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Bei seinem zweiten Einsatz für den BVB schoss Antonio da Silva sein erstes Tor © getty

Der BVB bejubelt seinen Joker Antonio da Silva, 1899 Hoffenheim ärgert der späte Ausgleich - und beide hadern mit dem Referee.

Dortmund - Antonio da Silva genoss den besonderen Moment in vollen Zügen.

Die Fans in der Südkurve feierten den Joker lautstark und wollten ihn am liebsten gar nicht mehr in die Kabine lassen.

Mit einem sehenswerten Freistoß in der Nachspielzeit hatte der Brasilianer Borussia Dortmund vor der zweiten Saisonniederlage bewahrt 302768(DIASHOW: Der 9. Spieltag).

Aus 18 Metern zirkelte da Silva den Ball zum 1:1 (0:1) gegen 1899 Hoffenheim ins Tor und rettete der Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp zumindest einen Zähler. Allerdings verpassten die Westfalen den achten Sieg in Serie. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Klopp zieht den Hut

Dabei hatten zunächst alle damit gerechnet, dass Nuri Sahin den Freistoß treten würde.

Der Türke überließ aber Joker da Silva den Ball. "Ich ziehe den Hut vor Sahin, dass er Toni den Ball überlassen hat", freute sich Trainer Jürgen Klopp nach Abpfiff.

Zu diesem Zeitpunkt wussten die Borussen noch nicht, dass sie die Tabellenführung an Mainz verlieren würden, die das späte Spiel mit 2:0 in Leverkusen gewannen.

Doch die Freude über den späten Punktgewinn überwog.

Torschütze vom Abstellgleis

"Ich habe den Ball geküsst. Das war unsere letzte Chance. Zum Glück habe ich sie genutzt", sagte der Torschütze, der eigentlich schon auf dem Abstellgleis gelandet war.

Beim Zweitligisten Karlsruher SC hatte er keine Zukunft mehr.

"Die Erleichterung ist groß"

Da er BVB-Trainer Jürgen Klopp aus gemeinsamen Zeiten in Mainz kannte, durfte er im Sommer mit ins Trainingslager fahren, wo er überzeugen konnte.

Jetzt besitzt er einen Vertrag bis Saisonende und machte nicht nur seinen Trainer glücklich.

"Die Erleichterung ist groß. Was wir in der zweiten Halbzeit geleistet haben, war unglaublich", sagte Klopp.

Sahin verschießt Elfmeter

Es war allerdings nicht der Tag von Nuri Sahin, der in der ersten Hälfte mit einem Handelfmeter am Hoffenheimer Torwart Tom Starke gescheitert war.

Zunächst hatte Sahin sicher verwandelt, doch Schiedsrichter Wolfgang Stark ließ den Elfmeter wiederholen und Starke entschied das Duell für sich.

"Ich bin der Meinung, dass mir da ein Tor gestohlen wurde", klagte der Mittelfeldspieler danach bei "LIGA Total!".

Lucas Barrios soll zu früh in den Strafraum gelaufen sein. Klopp brachte die Entscheidung auf die Palme.

"Das ist wahnsinnig"

"Das ist ja wahnsinnig, lächerlich", schimpfte Klopp: "Das ist an Ungerechtigkeit kaum mehr zu überbieten."

Nicht die einzige Szene, die Klopp anders bewertete als der Unparteiische Stark.

"Es war eine witzige Entscheidung, als Neven Subotic im Strafraum umgehauen wird und der Schiedsrichter auf Abseits von Mats Hummels entscheidet", sagte Klopp: "Dementsprechend können die Hoffenheimer sich nicht beschweren, dass wir kurz vor Schluss einen fragwürdigen Freistoß bekommen."

Rangnick ärgert sich

Dieser wiederum sorgte bei Klopps Gegenüber Ralf Rangnick für großen Ärger.

"Ich habe keine Lust, das ganze Spiel Revue passieren zu lassen. Denn es reduziert sich für uns auf die 92. Minute. Es war ein Foul an Obasi und nicht von Obasi. Diese Entscheidung hat Dortmund den Ausgleich und einen Punkt beschert. Für uns fühlt sich das an wie eine Niederlage", schimpfte Rangnick.

"Für mich lag Foulspiel vom Hoffenheimer Spieler vor, sonst hätte ich keinen Freistoß gepfiffen. Für mich war das von der Wahrnehmung auf dem Platz nicht regelkonform", sagte Schiedsrichter Stark

Der Unparteiische räumte seinen Fehler ein: "Wenn man das jetzt so sieht, hat Hoffenheim den Ball gespielt - dann hätte das Spiel weiterlaufen müssen."

Salihovic fliegt nach Spielschluss

Zu allem Überfluss sah auch noch Sejad Salihovic wegen heftigen Protestierens nach dem Schlusspfiff die Gelb-Rote Karte.

"Momentan fühlt sich das ganze wie eine 0:5-Niederlage an", erklärte Torwart Starke, der aber vermutete, dass sich die Aufregung bald ein wenig legen wird.

"Mit ein wenig Abstand können wir den Punktgewinn heute bestimmt genießen, jetzt ist das nicht der Fall", sagte er.

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