vergrößernverkleinern
Thomas Tuchel gewann 2009 mit der Mainzer A-Jugend gegen den BVB die Meisterschaft © imago

Thomas Tuchel und Jürgen Klopp müssen ihre Teams nach den Pokal-Blamagen aufrichten. Da kommt der Überraschungsgipfel gerade recht.

Aus Mainz berichtet Matthias Becker

Mainz/München - Am Dienstag war die englische Woche für Thomas Tuchel noch ein Segen.

"Dadurch wird der Hype ein wenig aufgeschoben", freute sich der Trainer von Tabellenführer FSV Mainz 05 vor der Pokal-Partie bei Alemannia Aachen.

Gerade mal zehn Journalisten hatten sich im Mainzer Presseraum eingefunden, der zu erwartende Ansturm vor dem Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund um den früheren Mainzer Coach Jürgen Klopp war noch nicht angelaufen.

Nur zwei Tage später dürfte Tuchel ziemlich froh gewesen sein, dass sich die Fragesteller dem Dortmund-Spiel zuwendeten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dünnhäutig nach der Pokal-Niederlage

Denn auf dem Aachener "Tivoli" unterlagen die Mainzer einer jungen, leidenschaftlichen und lauffreudigen Mannschaft verdient, lieferten ihre schlechteste Saisonleistung ab.

Und auch wenn Tuchel nicht glaubt, "dass wir dieses Spiel zu lässig genommen" haben - die dünnhäutige Reaktion einiger Mainzer nach der Partie spricht Bände. Tuchel selbst legte sich mit den Schiedsrichtern an und reagierte ebenso unwirsch auf Reporter-Fragen wie Torhüter Christian Wetklo.

Übertragung in 180 Länder

In diesem Moment kommt der "Zirkus" den Tuchel zum Wochenanfang befürchtete, gerade recht. "Wir müssen gegen den BVB eine Topleistung abrufen. Ich sehe kein Problem, dass das gelingt", verkündete der derzeit jüngste Bundesliga-Trainer.

In 180 Länder wird das Spitzenspiel übertragen. Mainz-Pressesprecher Tobias Sparwasser riet den Lokal-Reportern schon vorsorglich "die mitgebrachten Handtücher auf die Stühle (zu) legen", um sich einen Platz für die Pressekonferenz am Freitag zu sichern.

Für Tuchel ist es " etwas Besonderes" am zehnten Spieltag das Bundesliga-Spitzenspiel des Ersten gegen den Zweiten zu bestreiten. Und Pokal-Torschütze Adam Szalai kündigt im SPORT1-Interview an:

"Natürlich müssen wir die Niederlage aufarbeiten, aber ab jetzt zählt nur Dortmund."

[kaltura id="0_gosr6xrf" class="full_size" title="Michael Zorc im SPORT1 Interview"]

Tuchel gegen Klopp

Dass die Partie auch etwas Besonderes ist, weil der in Mainz immer noch sehr populäre Vor-Vorgänger Klopp zu Gast ist, will Tuchel nicht in den Vordergrund stellen. "Das Doppelinterview mit Jürgen Klopp habe ich ja schon abgearbeitet", sagte er zuletzt.

Den Vergleichen wird er in den nächsten Tagen aber nicht aus dem Weg gehen können. Da passt es nur zu gut, dass Klopps Dortmunder neben den Mainzern die größten Pokal-Versager der zweiten Runde waren.

In 120 Minuten erzielte der BVB bei Drittliga-Spitzenreiter Kickers Offenbach kein Tor und schied schließlich im Elfmeterschießen aus. "Eine ganz bittere Erfahrung", nannte Klopp das.

Götze-Einsatz fraglich

Im Gegensatz zu den Mainzern tun sich die Dortmunder noch etwas schwer, den Fokus jetzt schon wieder auf den Sonntag zu legen.

"Im Moment brauche ich noch nicht über ein weiteres Highlight wie das Spiel gegen Mainz nachzudenken, denn ich habe nicht das Gefühl, dass das Pokalspiel ein Highlight für uns war", stellte Klopp konsterniert fest.

Zumal die Dortmunder auch noch Verletzungssorgen plagen. Neben den ohnehin verletzten Profis droht auch Shootng-Star Mario Götze (Oberschenkelverhärtung) auszufallen. "Wir zählen die Knochen, sortieren uns und dann müssen wir gucken, wen wir aufstellen können", fasste Klopp die Lage zusammen.

Dortmund mit Chance auf Rekord

So ganz schwarzmalen will der BVB-Coach trotz der glücklosen Offensiv-Vorstellung seiner Truppe in Offenbach aber doch nicht. "Sonntag ist ein anderer Wettbewerb, in dem wir schon 22 Punkte und den einen oder anderen Ball rein geschossen haben."

Zudem winkt der Borussia bei einem Sieg in Mainz neben der Rückeroberung der Tabellenspitze auch ein Rekord. Es wäre im fünften Auswärtsspiel der Saison der fünfte Auswärtssieg. Das gelang noch keinem Bundesligisten zuvor.

Genug Gründe also, sich den Überraschungsgipfel nicht madig machen zu lassen - auch nicht durch die bitteren Ergebnisse in der englischen Woche.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel