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Die Schalker haben nur eins von neun Ligaspielen gewonnen © getty

Der zarte Schalker Aufschwung scheint nach dem glücklichen Punkt in Frankfurt dahin. Magath wähnt sein Team körperlich nicht fit.

Von Christian Stüwe

München - Letztlich war es ein Ex-Schalker, der die Knappen in Frankfurt vor Schlimmerem bewahrte.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Angriff auf Angriff rollte in der zweiten Halbzeit auf das Tor von Manuel Neuer, in der 68. Minute legte schließlich Patrick Ochs von rechts quer auf Halil Altintop, der am langen Pfosten ziemlich frei stand. 302768(DIASHOW: Der 9. Spieltag)

Die Fans der Hessen hatten den Torschrei schon auf den Lippen, doch der Türke jagte den Ball aus kurzer Distanz in Richtung Tribüne.

So blieb es beim 0:0, die Schalker nahmen einen sehr schmeichelhaften Punkt aus der Mainmetropole mit. Das einzig Positive aus königsblauer Sicht an diesem Nachmittag.

"Ich kann nur lachen, weil wir glücklich einen Punkt mitgenommen haben", erklärte Trainer Felix Magath: "Die Eintracht war in der zweiten Halbzeit die klar bessere Mannschaft. Wir mussten viel, viel zittern."

0:10 Torschüsse in der zweiten Hälfte

Besonders schlimm dürfte aus Schalker Sicht wiegen, dass der zarte Aufschwung, der sich am Mittwoch beim Champions-League-Spiel gegen Hapoel Tel Aviv angedeutet hatte, dahin zu sein scheint.

"In der Champions League spielen wir sehr guten Fußball, in Frankfurt hatten wir keinen Torschuss in der zweiten Halbzeit. Das spricht für sich", wunderte sich Jermaine Jones, der bei seiner Rückkehr von den heimischen Fans über 90 Minuten ausgepfiffen wurde.

Die Schalker präsentierten sich mutlos und ließen sich von der Eintracht vor allem in der zweiten Hälfte komplett den Schneid abkaufen, 0:10 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache.

"Wir haben keine einzige Chance in der zweiten Halbzeit gehabt. Wenn wir verloren hätten, dürften wir uns auch nicht beschweren", sagte der ratlose Neuer.

Auch Magath ärgerte sich über die Defensivleistung seiner Mannschaft.

"Hinten haben wir uns mehr schlecht als recht gewehrt. Ich kann nicht zufrieden sein mit dem Spiel", erklärte der Trainer.

Magath fordert Dreier gegen Leverkusen

Der erhoffte Befreiungsschlag blieb aus, mit sechs Punkten bleiben die Schalker im Tabellenkeller.

"Ich gucke momentan nicht auf die Tabelle", erklärte Magath: "Es ist wichtig, dass wir da unten wegkommen. Es ist dringend nötig, dass wir im nächsten Spiel drei Punkte machen."

Gegen Bayer Leverkusen dürfte dies keine einfache Aufgabe werden.

Zusätzliche Trainingseinheiten

Offenbar stehen den Schalker Spielern anstrengende Tage bevor. Der ohnehin nicht als zimperlich bekannte Magath kündigte eine härtere Gangart an.

"Vielleicht war es das falsche Signal, am Donnerstag nicht trainieren zu lassen", sagte der 57-Jährige: "Künftig wird auch am Tag nach den Spielen trainiert."

Abwehrchef Christoph Metzelder vermutete bereits, dass es in absehbarer Zeit wohl "keine freien Tage" mehr geben werden.

Den laschen Auftritt seiner Mannschaft begründete Magath auch damit, dass sein Team der Doppelbelastung mit den europäischen Spielen anscheinend nicht gewachsen sei.

Körperlich nicht fit?

"Wir haben gesehen, dass wir uns nach einem Champions-League-Spiel sehr schwer tun, weil wir da sehr viel investieren. Dem müssen wir Rechnung tragen und die Punkte vorher holen", sagte der Trainer.

Er habe nicht gedacht, dass seine Mannschaft körperlich solche Probleme habe, sagte Magath, der in den kommenden Wochen wohl wieder die Medizinbälle rausholen wird.

Immerhin, einen positiven Aspekt konnte der Trainer dem Auftritt in Frankfurt abgewinnen.

"Wir haben erstmals zu null gespielt, wenn auch mit etwas Glück. Das ist ein Schritt nach vorne", erklärte der Coach.

Ochs vermisst das "Quäntchen Glück"

Dies war allerdings auch ein Verdienst der Eintracht.

Zwar freute sich Trainer Michael Skibbe über "eine der besten Leistungen, seitdem ich hier Trainer bin", doch die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig.

"Normalerweise hätten wir gewinnen müssen", sagte Ochs, der vor dem berühmten "Quäntchen Glück" sprach, dass der Eintracht gefehlt habe.

Vor allem natürlich bei Altintop, der auch zuletzt in den Länderspielen mit der Türkei beste Chancen nicht nutzen konnte.

Treffsicher nach Abpfiff

"Man kann das nicht erklären", orakelte der Stürmer: "So was passiert einfach. Im Moment klappt es einfach nicht mit dem Toreschießen, aber ich bin sicher, dass das bald wieder klappt."

Und zumindest nach Abpfiff bewies der ansonsten stark spielende Altintop Treffsicherheit.

"Man hat gesehen, dass bei Schalke vieles noch nicht funktioniert", analysierte er die Situation bei seinem Ex-Klub punktgenau.

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