wäre es dringend notwendig, dass er ein ganz klares Zeichen setzt", fordert Daum.

"Entsprechende Ruhe" benötigt

"Er wird die Leute an einen Tisch holen. Er wird ein klares Bekenntnis dazu abgeben, dass es nur um den Klassenerhalt geht, dass der Trainer überhaupt nicht zur Disposition steht", vermutet Daum und ergänzt: "Das würde ich mir für den 1. FC Köln wünschen."

Alle Beteiligten müssten nun "die entsprechende Ruhe an den Tag legen?, so Daum, "dann könne auch diese schwierige Situation erfolgreich gemeistert werden".

Ruhe ist allerdings etwas, das beim 1. FC Köln schon seit Jahren vergeblich gesucht wird.

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