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Michael Meier (l.) und Klaus Toppmöller sind nicht gut aufeinander zu sprechen © getty

Der FC verhandelt mit dem Ex-Leverkusener, doch der will nicht mit dem Manager zusammenarbeiten. Das gilt aber auch umgekehrt.

Von Martin Volkmar und Christian Ortlepp

München/Köln - Klaus Toppmöller bleibt weiter Kandidat auf die Nachfolge von Zvonimir Soldo als Trainer des 1. FC Köln.

Dies bestätigten SPORT1 gleich mehrere Quellen.

Der Bundesliga-Tabellenletzte konnte sich daher auch nicht zu einem offiziellen Dementi durchringen.

Lediglich auf "Facebook" gab es eine Aussage: "Klaus Toppmöller ist definitiv kein Thema beim FC."

Das aber stimmt nicht, vielmehr hat es bereits konkrete Gespräche gegeben.

Herzliche Abneigung seit Titelkampf 2002

Dabei hängt eine mögliches Engagement von Toppmöller, über das SPORT1 bereits am Montagabend berichtet hatte, wesentlich an der Zukunft von Michael Meier.

Der in der Kritik stehende FC-Manager will "Toppi" auf keinen Fall als neuen Coach, doch die Abneigung beruht auf Gegenseitigkeit.

Der Ex-Coach von Bayer Leverkusen ist dem damaligen Dortmunder Manager seit dem dramatisch verlorenen Meisterkampf 2002 in herzlicher Abneigung verbunden.

Meier hatte Toppmöller damals als "ein von Neid zerfressener Trainer" bezeichnet, der "ungehörig und sehr dumm" sei.

Dementsprechend hat der 59-Jährige die Entlassung Meiers als eine Bedingung genannt.

Zudem bereiten Toppmöller, dem auch ein Angebot aus Katar vorliegen soll, die hohen Kölner Schulden von mindestens 22 Millionen Euro Kopfschmerzen.

[kaltura id="0_jr472dcz" class="full_size" title="So lief Soldos Rauswurf"]

Meier schließt Rücktritt aus

Verantwortlich dafür ist Meier, der nicht nur deshalb massiv in der Kritik steht. Trotzdem schloss der 60-Jährige den von vielen geforderten Rückzug kategorisch aus.

"Ich denke nicht an Rücktritt", sagte er dem "Express". "Ich kämpfe hier weiter."

Noch hat er die Rückendeckung von FC-Präsident Wolfgang Overath - der ohne Meier allerdings auch keinen Sündenbock mehr hätte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Die Öffentlichkeit sieht nur Meier und seine Transfers. Ich denke, er hat seinen Job bisher ordentlich gemacht. Ein Rundumschlag war nicht angebracht", meinte der Weltmeister von 1974.

Neue sportliche Leitung eigentlich zu teuer

Overaths Problem ist, dass er sich angesichts der hohen Schulden keinen Rauswurf des bis 2014 gebundenen Managers sowie die teure Installierung eines neuen sportlichen Leiters leisten kann.

Im Prinzip gilt das auch für einen neuen (und guten) Trainer.

Daher sitzt Overath die Situation derzeit einfach aus und hofft auf einen Befreiungsschlag durch Interimscoach (und Billig-Lösung) Frank Schaefer sowie dessen Assistenten Dirk Lottner.

"Wenn es gut läuft und ein positiver Trend zu erkennen ist, werden wir sie behalten", erklärte der Vereinsboss.

Möglicherweise darf Schaefer auch nach dem Pokalspiel gegen 1860 und der Partie gegen den HSV am Samstag weiterarbeiten, ansonsten heißt die Frage: Toppmöller oder Meier.

Fällt sie gegen den Ex-Bundesligaprofi aus, wird der FC die Kontakte zu anderen Kandidaten intensivieren: Genannt werden unter anderem Hans Meyer, Lucien Favre sowie Franco Foda.

Andernfalls muss man einen neuen Manager finden.

Als Kandidaten werden derzeit Ex-FC-Idol Toni Schumacher, Oliver Kreuzer (Sturm Graz), Jan Schindelmeiser, Stefan Reuter und der beim DFB als Sportdirektor in seiner Macht beschnittene Matthias Sammer gehandelt.

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