Nach Zvonimir Soldos Entlassung sind beim 1. FC Köln nun die Bosse gefordert. Auch Gladbach muss schnell die Kurve kriegen.

Für Zvonimir Soldo war es eine Niederlage zuviel. Einen Tag nach dem blamablen 1:2 in Hannover hat der 1. FC Köln den Kroaten als Trainer entlassen. (302768DIASHOW: Der 9. Spieltag)

"Vorstand und Geschäftsführung des 1. FC Köln haben die Entscheidung gemeinsam nach einer eingehenden Analyse getroffen", hieß es in der Pressemitteilung der "Geißböcke".

Dass Soldos Entlassung zuvor bereits als perfekt vermeldet worden war und es danach hieß, die Trennung sei noch nicht vollzogen, passt dabei zum Chaos, das in den vergangenen Tagen in Köln geherrscht hat.

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"Unsere Außendarstellung ist zum Weglaufen", hatte Manager Michael Meier unter der Woche eingeräumt. Dem ist nichts hinzuzufügen.

"Wir haben vollstes Vertrauen in die handelnden Personen", hatten die Vorstandsmitglieder des FC noch am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung verkündet - allerdings mit dem Zusatz: "Das Spiel gegen Hannover ist für uns alle ein ganz wichtiges und steht für uns im Vordergrund."

Oder anders ausgedrückt: Noch eine Pleite, und Soldo ist weg vom Fenster.

Nach dem blutleeren Auftritt in Hannover, der dritten Niederlage in Folge, betätigten die Kölner Klubgranden den im Geschäft üblichen Mechanismus und zogen die Notbremse.

U-23-Coach Frank Schaefer soll es bis zur Verpflichtung eines neuen Trainers richten. Der zuletzt in der Türkei entlassene Thomas Doll wird als Nachfolger gehandelt.

Wer auch immer den Posten übernimmt - es wird eine schwere Aufgabe. Denn abgesehen von den Heimspielen gegen St. Pauli, Hoffenheim und Dortmund blieb die Kölner Mannschaft bisher den Nachweis ihrer Bundesligatauglichkeit schuldig.

Für die Zusammenstellung des Kaders war aber nicht allein Soldo zuständig. Manager Michael Meier muss sich fragen, ob die von ihm getätigten Transfers dem Verein Nutzen gebracht haben.

Die Querelen der letzten Wochen, der Wirbel um ein kritisches Interview von Lukas Podolski eingeschlossen, haben das ohnehin schon ramponierte Image des 1. FC Köln weiter beschmutzt.

Vor allem an Meier und Präsident Wolfgang Overath ist es nun, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen.

Nach dem 8. Spieltag steht der erste Bundesligameister dort, wo er momentan auch hingehört: am Tabellenende.

Beim rheinischen Rivalen in Mönchengladbach ist die Situation kaum besser. Mit sechs Punkten rutschte die Borussia auf Platz 17 ab.

"Wir sind da, wo wir nicht hinwollten", meinte Trainer Frontzeck nach dem 1:4 gegen Bremen.

Der Druck auf Frontzeck wächst, doch die Verantwortlichen strahlen - zumindest nach außen hin - Ruhe aus. Man werde die Situation intern besprechen, verkündete Vize-Präsident Rainer Bonhof.

Frontzeck und sein Trainerteam diskutierten nach dem Spiel noch mit Gladbacher Anhängern in der Nordkurve. "Die Fans wollten wissen, was los ist", erklärte Frontzeck.

Die Antwort ist klar: Wenn Gladbach und Köln nicht schnell die Kurve kriegen, ist nächstes Jahr Zweite Liga los.

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