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Arne Friedrich hat bislang lediglich 90 Spielminuten für Wolfsburg absolviert © getty

Arne Friedrich spricht im SPORT1-Interview über das wahre Potenzial des VfL Wolfsburg und den Grund, warum er nicht ins Ausland ging.

Von Martin Volkmar

München - Im Dezember will Arne Friedrich wieder angreifen.

Derzeit schuftet der Nationalspieler in Berlin für sein Comeback nach der Bandscheiben-OP.

Bei der WM in Südafrika glänzte der 31-Jährige noch in der Innenverteidigung der DFB-Elf, zählte zu den besten Defensiv-Akteuren des Turniers.

Doch dann warf ihn die schwere Rückenverletzung weit zurück.

Statt bei seinem neuen Klub VfL Wolfsburg durchzustarten, muss Friedrich seit Saisonbeginn untätig zusehen, wie die Niedersachsen ihre Defensivprobleme nicht in den Griff bekommen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Umso intensiver arbeitet der Ex-Kapitän von Hertha BSC an seiner baldigen Rückkehr.

Im Interview mit SPORT1zeigt sich Friedrich zuversichtlich, auch was das Potenzial der "Wölfe" betrifft.

SPORT1: Herr Friedrich, von Ihnen war nach Ihrer Verletzung lange nichts zu hören. Wie geht es Ihnen momentan?

Arne Friedrich: Ich bin seit etwa zwei Wochen wieder im Training. Es läuft alles gut soweit, ich habe keine Probleme mehr. Ich mache wieder Krafttraining und gute Fortschritte. Das ist für mich natürlich sehr erfreulich.

SPORT1: Wie verläuft die Genesung nach Ihrer Bandscheiben-OP?

Friedrich: Bisher läuft alles wunderbar, ich kann mich nicht beklagen.

SPORT1: Wann rechnen Sie mit Ihrem Comeback?

Friedrich: Mein Ziel ist es, im Dezember wieder zu spielen. Aber natürlich müssen wir erst einmal die Entwicklung abwarten, ob das so reibungslos weitergeht.

SPORT1: Die Hinrunde haben Sie also noch nicht abgehakt?

Friedrich: Nein, auf keinen Fall. Ich möchte schon gerne noch ein oder zwei Spiele machen.

SPORT1: Wie groß war der Frust über die Zwangspause?

Friedrich: Natürlich waren die ersten Wochen recht anstrengend, weil ich anfangs nur liegen konnte. Aber ich habe es akzeptiert, man kann es sowieso nicht ändern. Ich bin ja nun auch schon seit sieben Wochen raus. Doch jetzt bin ich auf dem Weg der Besserung und darauf konzentriere ich mich.

SPORT1: Der Schock der Verletzung ist also überstanden?

Friedrich: Einen Schock hatte ich eigentlich nie. Am Anfang war es natürlich sehr ärgerlich. Aber ich habe das schnell verarbeitet und jetzt ist mein Blick nur nach vorne gerichtet.

SPORT1: Ist die Integration ins neue Team aufgrund der langen Pause ein Problem?

Friedrich: Ich wurde in der Mannschaft sofort super aufgenommen und habe ja auch schon in der ersten Runde im DFB-Pokal gespielt. Charakterlich ist das Team einwandfrei. Die sportlichen Dinge müssen sich natürlich finden, denn ich habe ja noch nicht viele Trainingseinheiten mitmachen können.

SPORT1: Kurz bevor Ihr Wechsel zum VfL Wolfsburg bekannt wurde, waren auch Teams wie der FC Everton und andere Klubs aus dem Ausland interessiert. Warum haben Sie sich dagegen entschieden?

Friedrich: Ich hatte schon vor der WM eine Einigung mit dem VfL erzielt. Die Vereine hatten sich noch nicht komplett geeinigt, deswegen hat sich die offizielle Bekanntgabe verzögert. Ich war aber mit Wolfsburg klar, deswegen gab es damals keine weiteren Überlegungen.

SPORT1: Warum Wolfsburg?

Friedrich: Erste Kontakte gab es schon vor längerer Zeit. Wolfsburg ist für mich eine Mannschaft mit sehr viel Potenzial. Auch was das wirtschaftliche angeht. Der Verein hat sehr viel investiert und einige hochkarätige Spieler geholt. Das muss sich erstmal einspielen. Aber wenn wir gut arbeiten, dann können wir mit dem VfL mittelfristig ganz oben mitmischen. Das war mein Ziel, deswegen bin ich nach Wolfsburg gegangen.

SPORT1: Was ist mit dem VfL in der Liga möglich?

Friedrich: Fakt ist, dass das Potenzial definitiv größer ist als der derzeitige Tabellenplatz. Aber gerade in diesem Jahr sieht man, dass in der Bundesliga jeder gegen jeden gewinnen kann. Wir dürfen trotzdem solche Spiele wie gegen Leverkusen in Zukunft nicht mehr aus der Hand geben. Das ist uns in dieser Saison schon zum zweiten Mal passiert. Das sind unnötige und dumme Punktverluste. An diesen Dingen müssen wir natürlich arbeiten, denn wir wollen ja weiter nach oben kommen.

SPORT1: Sie sind nun 31 Jahre. Ist Wolfsburg das letzte Kapitel in Ihrer Profikarriere?

Friedrich: Ich habe einen Zweijahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr unterschrieben. Danach wird man weitersehen. So weit nach vorne will ich noch gar nicht blicken. Erstmal sehen, in wieweit mein Körper mitmacht. Ich habe eigentlich vorher nie große Probleme gehabt, deswegen hoffe ich, dass ich noch lange spielen kann.

SPORT1: Haben Sie Angst, dass Sie nach der Pause nicht wieder an die alte Form anknüpfen können?

Friedrich: Nein. Ich gehe schwer davon aus, meine Form wieder zu finden. Da habe ich keine Bedenken.

SPORT1: Den Maßstab haben Sie mit Ihrer starken WM aber sehr hoch gesetzt.

Friedrich: Ich weiß, was ich kann. Bei der WM konnte ich dies endlich einmal ausspielen, und zwar auf der Position, auf der ich meine Vorzüge sehe. Da mache ich mir keine Sorgen, weil ich weiß, dass ich wiederkommen und mit Sicherheit in dieser Saison noch einige Spiele machen werde.

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