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Jörg Schmadtke arbeitet seit Juli 2009 als Sportdirektor für Hannover 96 © getty

Hannover galt als Abstiegskandidat Nummer eins, jetzt ist der Klub Dritter. Bei SPORT1 erklärt der Sportdirektor, warum.

Von Hardy Heuer

München/Hannover - Gäbe es Mainz 05 nicht, Hannover 96 wäre die Überraschungsmannschaft dieser noch jungen Saison.

Nach neun Spieltagen stehen die Niedersachsen mit 16 Punkten auf Platz drei. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vor der Saison wurde die Mannschaft von Mirko Slomka als heißer Anwärter auf den Abstieg gehandelt, Slomka selbst als Trainerentlassung Nummer eins.

Für Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke - dem selbst nicht das beste Verhältnis zu Slomka nachgesagt wird - stand der Übungsleiter nach eigenen Angaben jedoch nicht zur Diskussion.

Vertrauen zahlt sich aus

"Wir richten unsere Personalien nicht nach Experten", erklärt Schmadtke im Gespräch mit SPORT1: "Experten haben von außen eine Ansicht und glauben, Dinge beurteilen zu können, ohne zu wissen, wie es intern aussieht."

Dabei begann der Saisonstart alles andere als rosig.

Im DFB-Pokal verabschiedete sich 96 bereits in der ersten Runde, nachdem die Slomka-Truppe beim Regionalligisten SV 07 Elversberg mit 4:5 nach Elfmeterschießen den Kürzeren zog.

Slomka früh unter Druck

Spätestens da wurde heftig an Slomkas Stuhl gesägt.

Dennoch hielt Hannover an ihm fest. "Das einzig Wichtige ist, wie wir intern die Dinge bewerten und dann auch vorgehen", stellte Schmadtke klar.

Die Entscheidung, am Trainer festzuhalten, sollte sich auszahlen.

Siege nach Pokal-Aus

Der Cup-Pleite folgten zwei Siege in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt und bei Schalke 04. Das Ausscheiden im Pokal schmerzt dennoch weiterhin.

"Das Pokal-Aus ist nach wie vor ärgerlich", sagt Schmadtke.

Allerdings war es die Initialzündung zum derzeitigen Höhenflug: "Letztendlich hat es dazu beigetragen, dass wir nochmal resetet und neu justiert haben. Unter anderem haben wir neue Spieler verpflichtet und ein paar Dinge verändert", so Schmadtke.

System-Umstellung hilft

Besonders entscheidend war, "dass wir auf zwei Spitzen umgestellt haben", betont der Sportdirektor.

Möglich machte es die Verpflichtung des von ihm entdeckten norwegischen Nationalstürmers Mohamed Abdellaoue. Mit vier Treffern in acht Partien hat der mit marokkanischen Wurzeln verankerte Neuzugang großen Anteil am derzeitigen Erfolg.

Sturmpartner Didier Ya Konan - ebenfalls von Schmadtke in Norwegen entdeckt - kommt sogar auf fünf Treffer. "Ich denke, dass wir insgesamt eine gute Mannschaft haben, die in der Gruppe auch homogen ist und deswegen passen die Dinge auch zusammen", lobt Schmadtke das Team.

"Konzentration hochhalten"

Auf Statistiken gibt der ehemalige Torhüter nicht viel.

Auch wenn eine Mannschaft, die nach neun Spielen fünf Siege einfuhr, noch nie abgestiegen ist, will Schmadtke vom gesicherten Klassenerhalt nichts wissen.

"16 Punkte reichen definitiv nicht. Wir wären gut beraten weiter zu arbeiten und die Konzentration hochzuhalten", warnt er vor zu viel Selbstsicherheit.

Sonntag in Hoffenheim

Der bevorstehende Todestag von Robert Enke am 10. November wird dabei keine Verunsicherung bei der Mannschaft hervorrufen.

"Ich denke, dass es sportlich keine Auswirkungen haben wird, weil sich die Mannschaft ein Stück weit verändert hat und wir auch ein Jahr Zeit hatten, mit der Situation umzugehen", erklärt Schmadtke.

Bereits am Sonntag kann Hannover im Kampf um die vorderen Plätze nachlegen. 96 gastiert beim Tabellennachbarn 1899 Hoffenheim (ab 17.15 im LIVE-TICKER).

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