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Bastian Schweinsteiger gab sein Debüt am 13. November 2002 in der Champions League © getty

Der Mittelfeld-Mann ist Bayerns Lebensversicherung und hält teamintern eine Bestmarke. Sein Torriecher ist ihm nicht ganz geheuer.

Vom FC Bayern berichtetMathias Frohnapfel

München - Kleine Quizfrage: Wer sind die treffsichersten Torschütze dieser Saison beim FC Bayern?

Bastian Schweinsteiger führt gemeinsam mit Mario Gomez die Liste an, beide trafen wettbewerbsübergreifend fünfmal.

Der große Unterschied: Gomez ist hauptberuflich Stürmer, Schweinsteigers Hauptjob besteht darin, den Temposchalter im Bayern-Spiel zu bedienen.

Auf der Sechserposition im defensiven Mittelfeld muss er lenken, anschieben und bremsen - je nach Bedarf.

"Schweini" als Lebensversicherung

Und in letzter Zeit hat sich der 26-Jährige zu einer Art Lebensversicherung für den FC Bayern entwickelt.

Werder Bremen besiegte er beim 2:1-Erfolg im DFB-Pokal mit einem Doppelpack quasi im Alleingang. Auch in Basel war er zweimal erfolgreich und traf zudem gegen den VfL Wolfsburg. (304297DIASHOW: Die 2. Pokal-Runde)

"Eigentlich ist es ja meine Aufgabe, Tempo zu machen, Pässe zu spielen und das Spiel zu ordnen. Aber man muss sich auch nicht entschuldigen, wenn man zwei Tore macht", erklärte Schweinsteiger nach seinem starken Auftritt im Alles-oder-Nichts-Spiel gegen Werder.

"Er ist auch mein Kapitän"

Schweinsteiger springt derzeit in die Bresche, auch weil es anders nicht geht. Vor allem wegen der schlechtesten Chancenausbeute der Bundesliga liegen ja die Roten im Moment nur auf Rang 11.

In der vergangenen Saison gelangen Schweinsteiger in 49 Partien gerade mal drei Treffer.

[kaltura id="0_vksmdk7w" class="full_size" title="Bayern gl cklich nach Pokal Erfolg"]

Die gingen in einer langen Saison fast unter, so dass Trainer Louis van Gaal jetzt gar behauptete: "Im letzten Jahr hat er null Tore gemacht und war sehr enttäuscht. Aber jetzt sind seine Treffer viel wichtiger. Er ist auch mein Kapitän."

Lob von Nerlinger

Mit Lobeshymnen wird Schweinsteiger sowieso aktuell überhäuft.

Christian Nerlinger sprach gegenüberSPORT1 von einem "gewaltigen Sprung" - wichtigstes Merkmal: na klar, die Torquote.

"Er hatte letztes Jahr Pech im Abschluss und jetzt kommt zu seinen spielerischen Qualitäten auch noch der Torabschluss dazu."

Die Schlussfolgerung des Bayern-Managers: Er ordnet Schweinsteiger in die "absolute Weltklasse" ein.

Für immer Bayern?

Einem fußballerisch erlauchten Expertenkreis ist das nicht entgangen,

Die Trainer und Kapitäne der Nationalteams haben Schweinsteiger als einen von 25 Kandidaten für den Weltfußballer des Jahres vorgeschlagen.

Noch ein Grund für Nerlinger, ein genaues Auge auf den 2012 auslaufenden Vertrag von Schweinsteiger zu haben. Seine Idealvorstellung ist, den Mittelfeldmann "am besten die ganze Karriere" in München zu halten.

Anerkennung der Mitspieler

Auch Schweinsteigers Mitspieler wissen um seinen Wert und seine Weiterentwicklung in den vergangenen Jahren.

"Bastian ist eine große Persönlichkeit und er übernimmt Verantwortung, wenn es mal nicht so läuft", sagt etwa Keeper Jörg Butt anerkennend. (DATENCENTER: Die aktuelle DFB-Pokal-Runde)

So stark wie nie

Seit 1998 spielt Schweinsteiger für den FC Bayern, so wertvoll wie aktuell war er seit seinem Wechsel von der Flügelposition in die Mittelfeldzentrale noch nie.

Mit der Nationalelf spielte er eine starke WM - ohne die helfende Hand von Michael Ballack. Und im Moment vertritt er als Leitwolf Bayern-Kapitän Mark van Bommel.

Die Zeiten, als Uli Hoeneß darüber schimpfte, dass man Schweinsteiger wohl "zuviel Zucker in den Hintern geblasen" habe, sind lange vorbei.

Schweinsteiger bietet Scholl die Stirn

Stattdessen tritt der gebürtige Oberbayer auch in der Öffentlichkeit wie ein Diplomat im Sinne des FC Bayern auf.

Da bietet er im Notfall vor den TV-Kameras auch mal dem früheren Bayern-Idol Mehmet Scholl die Stirn wie am Dienstag. Ein Rückpass, erklärte er, gehöre im Notfall eben mit zum Spielsystem.

Das sei zumindest besser, als die "Bälle blind nach vorn" zu schlagen.

Schwache Chancen-Ausbeute

Mit genug Selbstkritik schaut er im Moment auch auf seine eigene Leistung und die des Bayern-Teams.

"Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht gut gespielt", meinte er nach dem Erfolg über Werder und fügte an:

"Wir spielen unsere Chancen nicht gut genug aus. Das ist das Manko in dieser Saison", krittelt er angesichts von bisher nur acht Bayern-Toren in der Bundesliga.

Denn trotz eigenem Torhungers den Titel als treffsicherster FCB-Schütze würde Schweinsteiger künftig nur allzu gerne wieder loswerden.

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