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Henrique (r.) stand auch bei Ajax Amsterdam auf der Wunschliste © getty

Leverkusens Erfolge bleiben auch in Spanien nicht unbemerkt. Auch in der Bundesliga sind die Profis der Werkself begehrt.

Von Michael Schulz

Leverkusen - Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Das erfahren die Verantwortlichen von Bundesligist Bayer Leverkusen derzeit am eigenen Leib.

Denn nach dem vierten 2:0-Erfolg in Folge blickt nicht nur die Ligakonkurrenz mit großem Interesse in Richtung des Tabellenzweiten.

Auch der FC Barcelona verfolgt das Geschehen bei der Werkself mit wachem Auge - allerdings aus anderem Grund.

Überangebot an Nicht-EU-Ausländern

Der spanische Spitzenreiter hatte Verteidiger Henrique im Sommer für acht Millionen Euro SE Palmeiras aus Sao Paulo bis 2013 unter Vertrag genommen und bis zum Saisonende nach Leverkusen ausgeliehen.

Der Grund: Der brasilianische Nationalverteidiger (zwei Einsätze) hätte wegen des Überangebots an Nicht-EU-Ausländer bei den Katalanen nicht spielen können.

Ein weiteres Jahr ausleihen

Der 22-Jährige rechtfertigt die 400.000 Euro Ausleihe bislang über Gebühr und stand in allen elf Ligapartien über 90 Minuten auf dem Platz. Beim letzten Sieg gegen den VfL Wolfsburg war Henrique bester Spieler der Partie.

"Dass der Junge gut ist, wird jetzt wohl niemand mehr ernsthaft bezweifeln", sagte Bayer-Manager Michael Reschke im Kölner "Express". Leverkusen hat keine Kaufoption, möchte den Abwehrspieler aber ein weiteres Jahr ausleihen.

"Die Frage ist: Was hat Barcelona vor?", sagt Reschke mit Blick auf deren Weltklasse-Verteidiger wie Gabriel Milito, Carles Puyol oder Gerard Pique in Reihen der Katalanen.

Henrique fühlt sich wohl

Reschke wird sich die Worte von Leverkusens Trainer Bruno Labbadia zu Herzen nehmen, der gefordert hatte: "Wir dürfen in keinem Bereich auch nur um ein paar Zentimeter nachlassen." Bislang kann der Bayer-Manager nur verkünden: "Wir haben mit Barcelona gesprochen, sie sind mit der Entwicklung des Spielers zufrieden."

Schon einen Schritt weiter ist er nach Gesprächen mit Henrique, dessen Familie und dem Berater. "Der Spieler fühlt sich hier unglaublich wohl, hat sich rasend schnell integriert und mag die Mannschaft".

Schließlich winkt dem Innenverteidiger in der kommenden Saison statt der Bank oder Tribüne in Barcelona bei guter Leistung in Leverkusen UEFA-Cup oder gar Champions League.

Geht Gekas nach Frankfurt?

Veränderungen zeichnen sich bei Henriques Kollegen Theofanis Gekas ab. Der 28-Jährige ist mit seiner Reservistenrolle unzufrieden und wird nach "Express"-Informationen mit Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht.

Schließlich spielen bei den Hessen mit den Griechen Liberopoulos und Ioannis Amanatidis zwei Nationalmannschaftskollegen.

"Gekas ist ein hervorragender Spieler, aber wir haben uns noch nicht über Namen unterhalten", erklärt Frankfurts Coach Friedhelm Funkel und fügt hinzu: "Wir haben bis zur Winterpause noch ein paar Tage Zeit."

Auch Rudi Völler sieht noch keinen regen Handlungsbedarf. "Im Winter besprechen wir, wie es weitergeht", sagt der Bayer-Sportdirektor. Gekas wird dann nicht das einzige Thema sein, denn am Saisonende laufen unter anderem die Verträge von Hans Sarpei, Karim Haggui und Michal Kadlec aus.

Umzug nach Düsseldorf

Eine Änderung wird es bei der Werkself auf jeden Fall geben. Mit Beginn der Rückrunde ist die Düsseldorfer LTU-Arena die vorübergehende Heimstätte, so lange die BayArena umgebaut wird.

"Mit Fortuna haben wir keine sportliche Konkurrenz, da herrscht eine freundschaftliche Beziehung" erklärt Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Kein Wunder, denn der Traditionsklub ist aktuell Drittligist.

330.000 Euro kostet jede Partie den Bundesligisten in der Übergangs-Heimat. "Wir brauchen etwa 23.000 Zuschauer, um kostendeckend zu sein", sagt Holzhäuser.

Bei den aktuellen Leistungen dürfte die Besucherzahl für den Tabellenzweiten kein Problem sein, denn: Erfolg weckt auch Interesse.

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