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Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Uli Hoeneß wurden 1974/75 erstmals zusammen Meister © getty

Karl-Heinz Rummenigge verteidigt den FCB trotz des 0:0 in Hamburg. Der FCB-Vorstandsboss attackiert die DFL und kritisiert BVB-Chef Watzke.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Faktenlage macht nicht wirklich Mut. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der FC Bayern stellt mit acht Treffern weiterhin den schwächsten Sturm der Bundesliga und Tabellenplatz elf ist für die erfolgsverwöhnten Münchner auch keinen Grund zum Jubeln.

Karl-Heinz Rummenigge interpretiert die Bilanz indes auf seine Weise.

Das 0:0 in Hamburg? Ein Fortschritt, schließlich habe man dort "zuletzt zweimal in Bestbesetzung 0:1 verloren".

Kein Grund zur Kritik

Auch dass Ex-Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld den aktuellen Cheftrainer Louis van Gaal kritisiert, lässt den FCB-Vorstandsboss kalt.

Hitzfeld hatte bemängelt, Toni Kroos und Thomas Müller spielten auf den falschen Positionen. 302768(DIASHOW: Der 9. Spieltag)

"Ich bin mit der Arbeit von Louis van Gaal total zufrieden, es gibt keinen Ansatz der Kritik", sagte Rummenigge der "Bild am Sonntag".

Schlechte Prognose für Ribery

Dabei haben die Münchner in der Champions League gegen Cluj durchaus glücklich gewonnen, und auch in Hamburg gab es kaum gute Ideen zu sehen.

Zu allem Überfluss scheint nun auch Franck Ribery später ins Team zurückzukehren als geplant.

Der Heilungsprozess beim FCB-Edeltechniker verzögert sich, er könnte somit sieben statt wie ursprünglich gedacht vier Wochen fehlen.

Ersatzmänner machen Hoffnung

Doch Rummenigge meint: "Ich bin zuversichtlich, dass wir jetzt ins Rollen kommen."

Seine Hoffnung beruht auf der ansteigenden Formkurve von Hamit Altintop, Andreas Ott und Anatoliy Tymoshchuk. Und außerdem: "Gomez kommt."

"Abstand bis zur Winterpause verkürzen"

"Es gibt keinen Grund, Valium zu nehmen, um sich selbst zu beruhigen", behauptet Rummenigge selbstbewusst.

Doch vom Projekt Herbstmeisterschaft hat sich der Bayern-Boss schon lange verabschiedet. Das Ziel müsse es nun sein, "den Abstand bis zur Winterpause auf fünf, sechs Punkte zu minimieren".

Beginn einer Aufholjagd?

Gegner wie der SC Freiburg, Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Nürnberg an den nächsten Spieltagen kämen dem Rekordmeister in Normalform gerade recht.

Doch angesichts der langen Verletztenliste, inklusive Kapitän Mark van Bommel, Ribery und Arjen Robben, scheinen selbst diese Hürden für die Bayern hoch.

Hoeneß: "Keine riesigen Investitionen"

Uli Hoeneß blickt den Tatsachen deshalb ins Auge: "Mit dieser Mannschaft kann man keine Serie starten", sagte der Bayern-Präsident. Man spiele am Limit.

Dennoch will Hoeneß nur unter Umständen in die Kriegskasse greifen, um auf dem Transfermarkt zuzuschlagen.

"Man kann sicher sein, dass der FC Bayern im Winter keine riesigen Investitionen vornimmt. Wenn ein rechter oder linker Verteidiger auf dem Markt ist, der Bayern wirklich weiterhilft, wird der Vorstand sicher darüber nachdenken", sagte Hoeneß dem "Münchner Merkur".

Ärger über Spielansetzungen

Die Bayern-Profis müssen sich sowieso vorerst am eigenen Schopf aus der misslichen Lage befreien.

Und als ganz besonders gemeine Gabe hat das Los den Roten im DFB-Pokal keinen Geringeren als den Nordrivalen Werder Bremen (Di., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) zugedacht.

Rummenigge ärgert sich daher über die Spielansetzung der DFL.

"Dienstag Champions League und Freitag Bundesliga. Da hätte man auch zum Beispiel Freiburg gegen Kaiserslautern spielen lassen können. Nächste Woche ist das wieder so: Dienstag gegen Bremen im Pokal, Freitag gegen Freiburg", schimpft er.

Und er führt aus, dass die Bayern in der Hinrunde neunmal am Freitag, am Samstag um 18.30 Uhr oder am Sonntag ranmüssen.

Kritik an BVB-Boss Watzke

Zugleich greift Rummenigge den Dortmunder Geschäftsführer Joachim Watzke an. Der forderte mehr TV-Gelder für Traditionsteams.

"Ich finde die Forderung von Herrn Watzke respektlos", sagt Rummenigge und lästert:

"Leverkusen zum Beispiel hat mit seinen internationalen Punkten mehr für die Bundesliga getan als Dortmund."

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