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Weniger torreich ging es im Hinrundenspiel 2010 zu. Das 0:0 war nicht unbedingt etwas für die Annalen...
Mario Gomez (l.) spielt seine zweite Saison für den Rekordmeister © getty

In einem enttäuschenden Nord-Süd-Klassiker trifft keine Mannschaften ins Tor. Pitroipa hat den Sieg auf dem Fuß, Rost muss raus.

Hamburg - Die angekündigte Aufholjagd von Rekordmeister Bayern München wurde schon im Ansatz gestoppt, und der Hamburger SV verpasste den Anschluss an die Spitze.

Das enttäuschende 0:0 im Nord-Süd-Klassiker hatte keinen Sieger verdient, nutzte keinem der beiden Traditionsvereine und sorgte für ein zufriedenes Lächeln bei der Konkurrenz.

Die ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Louis van Gaal bleibt mit zwölf Punkten weiterhin im Mittelfeld hängen.

Am Sonntag könnte der Rückstand auf die führenden Klubs Borussia Dortmund und FSV Mainz 05 bereits auf zwölf Zähler anwachsen 302768(DIASHOW: Der 9. Spieltag).

Der HSV verpasste mit jetzt 15 Punkten den möglichen Sprung auf Platz drei (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Lahm fordert Punkte

"Wir wollten eigentlich drei Punkte mitnehmen. Aber der HSV hatte am Ende die Chance auf den Sieg. Da muss man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein", sagte Kapitän Philipp Lahm und forderte mit Blick auf die Tabelle: "Noch ist alles möglich. Aber wir müssen jetzt mal Punkte holen."

HSV-Kapitän Heiko Westermann trauerte vor allem der Chance von Pitroipa nach: "Es ist bitter, dass er das Tor nicht gemacht hat. Wir hatten die besseren Chancen, aber ansonsten war es ein ausgeglichenes Spiel. Ein Punkt ist besser als keiner."

Pitroipa hat Sieg auf dem Fuß

Die größte Gelegenheit zum Siegtor vergab in der seit Wochen mit 57.000 Zuschauern ausverkauften Arena Hamburgs Jonathan Pitroipa, der nach einem Alleingang den Pfosten traf (81.).

Zum 91. Mal standen sich der HSV und die Bayern in der Bundesliga bereits gegenüber, selten aber stand bereits so früh in der Saison so viel auf dem Spiel.

Vor allem für die Münchner, die durch ihren verkorksten Saisonstart schon gehörig unter Druck standen.

"Es wäre wahnsinnig wichtig, in Hamburg nicht zu verlieren", hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß nach zwei Auswärtsniederlagen gesagt.

Bayern zu Beginn nervös

Hamburgs Mittelfeld-Ass Ze Roberto wollte seinerseits unbedingt einen Sieg gegen seinen Ex-Klub einfahren: "Das Spiel ist ganz wichtig. Wir wollen im Meisterschaftsrennen bleiben und es den Bayern verderben."

Insbesondere die Gäste wirkten in der Anfangsphase nervös.

Den Bayern-Spielern unterliefen zahlreiche technische Fehler, und es fehlte die Passgenauigkeit.

So bestimmte der HSV in der ersten Viertelstunde klar das Geschehen, ohne zu großen Torgelegenheiten zu kommen.

Die beste Chance hatte Paolo Guerrero, der nach einem Fehler von Jubilar Philipp Lahm (200. Bundesligaspiel) aus 16 Metern zum Schuss kam, aber verzog.

Rost muss runter

Die erste Aufregung gab es dann in der 15. Minute.

Zunächst parierte Frank Rost erstklassig den ersten Münchner Torschuss von Thomas Müller gerade noch mit den Fingerspitzen.

Unmittelbar danach musste der HSV-Keeper nach einem Zusammenprall mit Bastian Schweinsteiger lange am Knie behandelt werden, konnte aber zunächst weiterspielen.

In der 42. Minute war dann für Rost aber doch vorzeitig Schluss. Neuzugang Jaroslav Drobny kam so zu seinem Bundesliga-Debüt für die Hanseaten.

"Es ist angeschwollen. Wir gehen davon aus, dass Frank Rost sich einen Bänderriss zugezogen hat", sagte HSV-Trainer Armin Veh nach der Partie. "Mir ist aber bei der Qualität von Drobny alles andere als bange."

"Schweini" wurde in der Folge von den HSV-Fans bei jeder Ballberührung ausgepfiffen.

Chancen auf beiden Seiten

Nach dem Zusammenprall wurde es auf dem Platz emotional, insbesondere nachdem Joris Mathijsen Mario Gomez am Spielfeldrand in die Bande einer TV-Kamera geschubst hatte.

Die zweikampfstarken Gäste kamen nun besser ins Spiel und hatten durch Gomez (19.) eine weitere gute Torchance.

Der HSV hatte seine erste klare Möglichkeit in der 30. Minute, als Pitroipa im Münchner Strafraum auftauchte.

Sein Pass auf den freistehenden Ruud van Nistelrooy konnte Danijel Pranjic aber im letzten Moment abblocken.

Wirbel um Guerrero

Auch der zweite Durchgang wurde zunächst von der Taktik bestimmt.

Beide Teams wollten auf jeden Fall Fehler vermeiden und agierten ohne das letzte Risiko. Chancen gab es so vor allem durch Fernschüsse.

Marcell Jansen (52.) verpasste dabei ebenso das Tor wie Lahm (54.). Pitroipa verstolperte eine aussichtsreiche Situation in der 56. Minute.

In der 61. Minute brachte HSV-Trainer Armin Veh dann den zuletzt verletzten Mladen Petric für Guerrero, der bei den HSV-Heimsiegen in den beiden vergangenen Jahren jeweils den 1:0-Siegtreffer erzielt hatte.

Seine Auswechslung nahm Guerrero frustriert hin, verständnislos blickte er Richtung Seitenrand, um dann wutentbrannt in die Kabine zu stapfen.

Veh war stocksauer und kündigte eine Geldstrafe an: "Das ist kindisch. Er ist ein Kind, muss ich sagen - das geht nicht. Ich kann nicht so vom Spielfeld. Egal, ob ich gerecht oder ungerechnet ausgewechselt werde - so verhalte ich mich nicht."

HSV kommt, Bayern kontert

Eine Hamburger Schlussoffensive blieb aber auch mit Petric aus.

Die Münchner verteidigten aufmerksam und suchten gelegentlich ihre Chance bei Kontern, wirkten dabei aber wenig entschlossen.

Der aufmerksame Kapitän Heiko Westermann und der stets gefährlich wirkende van Nistelrooy, der in der 71. Minute angeschlagen ausgetauscht wurde, ragten beim HSV heraus.

Bei den Gästen gefielen die Innenverteidiger Holger Badstuber und Anatoly Timoschtschuk am besten.

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