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Der VfB Stuttgart bejubelt seinen zweiten Saisonsieg - und verlässt das Tabellenende © getty

Nach dem glücklichen 2:0-Erfolg über Aufstieger St. Pauli ist die Erleichterung beim VfB groß. Sportchef Bobic bremt die Euphorie.

Stuttgart - Bilder können manchmal Bände sprechen.

Und so war den Spielern des VfB Stuttgart die Erleichterung nach dem 2:0-Erfolg über den FC St. Pauli geradezu ins Gesicht geschrieben 302768(DIASHOW: Der 9. Spieltag).

Der zweite Saisonsieg löste die Verkrampfung der vergangenen Wochen, nach dem Schlusspfiff feierte die Mannschaft des neuen Trainers Jens Keller mit den Fans und Maskottchen "Fritzle" in der Kurve.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Bilder der Vergangenheit wollte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic gleich verdrängen. In den vergangenen beiden Spielzeiten hatte sich der VfB jeweils in der Vorrunde von seinem Trainer getrennt und war danach so richtig in Schwung gekommen.

Nun ist Keller am Werk, und prompt haben die Schwaben die Abstiegsplätze verlassen. Wird jetzt alles gut - wie immer?

Bobic hebt den Zeigefinger

Bobic schüttelte energisch den Kopf: "Es bringt nichts zu sagen, es wird schon wieder."

Auch Bobic hatte nach dem glücklichen Sieg mit einem "guten Gefühl" auf die Tabelle geschaut, die den VfB zunächst auf Platz 14 ausweist.

"Aber von Erleichterung zu reden, ist fehl am Platz", betonte der Sportdirektor. Wenn jetzt einer sage, es gehe schnurstracks in Richtung erste Tabellenhälfte, "ist er größenwahnsinnig".

Denn wer die Tabelle richtig lese, sagte Bobic, der müsse vielmehr feststellen, "dass wir schon noch hinten drinhängen".

VfB anfangs verunsichert

Dass unter Keller ein Aufwärtstrend erkennbar ist, lässt sich jedoch nicht bezweifeln. "Erstmal bin ich froh, dass wir gewonnen haben. Man hat gesehen, dass wir unter Druck standen", sagte Keller, der damit nach drei Spielen als Chefcoach weiterhin ungeschlagen ist.

In einer zum Teil turbulenten Partie hatte Abwehrspieler Georg Niedermeier die Hausherren im Anschluss an eine Ecke in Führung geköpft (19.).

Mit Kampf und Willen zum Erfolg

Sicherheit gab das den Stuttgartern aber nicht. Doch mit Willen und etwas Glück reichte es zum Erfolg.

"Wir stehen unten in der Tabelle, da muss man kämpfen, und das haben wir getan", sagte Serdar Tasci, der in der 54. Minute den überfälligen Ausgleich der Gäste durch eine artistische Einlage verhindert hatte.

"Wir waren in der ersten Halbzeit teilweise viel zu hektisch. In der zweiten Halbzeit haben wir uns den Sieg mit unserem kämpferischen Einsatz verdient. Heute zählt nur der Dreier", meinte Keller.

Und so erlöste erst das 2:0 durch Zdravko Kuzmanovic (79.) den VfB.

St. Pauli hadert mit sich selbst

Auf der Gegenseite konnten die Hamburger trotz der Niederlage mit erhobenen Häuptern vom Platz gehen.

"Heute wäre sicherlich mehr für uns drin gewesen. Über die gesamten 90 Minuten hatten wir kleine Vorteile, machen aber leider kein Tor. Der VfB hat einfach seine Chancen besser genutzt, deswegen ist das Ergebnis sehr ärgerlich für uns", sagte Stürmer Marius Ebbers.

Stanislawski fordert mehr Aggressivität

Das sah sein Trainer ähnlich: "Wir haben heute einen guten FC St. Pauli gesehen. Wir haben sehr viele Sachen sehr gut gemacht. Leider haben sich die Jungs nicht belohnt", blieb Holger Stanislawski gewohnt gelassen.

"Was wir fußballerisch geboten haben, war sehr gut, darauf können wir aufbauen. Vielleicht müssen wir zukünftig bei Standards noch aggressiver verteidigen", erklärte der 41-Jährige.

Der Ex-Profi kennt das Geschäft und wähnt seine Mannschaft, die nun auf Rang zehn liegt, weiterhin auf gutem Weg: "Wir müssen nur ein bisschen an den Stellschrauben drehen."

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