vergrößernverkleinern
Thomas Doll absolvierte als Spieler 102 Partien in der Bundesliga © getty

Das Spiel gegen Hannover könnte für Soldo zum Endspiel werden. Angeblich verhandelt der FC schon mit dem Nachfolge-Kandidaten.

Von Daniel Rathjen

München - Vorhang auf für den nächsten Akt im Theater beim 1. FC Köln!

Das Spiel am Samstag bei Hannover 96 wird für Trainer Zvonimir Soldo offenbar zum Schicksalsspiel (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Verlieren die Geißböcke erneut, könnten die Bosse die Reißleine ziehen und ihn entlassen.

Sein Nachfolger soll schon parat stehen: Hinter Soldos Rücken haben die Kölner angeblich Kontakt zu Thomas Doll aufgenommen.

"Ich bin kein Zauberer. Glauben Sie aber nicht, dass wir hier untätig rumsitzen", sagte Michael Meier vieldeutig in der "Bild".

Am Dienstag eilte der FC-Manager, der ebenfalls unter Druck steht, von Sitzung zu Sitzung und stand SPORT1 nicht für ein Statement zur Verfügung.

Probleme hat der Verein derzeit genug. Der Zoff um Lukas Podolski ist noch nicht ausgestanden, die Posse um Keeper Faryd Mondragon hält an und der Sturz auf den vorletzten Tabellenplatz schmerzt.

Übliche Mechanismen

"Intern greifen unsere Mechanismen noch. Die Mannschaft ist intakt", behauptet Meier im "Express".

Zu den üblichen Mechanismen des Fußballgeschäfts gehört bekanntlich auch das Feuern eines Trainers, wenn es nicht läuft.

Soldo ist schon längst nicht mehr unumstritten. Sein Kredit bei den Fans ist gering. Lobende Worte - unter anderem von Podolski - helfen wenig, wenn die Siege ausbleiben.

Neuer Impuls benötigt

"Es gibt keinen Grund, jetzt die Nerven zu verlieren. Außerdem: Wer garantiert mir, dass ein neuer Trainer es besser macht", fragt Meier zwar.

Doch ist ihm ebenso bewusst, dass der FC dringend einen neuen Impuls im Kampf gegen den Abstieg braucht.

[kaltura id="0_4xdozn8w" class="full_size" title="Soldo unter Druck"]

Dass bei diesen Voraussetzungen über einen Mann wie Doll nachgedacht wird, ist nicht vollkommen abwegig.

Den Hamburger SV führte der Motivator 2004 nach einem katastrophalen Saisonstart über den UI-Cup in den UEFA-Cup und wurde Dritter in der Liga.

Im Frühjahr 2007 rettete der Coach dann Borussia Dortmund vor dem Abstieg und zog mit dem Verein in der Saison darauf ins Pokalfinale ein.

Kontakt zu Doll

Seit Sonntag ist der 44-Jährige wieder auf dem Markt, nachdem er in der Türkei bei Genclerbirgili Ankara geschasst wurde.

Mit Freunden soll er schon über das Interesse der Kölner gesprochen haben.

Möglich, dass das Thema bei einer geplanten Krisensitzung im Geißbockheim auf den Tisch kommt.

Dann mischt auch wieder Präsident Wolfgang Overath mit, der sich noch bis Mittwoch mit seiner Familie im Urlaub im Allgäu befindet.

Klarheit in Kürze

Auf dem Laufenden ist er so oder so. "Wir führen Telefonate, denn jeder von uns weiß, wie ernst die Lage ist", bemerkte Vize-Präsident Jürgen Glowacz im "Kölner Stadtanzeiger".

Er fügte an: "Wir machen uns Sorgen über einige Dinge, die im Klub passieren."

Am Donnerstag wolle sich der Vorstand detailliert zu den Vorgängen der vergangenen Tage äußern.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel