Der Erfolg gegen Bremen eröffnet den Bayern beste Möglichkeiten, täuscht aber über Versäumnisse hinweg. Werder muss sich ärgern.

Die Bayern können tatsächlich noch alles gewinnen: DFB-Pokal, Champions League und Meisterschaft.

Sie können aber ebenso grandios in allen Wettbewerben scheitern.

Nach dem glücklichen 2:1-Sieg über Werder Bremen liest sich die Münchner Zwischenbilanz ziemlich zwiespältig.

Drei Siege, ein Unentschieden - die Ausbeute aus den jüngsten vier Spielen ist bestens, doch noch immer hapert es im Spiel des Rekordmeisters.

Und in der Bundesliga dümpelt man weiter auf Platz 11.

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Kapitän Mark van Bommel wird vermisst, die Magie von "Robbery", Arjen Robben und Franck Ribery, sowieso.

Die Bremer legten schonungslos sämtliche Lücken in der Bayern-Defensive offen.

Und trotz aller Laufbereitschaft: Anatoliy Tymoshchuk ist nun mal ausgebildeter Mittelfeldspieler und kein Innenverteidiger.

Doch Martin Demichelis bleibt in Louis van Gaals Überlegungen weiter außen vor: Zu stolz ist der FCB-Trainer, um zumindest einen kurzfristigen Burgfrieden zu schließen.

Immerhin können sich die Bayern nach dem Erfolg im Pokal voll auf die Bundesliga fokussieren. Freiburg, Gladbach und Nürnberg lauten die nächsten Gegner.

In der Champions League fehlt nur noch ein Punkt bis zur Achtelfinal-Qualifikation. Es darf international also weiter gerumpelt werden.

Die Hoffnung, dass es 2011 mit "Robbery" auf einen Schlag alles besser wird, ist jedoch trügerisch - wenn die Wackler in der Abwehr erhalten bleiben.

Um so ärgerlich für Werder, das in München nicht genutzt zu haben.

Der Sieg wurde an diesem Abend in der Allianz Arena so handlich gereicht wie sonst nur die Sektkelche in der VIP-Lounge.

Doch Marko Arnautovic versemmelte sämtliche Chancen. Sein Außenrist-Schuss nach starkem Alleingang wird ihm Trainer Thomas Schaaf wohl noch lange übel nehmen.

Und die Wut der Grün-Weißen auf Schiedsrichter Michael Weiner nach dem abgepfiffenen Tor von Sebastian Prödl ist ebenfalls nachvollziehbar.

Die Bremer bleiben so in ihrer Entwicklung stehen, da nützt auch die Bundesliga-Serie von vier Spielen ohne Niederlage nicht viel.

Und auch die Herthaner können sich vom Tabellenplatz 1 in der Zweiten Liga nichts kaufen.

Der Traum vom Finale im eigenen Stadion ist wegen Konzentrationsschwächen ausgeträumt. Mal wieder.

Gegen Drittligist Koblenz scheiterten die Berliner genauso wie Bundesligist Freiburg gegen das klassentiefere Team aus Cottbus.

"Die Liga zuerst", diese Parole gilt jetzt für all diese Teams - die siegreichen Bayern inbegriffen.

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