Huub Stevens bewertet in seiner Kolumne die Entlassung von Soldo. Die Interimslösung findet er nicht ideal.

Hallo Fußball-Freunde,

Die Entwicklung in Köln war in den letzten Wochen sehr unglücklich. Mehrere Spieler haben in kürzester Zeit Kritik über die Medien geäußert. Das ist immer ein schlechtes Zeichen.

Dass am Ende der Trainer entlassen wird, ist der normale Lauf der Dinge.

Über die Gründe kann ich nur spekulieren - ich kann nicht hinter die Kulissen schauen.

Ich achte Zvonimir Soldo als Mensch und Führungsfigur. Er hatte schon als Spieler sehr großen Einfluss auf ein Team. Der FC wird sich bei seiner Verpflichtung nicht umsonst für Soldo entschieden haben.

Er ist allerdings ein Typ, der für die Öffentlichkeit nicht besonders offen wirkt. Das hat auch einen gewissen Charme, finde ich.

Ab und zu muss man aber einfach mal auf den Tisch hauen - in den Medien. Gerade in Köln. Das ist dort eine wichtige Qualität.

In Köln zu arbeiten ist viel schwerer als in Freiburg oder Mainz.

Als ich Trainer beim FC war, fand ich diese Aufgabe sehr reizvoll.

Mir hat natürlich geholfen, dass ich vorher in Berlin war - gerade im Umgang mit den Medien. Auch mit der Vereinsführung kam ich gut klar, denn ich habe immer meine Philosophie durchgezogen.

Man muss eben immer seine Augen und Ohren offen halten.

Im Endeffekt weiß aber doch jeder: Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, ist der Trainer das schwächste Glied.

Soldo wird sich trotzdem durchsetzen, weil er ein guter Trainer ist. Ihm fehlt lediglich die Erfahrung.

Jetzt übernimmt Frank Schaefer den Trainerposten. Den kenne ich noch aus meiner Zeit in Köln 2004/05. Schon damals war er Jugendtrainer.

Frank ist ein guter Junge, der eine eigene Meinung hat. Diese vertritt er auch. Allerdings glaube ich, dass er die Mannschaft in dieser Situation nicht leiten kann.

Auf lange Sicht ist das sicherlich keine Ideallösung - ein routinierter Trainer muss her.

Köln ist für jeden Trainer eine tolle Aufgabe. Der Verein hat unheimlich viel Qualität. Ich selbst habe aber Vertrag in Salzburg.

Mainz hat mich gestern überrascht.

Dass der FSV in Leverkusen gewinnt, war nun wirklich nicht zu erwarten.

Thomas Tuchel hat dabei ein goldenes Händchen bewiesen, als er den Torschützen Ivanschitz eingewechselt hat.

Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Sonntag, dann spielt Mainz gegen Dortmund.

Die 05er werden das Publikum hinter sich haben, der BVB seine Unbekümmertheit ins Spiel bringen.

Wenn beide Teams so auftreten wie in den letzten Wochen, wird das ein ganz tolles Fußballspiel.

Zum Schluss noch etwas zu den Bayern:

Das Spiel in Hamburg war enttäuschend. Die Erwartungen sind vor einem solchen Duell einfach immens hoch. Beide Mannschaften haben großartige Spieler in ihren Reihen, konnten diese Qualität aber nicht auf den Rasen bringen.

Das 0:0 ist für Bayern im Endeffekt gar nicht verkehrt. Der Rekordmeister ist im Moment in einer Situation, wo man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein muss.

Der FCB muss jetzt Ruhe bewahren und darf sich nicht darauf verlassen, dass alles besser wird, sobald einige verletzte Spieler zurückkommen.

Trotzdem ist Bayern München für mich nach wie vor Titelkandidat Nummer eins - auch mit zwölf Punkten Rückstand auf den Tabellenführer.

Bis bald,Euer Huub Stevens

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