vergrößernverkleinern
Der 1. FC Köln wäre Klaus Toppmöllers fünfte Trainerstation in der Bundesliga © getty

Nach SPORT1-Informationen soll es bis zum Wochenende eine Einigung geben. Damit dürfte es für Manager Meier schwer werden.

Von Martin Volkmar und Christian Ortlepp

München/Köln - In Köln herrschte am Dienstagmorgen wieder mal Chaos.

Schuld daran war diesmal allerdings nicht der heimische FC, sondern der Ausfall des kompletten Zugverkehrs aufgrund eines Streiks.

Beim Bundesliga-Schlusslicht dagegen sollen die Chaostage möglichst rasch der Vergangenheit angehören. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und der neue Mann, der den Verein aus dem Tabellenkeller holen soll, ist offenbar auch schon gefunden:

Nach SPORT1-Informationen verhandeln die FC-Bosse intensiv mit Klaus Toppmöller als Nachfolger für den entlassenen Zvonimir Soldo.

Einigung bis Ende der Woche

Schon Montag gab es ein Treffen, weitere sollen in Kürze folgen. Spätestens Ende der Woche soll mit dem ehemaligen Bundesliga-Coach eine Einigung erzielt werden.

Bis dahin wird Interimscoach Frank Schaefer die "Geißböcke" im DFB-Pokal-Spiel gegen 1860 München und am Samstag gegen den Hamburger SV betreuen.

"Da drücke ich Frank Schaefer die Daumen. Die beiden Spiele soll er erst mal gut machen, dann sehen wir weiter", sagte Toppmöller dem "Express".

"Bitte haben Sie Verständnis, dass ich ansonsten dazu gar nichts sagen möchte."

Vertrag bis Saisonende

Die FC-Bosse sollen dem Ex-Bundesligaprofi einen Vertrag bis Saisonende angeboten haben, gleichzeitig hat er angeblich ein Angebot aus Katar vorliegen.

Sein letztes Bundesliga-Engagement hatte Toppmöller beim kommenden Konkurrenten aus Hamburg, wo er am 17. Oktober 2004 nach dem Sturz auf dem letzten Tabellenplatz entlassen wurde.

[kaltura id="0_jr472dcz" class="full_size" title="So lief Soldos Rauswurf"]

Von 2006 bis 2008 arbeitete der 59-Jährige als georgischer Nationaltrainer. Danach scheiterten Verhandlungen mit den Verbänden Nigerias und Kamerun.

Mit Bayer Leverkusen (2001 bis 2003) war "Toppi", der derzeit in seinem rheinland-pfälzischen Heimatort Rivenich weilt, deutscher Vizemeister geworden und ins Champions-League-Finale eingezogen.

Beim 1. FC Köln war Toppmöller schon mehrfach im Gespräch, zuletzt im Dezember 2005 nach der Entlassung von Uwe Rapolder. Doch der neue Manager Michael Meier zog den Schweizer Hans-Peter Latour vor, mit dem der Klub dann abstieg.

Schlechtes Verhältnis zu Manager Meier

Ohnehin gilt das Verhältnis zwischen Toppmöller und Meier als schlecht, so dass eine Einigung mit dem Trainer gleichbedeutend mit dem Rückzug des umstrittenen Managers sein könnte.

Als Kandidaten für die Nachfolge werden Ex-FC-Idol Toni Schumacher, Oliver Kreuzer (Sturm Graz), Jan Schindelmeiser und Stefan Reuter gehandelt.

Auch bei den möglichen Trainern ist die Liste lang, sollte der Deal mit Toppmöller scheitern. Genannt werden vor allem Hans Meyer, Lucien Favre sowie Franco Foda und Peter Pacult.

Unwahrscheinlich ist dagegen, dass Aushilfs-Coach Frank Schaefer zur Dauerlösung wird. Offenkundig haben Präsident Wolfgang Overath und seine Mitstreiter kein Vertrauen in solch eine "kölsche Lösung".

Schaefer mit besten Referenzen

Dabei hat der seit Dienstag 47-Jährige beste Referenzen: Gebürtiger Kölner, seit dem 10. Lebensjahr als Spieler und Trainer mit einer sechsjährigen Unterbrechung bei Bayer Leverkusen im Verein.

Zudem holte Schaefer mehrere Titel mit den Junioren-Teams des FC und brachte zahlreiche Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu den Profis, unter anderem Taner Yalcin und Lukas Podolski.

"Jetzt haben wir zwei Kölner", sagte "Poldi" zu der Übergangslösung mit Schaefer und seinem neuen Assistenten, Ex-Kapitän Dirk Lottner.

Ohne Geromel, Mondragon und Petit

"Der Verein ist in einer schwierigen Phase, aber ich möchte diese Aufgabe mutig und entschlossen angehen", sagte der bisherige U-23-Coach bei seiner Vorstellung.

Ungeachtet der Verhandlungen mit Toppmöller sieht sich Schaefer auch keineswegs als Notnagel. "Ich sehe mich nicht als Übergangstrainer", erklärte er der "Bild".

"Ich konzentriere mich jetzt auf die nächsten Tage. Das Standing eines Trainers ist sowieso immer nur so stark wie sein letztes Ergebnis."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel