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Faryd Mondragon kam 2007 von Galatasaray zu den "Geißböcken" © getty

Trainer-Debatte, Podolski-Kritik, Mondragon-Eklat - der 1. FC Köln verliert sich derzeit auf vielen Nebenkriegsschauplätzen.

Von Stefan Missy

München - Der 1. FC Köln steckt in der Krise - und das nicht nur sportlich.

Während die Mannschaft nach acht Spieltagen nur auf dem vorletzten Platz steht, wächst im Umfeld des Vereins schon seit Wochen die Unruhe.

Medienberichten zufolge kann sich Trainer Zvonimir Soldo wohl nur mit einem Sieg im Schicksalsspiel bei Hannover 96 vor der drohenden Entlassung retten.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zu Wochenbeginn schien mit Thomas Doll sogar schon der Nachfolger des 42-Jährigen parat zu stehen - auch wenn Manager Michael Meier die angeblichen Gespräche mit dem Coach von Genclerbirligi dementierte.

Krisengipfel per Telefon

Die Klubspitze will von einer Krise sowieso nichts wissen und gab dem Kroaten nach einer Telefon-Konferenz mit dem aus dem Urlaub zurückgekehrten Präsidenten Wolfgang Overath am Donnerstag erneut Rückendeckung.

"Wir haben vollstes Vertrauen in die handelnden Personen. Wir haben eine schwierige Situation zu lösen, aus der wir als Verein nur gemeinsam rauskommen. Wichtig ist, dass wir alle geschlossen dastehen", teilte der Verein mit.

Soldo weiß ohnehin selber, das dieLage angespannt ist.

"Druck hast du immer, wenn die Punkte fehlen. Die Situation ist nicht einfach, aber damit musst du als Trainer leben", kommentierte Soldo die Situation.

"Für mich zählt jetzt nur die Vorbereitung auf das Spiel in Hannover."

[kaltura id="0_qrwoxbym" class="full_size" title="K ln hofft auf Einheit und Ruhe "]

Zu viele Nebenkriegsschauplätze

Die Kölner müssten sich nun auf das "Wesentliche" konzentrieren. Und damit fangen im Prinzip die Probleme an.

Da wäre Lukas Podolski, der vor Wochenfrist lautstark die Strategie der Vereinsführung monierte und dann auf dem Platz durch Provokationen auffiel.

Dazu kommt die Debatte um Keeper Faryd Mondragon.

Ärger um Mondragon

Der Kolumbianer kehrte im zarten Alter von 39 Jahren in die Nationalmannschaft zurück und ging mit dieser auch gleich mal auf USA-Reise.

Soldo war davon natürlich wenig begeistert, weshalb der "Oldie" für das Spiel gegen Borussia Dortmund (1:2) - offiziell wegen des Jetlags - nicht berücksichtigt wurde und daraufhin kurz vor dem Spiel aus dem Teamhotel "flüchtete".

Die bisherige Krönung dieses Possenspiels war dann der kuriose Auftritt des Südamerikaners beim Pressegespräch im Klubheim.

Kurioser Auftritt des Keepers

Dort kündigte Mondragon an, keinerlei Fragen zu beantworten, stattdessen wollte er "nur eine Erklärung für die Fans abgeben, um die ganzen Lügen aufzuklären".

Dann lederte der Schlussmann los.

Im Kern drehte sich der Rundumschlag um die vermeintlich respektlose Kritik an seinem späten Nationalelfcomeback, nach der "Mondy" sich fühlte, "als ob man mir ein Messer in den Rücken gestochen hätte".

Dass die Medien zum Geschäft gehören, weiß natürlich auch Mondragon - und bemühte ein mehr als prominentes Beispiel:

"So ist das im Leben, auch Jesus Christus wurde hinterhältig enttäuscht und verraten. Es werden Sachen geschrieben, ohne dass ich etwas dazu sagen kann."

Vorstand ist gefordert

Und so nimmt die Außendarstellung der "Geißböcke" immer groteskere Züge an. Stellt sich die Frage, was die FC-Führung nun dagegen unternimmt.

Denn die Verantwortlichen scheinen den Ernst der Lage nicht zu sehen.

"Unabhängig davon, dass wir alle mit der momentanen sportlichen Situation nicht zufrieden sind, gibt es eine Reihe von positiven Signalen, die uns zuversichtlich stimmen", hieß es in der Mitteilung.

"Deswegen, so unser Eindruck, ist die Außenwahrnehmung eine andere als die von innen."

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