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Andreas Ottl spielt seit 2005 für das Profi-Team des FC Bayern © imago

Andreas Ottl vertritt Mark van Bommel - mit einer starken Bilanz. Mit SPORT1 spricht er über harte Zeiten und seine Ansprüche.

Vom FC Bayern berichtetMathias Frohnapfel

München - Bis Mitte Oktober hat Andreas Ottl keine einzige Spielminute für den FC Bayern in der neuen Saison absolviert.

Doch seitdem ist er von null auf hundert durchgestartet: Nach der Verletzung von Kapitän Mark van Bommel hat der 25-Jährige ihn in allen Partien vertreten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Bayern gewannen seitdem dreimal, spielten zudem in Hamburg Remis. Ottl findet immer mehr hinein in die Rolle an der Seite des derzeit überragenden Bastian Schweinsteigers.

Nach den sechs Monaten als hochgeschätzter Leihspieler in Nürnberg tut ihm das besonders gut. Beim 2:1 über Werder Bremen im DFB-Pokal hatte er das Auge für Schweinsteiger, der aus 25 Metern per Kunstschuss den Siegtreffer erzielte.

Van Bommel fällt weiter aus

Und Mark van Bommel fällt nach wie vor aus - seine Rückkehr ins Team ist frühestens für das Spiel bei Borussia Mönchengladbach Anfang November geplant.

Ottl bekommt also weiter die Chance, sich zu zeigen.

Im SPORT1-Interview spricht er über die Münchner Ansprüche, die harte Zeit als Reservist und die Partie gegen den SC Freiburg (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

SPORT1: Herr Ottl, hat der FC Bayern mit dem Sieg im Pokal gegen Werder schon die Trendwende geschafft?

Andreas Ottl: Das war sehr wichtig fürs Selbstvertrauen. Wir sind froh, einen Schritt weiter gemacht zu haben und damit noch alle Möglichkeiten zu haben.

SPORT1: Das heißt konkret?

Ottl: Wir sind in jedem Wettbewerb dabei, Bayern kann noch alles gewinnen. Darüber sind wir glücklich und wollen jetzt in der Bundesliga nachlegen.

SPORT1: In der vergangenen Saison gab es in der Allianz Arena ein knappes 2:1 über Freiburg. Der SC hat bereits 15 Punkte geholt und dürfte in München sehr auf die eigene Defensive bedacht sein, oder?

[kaltura id="0_atuazo3j" class="full_size" title=" Kein Ausrutscher erlaubt "]

Ottl: Das ist für uns nichts Neues, darauf können wir uns einstellen. Wir müssen den Ball laufen lassen, ein hohes Balltempo haben, Chancen herausspielen und diese auch nutzen. Wenn wir das machen, bin ich zuversichtlich, dass drei Punkte holen.

SPORT1: Wie groß wird bis zur Winterpause der Abstand der Bayern zur Tabellenspitze sein?

Ottl: Wir müssen unsere Spiele gewinnen, und sehen, was die anderen Teams an Punkten liegen lassen. Der Abstand muss so gering wie möglich sein, dann haben wir in der Rückrunde alle Möglichkeiten, in allen drei Wettbewerben etwas zu holen.

SPORT1: Sie selbst haben erst am 8. Spieltag gegen Hannover Ihr erstes Saison-Spiel absolviert. Wie sehen Sie Ihre persönliche Situation?

Ottl: Die Spiele sprechen für mich. Wir haben vier Mal gespielt, drei Siege und ein Unentschieden geholt, darunter waren auch zwei Topspiele gegen Hamburg und Bremen. Daher sehe ich meine Situation im Moment ganz gut.

SPORT1: Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat Sie und Anatoliy Tymoshchuk vor kurzem auch entsprechend gelobt. Tut das nach so langer Zeit als Ersatzspieler besonders gut?

Ottl: Wenn man nach solch einer langen Zeit, in der man nicht gespielt hat, Lob vom Vorstand bekommt, ist das sehr wichtig, auch für einen selber. Vor allem, wenn ich das Vertrauen zurückgeben kann, das mir der Trainer geschenkt hat.

SPORT1: Bis zum Sommer waren Sie für ein halbes Jahr zum 1. FC Nürnberg verliehen, dort fest integriert und absoluter Stammspieler. Haben Sie zwischenzeitlich darüber nachgedacht, ob es die richtige Entscheidung war, nach München zurückzukehren?

Ottl: Wenn ich mich für etwas entscheide, dann auch zu hundert Prozent. Ich habe mir meine Gedanken gemacht, wie sich alles entwickeln kann, habe mit Trainer und Vorstand gesprochen und somit meine Situation gekannt. Deswegen habe ich nie aufgehört, mich weiter in die Mannschaft einzubringen und mich im Training zu verbessern. Jetzt bin ich froh, dass ich momentan spiele und dem Verein das Vertrauen zurückgeben kann.

SPORT1: Haben Sie es als Spieler, der aus der Jugend des FC Bayern kam, besonders schwer, sich einen Namen zu machen?

Ottl: Mittlerweile bin ich 25, habe an die 100 Bundesligaspiele gemacht und befinde mich im sechsten Jahr beim FC Bayern, deswegen ist das Jugendliche langsam weg. Ich muss einfach meine Leistung bringen und dann auch zu spielen. (SERVICE: Der SPORT1-Tabellenrechner)

SPORT1: Es ist auffällig, dass bei all den Veränderungen der letzten Wochen die Mannschaft zusammen gehalten keiner gestänkert hat. Ist das ein Zeichen für den Zusammenhalt des Bayern-Kaders?

Ottl: Von außen sieht man meist nur die elf Spieler, die auf dem Platz stehen. Aber es kommt darauf an, wie die Mannschaft dahinter ist. Das zeichnet uns auch aus. und das sieht man jetzt. Unsere Spieler haben eine enorme Qualität, das bringen wir mittlerweile immer besser auf den Platz. Jetzt wollen wir gegen Freiburg nachlegen.

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