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Mario Gomez erzielte bislang 76 Treffer bei 157 Einsätzen in der Bundesliga. © imago

Vor der Saison wollte Mario Gomez nach Liverpool, doch momentan läuft es. Gegen den Hamburger SV ist er wieder gesetzt.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Er hat wieder Lust auf den FC Bayern.

Mario Gomez hat einen Neuanfang in München hinter sich.

Weil Miroslav Klose und Ivica Olic verletzt sind, steht er seit drei Spielen in der Startformation (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Auch im Nord-Süd-Schlager gegen den Hamburger SV wird er beginnen (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

Gegen Dortmund war er noch leer ausgegangen, dann sorgte der 25-Jährige mit drei Toren gegen Hannover für Furore, ehe er gegen Cluj noch einen Glückstreffer nachlegte.

Die Anerkennung für den 30-Millionen-Mann bei den Fans und innerhalb des Teams steigt wieder.

Dabei wollte er sich vor der Saison noch zum FC Liverpool verleihen lassen, weil er sich nicht mit dem Status des Ergänzungsspielers zufrieden geben wollte, den er bei Trainer Louis van Gaal aber hat.

Immerhin gab es von van Gaal jetzt schon mal ein Teil-Lob. "Wenn er die Tore macht, bin ich zufrieden", sagte der Coach.

Im SPORT1-Interview spricht Gomez über die immer noch schwierige Situation und das Duell mit dem HSV.

SPORT1: Herr Gomez, der Auftritt gegen Cluj war kein Augenschmaus. Kann der FC Bayern nicht besser spielen?

Mario Gomez: Wir können sicherlich besser spielen. Aber in unserer Situation ist es erstmal wichtig, dass wir die Spiele gewinnen, uns das Glück zurückholen - wie gegen Cluj. In der Champions League haben wir mit neun Punkten nun eine hervorragende Ausgangslage.

SPORT1: Inwiefern können Sie diesen Schwung jetzt mit in die Bundesliga nehmen?

Gomez: Liga und Champions League sind schon zwei Paar Stiefel. Aber wir können die Aufgabe in Hamburg nun etwas optimistischer angehen. Das ist wichtig. Vor einer Woche wäre das noch anders gewesen. Es wird eine sehr schwierige Herausforderung gegen den HSV. Aber wir spielen voll auf Sieg und wollen gewinnen.

SPORT1: Wie sehr besorgt Sie der Zehn-Punkte-Rückstand?

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Gomez: Das Hauptthema für uns ist vor allem, dass wir nicht auf die anderen schauen wollen, sondern wirklich nur auf uns. Klar, der Rückstand ist sehr groß. Aber es bringt nichts, von Woche zu Woche zu schauen, wie viel Abstand es noch bis zur Spitze ist. Wenn wir unsere Partien gewinnen, wird die Tabellenführung irgendwann so nah sein, dass wir es packen können. Dass es ein weiter Weg wird, ist uns klar.

SPORT1: Der HSV ist Dritter, Bayern Zehnter: Wer ist der Favorit?

Gomez: Schwierig zu sagen. Beide Teams wollen den Sieg. Die Hamburger haben noch den Heimvorteil auf ihrer Seite. Es wird auf jeden Fall ein heißes Duell.

SPORT1: Kommt Ihnen die etwas offensive Spielweise des HSV vielleicht entgegen?

Gomez: Lassen wir uns überraschen. Gegen uns spielen die Mannschaften immer etwas anders, als man es erwartet. Der Trainer wird uns schon die richtige Marschroute mit auf den Weg geben.

[kaltura id="0_9l1m91r4" class="full_size" title="FC Bayern in gewohnter Manier"]

SPORT1: Für Sie läuft es derzeit optimal. Vier Tore in zwei Spielen sprechen für sich...

Gomez: Ja, klar. Ich darf spielen und mache viele Tore. Das ist ein Lauf. Aber ich weiß auch, dass der Treffer gegen Cluj eher glücklich war. Es ist ein schönes Gefühl. Ich genieße es und werde jetzt nicht nachlassen.

SPORT1: Dennoch bleibt Ihr Job als alleiniger Mittelstürmer schwierig. Oft haben Sie zwei Gegenspieler gegen sich.

Gomez: Richtig, es ist nicht einfach. Doch ich werde mich nicht beschweren, ich bin froh, dass ich spielen darf.

SPORT1: Sie spielen nur von Anfang an, weil Klose und Olic verletzt sind. Wie konkret war Ihr Wechselwunsch vor der Saison?

Gomez: Ich hatte vor der Saison ein Gespräch mit Louis van Gaal, in dem er mir gesagt hatte, dass er andere bevorzugen wird. Danach habe ich mir überlegt, es ist vielleicht besser, wenn ich wechsele. Dahin, wo ich gesetzt bin und mir das Selbstvertrauen zurückholen kann.

SPORT1: Aber der Vorstand wollte Sie nicht ziehen lassen...

Gomez: Ja, die erste Reaktion auf meinen Wechselwunsch war, dass sie gesagt haben: Du sollst bleiben. Deshalb bin ich geblieben.

SPORT1: Wie schwer ist es, sich das Vertrauen von van Gaal zu verdienen?

Gomez: Sehr schwer. Aber jetzt spiele ich, mache die Tore und wir gewinnen. Da gibt es keinen Grund, negativ zu sein.

SPORT1: Er freut sich zwar für Sie, aber öffentlich den Rücken stärkt er Ihnen nicht. Nehmen Sie das so an?

Gomez: Ich nehme das schon seit anderthalb Jahren an und werde das auch in Zukunft tun. Ich verstehe ihn sogar etwas: Jeder Trainer hat 20 Spieler zur Verfügung, jeder will spielen, er muss eine Entscheidung treffen. Es ist immer schöner, wenn du spielst, deshalb gebe ich im Training und Spiel weiter Gas und hoffe, dass es so weitergeht wie momentan.

SPORT1: Ist Ihr Selbstvertrauen vollkommen zurück?

Gomez: Ja, aber das war es auch schon vor dem Hannover-Spiel. Für mich ist einfach wichtig, dass ich weiter von Beginn an spiele.

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