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Felix Magath trainierte vor Schalke u.a. Wolfsburg, Bayern München und Stuttgart © getty

Schalkes Coach beendet vor dem Spiel gegen Leverkusen die Schonzeit. Höwedes signalisiert bei SPORT1, verstanden zu haben.

Von Martin Hoffmann

München - Loben - tadeln. Streng sein - fünfe gerade sein lassen. Harte Linie - Kuschelkurs: Der richtige Wechsel der Umgangsformen zur richtigen Zeit gehört zum Einmaleins eines Trainers im Umgang mit seinen Spielern.

Felix Magath als Coach-Veteran weiß das. Im Moment switcht er aber ein wenig arg schnell zwischen den Stilmitteln hin und her.

Erst nimmt er seinen Schützlingen eine Partynacht in Frankfurt nicht übel ("Für mich ist alles in Ordnung"). Dann geißelt er sie als "klares Fehlverhalten".

Erst fordert er "einen klaren Sieg" im Pokal beim FSV Frankfurt als Wiedergutmachung. Dann zeigt er sich mit einem mühsam erarbeiteten doch "zufrieden" - und erklärte die Nachtaffäre gönnerhaft als "erledigt".

Ende der Schonzeit

Doch die nächste Volte ließ nicht lange auf sich warten.

Vor dem Samstags-Duell gegen Bayer Leverkusen gibt Magath wieder den verbalen Zuchtmeister. Grundtenor: Die Schonzeit für seine Spieler ist abgelaufen.

"Ich habe viel Verständnis gehabt, weil einige Spieler in einer schwierigen Situation waren. Aber das ist jetzt vorbei", lässt er wissen. Er liefere seinen Schützlingen fortan "kein Alibi mehr wegen Unsicherheit oder Eingewöhnung. Jetzt ist es eine Frage der Einstellung."

Gegen die Werkself müsse sein Team mit den wieder auflaufenden Raul und Christoph Metzelder "endlich den ersten Heimsieg schaffen".

Höwedes setzt auf Besserung

Abwehrspieler Benedikt Höwedes nimmt Magaths Mahnung im Gespräch mit SPORT1 an: "Wir haben immer gesagt, dass wir Zeit brauchen, bis sich die Mannschaft findet", erinnert er: "Viele Spieler sind erst kurz vor Schluss der Transferperiode dazugekommen - deshalb wussten wir ganz genau, dass nicht alles sofort klappen kann."

Nun aber hofft der Verteidiger, "dass die Arbeit immer mehr fruchtet".

Die Abwehr stabilisiert sich

Zarte Anzeichen meint Höwedes erkannt zu haben. Etwa in der Tatsache, dass sein Team nach all den defensiven Irrlichtereien des Saisonstarts zuletzt bei zwei Pflichtspielen in Folge ohne Gegentor blieb.

"Wir arbeiten hinten deutlich besser als in den vergangenen Wochen", findet er: "Noch ist die Leistung aber ausbaufähig." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Gegen Leverkusen (ab 18.30 Uhr im LIVE-TICKER) sind für Höwedes "drei Punkte" das Ziel. Er weiß aber, dass es leichtere gibt: Die Heynckes-Elf sei schließlich "eine sehr spielstarke Mannschaft".

Bayer will Wiedergutmachung

Und eine, die nach dem bitteren Pokal-Aus gegen Gladbach auf Wiedergutmachung aus ist.

Eine Pleite, nach der Heynckes das Stilmittel Schulterklopfen gewählt hat.

"Ich habe eines der besten Spiele meiner Mannschaft in dieser Formation gesehen", erklärte er: "Das waren 120 Minuten Hochleistungstempo und leidenschaftlicher Fußball."

Heynckes sieht "eine gute Chance, in Schalke zu gewinnen, auch wenn das jetzt etwas schwerer ist als noch vor wenigen Wochen".

Fehlschütze Helmes im Blickpunkt

Speziell Patrick Helmes will diese Chance ergreifen.

Der Stürmer, der im Pokal zwei Elfmeter verschoss, muss einen der schwärzesten Tage seiner Profi-Laufbahn verarbeiten.

"Das ist keine angenehme Situation für mich", ärgert er sich: "Aber ich werde aus dieser Situation wieder herauskommen." Wie die ersten Therapieschritte auf Schalke aussehen sollen, musste er nicht extra hinzufügen.

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