vergrößernverkleinern
Mit Boxer Felix Sturm (l.) verbindet Bayern-Stürmer Lukas Podolski eine dicke Freundschaft © getty

Trubel an der Säbener Straße: Lukas Podolski erscheint übermüdet zum Training, Super-Talent Toni Kroos könnte im Winter gehen.

Von Daniel Rathjen

München - Mit einer Nacht- und Nebelaktion hat Lukas Podolski erneut für Schlagzeilen gesorgt.

Zugleich schmälert er dadurch den positiven Eindruck seiner überzeugenden Leistung in der zweiten Halbzeit gegen Arminia Bielefeld (3:1).

Dort hatte er erst frustriert auf der Bank gesessen, ehe er dann mit einer Vorlage und einem Strafstoß-Treffer zum Matchwinner geworden war.

Doch nach dem Spiel "flüchtete" der 23-Jährige dann plötzlich nach Oberhausen.

627 Kilometer zu Felix Sturm

627 Kilometer von der Allianz Arena entfernt boxte Felix Sturm - "Poldi" saß in der Loge und schaute sich den Kampf seines Kumpels gegen Sebastian Sylvester an.

Gegen 23.30 Uhr winkte Sturm den Bayern-Stürmer zum Jubeln in den Ring. Der ließ sich nicht lange bitten, gemeinsam lachten sie in die Kameras.

Verblüffter "Klinsi"

Bayern-Coach Jürgen Klinsmann wird am TV verblüfft gewesen sein, als er seinen Schützling erblickte - denn: abgesprochen war die Tour nicht.

Laut "Express" genoss Podolski danach bis 1 Uhr im VIP-Raum die anschließende Feier und posierte mit jedem Fan, der ein Foto von ihm wollte.

"Ich habe noch gewartet, bis Felix von der Doping-Konrolle kam. Dann haben wir uns noch nett unterhalten", sagte "Poldi".

Rückreise in der Nacht

Erst gegen 1.30 macht er sich - chauffiert von einer Security-Firma - auf den langen Weg zurück nach München.

Um 10 Uhr stand Podolski zwar pünktlich zum Auslaufen an der Säbener Straße parat, müde dürfte er jedoch allemal gewesen sein.

Während viele seiner Kollegen im Hinblick auf das wichtige Champions-League-Match beim AC Florenz am Mittwoch einfach nur regeneriert haben dürften, schleppt der Angreifer nun auch noch ein Schlafdefizit mit sich herum.

Droht jetzt Ärger?

"Das ist meine Freizeit, da können wir machen, was wir wollen", rechtfertigte sich der prominente Box-Fan in der "Bild".

Gut möglich, dass man das beim Rekordmeister etwas anders sieht und dem "Sorgenkind" auch deutlich zu verstehen geben wird. Gerade bei Podolski, dem von Klinsmann und Co. immer wieder zu wenig Einsatz im Training vorgeworfen wurde, sind die Verantwortlichen äußerst sensibel.

Oder ist dem Nationalspieler sein Standing etwa schon egal, weil er ohnehin den Verein im Winter verlassen möchte?

"Ich war sauer"

"Als ich erfahren habe, dass ich gegen Bielefeld nicht von Beginn an spiele, war ich sauer. Jeder kann doch wohl nachvollziehen, dass ich mir jetzt Gedanken mache", hatte er in Bezug auf einen Transfer betont.

Alle Anzeichen deuten darauf hin: Podolski hat mit dem FC Bayern abgeschlossen.

Auch Uli Hoeneß, der ihn lange protegierte, scheint mittlerweile den Glauben an den starken Linksfuß verloren zu haben.

Immer nur Köln

"Für ihn gibt es nur Köln, Köln Köln. Er träumt von Köln Tag und Nacht", sagte der Manager, dem mehrere Angebote für den Stürmer vorliegen, im "kicker".

Wer die Bayern kennt, weiß, dass längst die Suche nach einem weiteren Stürmer auf Hochtouren läuft. Ist ein Transfer machbar, steht der Rückkehr von Podolski zum FC nur noch die Höhe der Ablöse im Weg.

Es ist auch kein Geheimnis, dass Mario Gomez auf der Liste der Bayern-Wunschkandidaten ganz oben prangt.

Kroos könnte gehen

Doch wird ihn der VfB Stuttgart voraussichtlich erst am Ende der Saison verkaufen. Es sei denn, auch die Schwaben finden umgehend Ersatz. Mit Kevin Kuranyi (Schalke 04) wurde bereits Kontakt aufgenommen.

Vielleicht gibt es aber auch eine Art des "Entgegenkommens" des FC Bayern.

Der Meister ist nach "kicker"-Informationen nämlich bereit, Toni Kroos auszuleihen, damit der 18-Jährige mehr Spielpraxis bekommt.

Transfer-Roulette im Winter?

Bei Bayern passt das Super-Talent (noch) nicht ins Konzept, bei Stuttgart, wo Jan Simak und Yildiray Bastürk die hohen Erwartungen bislang nicht erfüllten, zum Beispiel schon.

Der U-21-Nationalspieler und sein Umfeld hoffen darauf, dass er seine Stärken endlich regelmäßig unter Beweis stellen kann.

Die Tendenz ist da: Im Winter kommt offenbar mächtig Bewegung ins Transferkarussell.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel