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Martin Demichelis (l.) erzielt gegen Freiburg seinen ersten Saisontreffer © imago

Die Münchner setzen ihre Aufholjagd auf die Spitze fort. Demichelis ersetzt den verletzten Badstuber - und trifft zur Führung.

Aus der Allianz Arena berichtet Mathias Frohnapfel

München - Mit einem standesgemäßen 4:2-Erfolg über den SC Freiburg hat der FC Bayern die Mission Aufholjagd gestartet.

Martin Demichelis, Mario Gomez, Anatoliy Tymoshchuk und Toni Kroos trafen für die Münchner in einer allerdings spielerisch nur mittelmäßigen Partie 305514(DIASHOW: Der 10. Spieltag).

Für Freiburg war Stefan Reisinger erfolgreich. Zudem unterlief Edson Braafheid ein Eigentor.

Die Bayern sind mit dem Sieg vorerst von Platz elf auf Platz sieben der Tabelle vorgerückt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Van Gaal nicht ganz zufrieden

"Ich bin zufrieden mit diesem Ergebnis. Aber wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt, in der zweiten Hälfte war es besser. Da haben die Spieler gezeigt, wie der FC Bayern spielen kann", sagte Trainer Louis van Gaal:

"Natürlich war es ein verdienter Sieg für die Bayern. Aber wir haben in der ersten Halbzeit gut dagegen gehalten und gute Chancen gehabt", erklärte Robin Dutt:

Badstuber muss zuschauen

Unmittelbar vor der Partie hatte sich zum Schrecken des Rekordmeisters das ohnehin übervolle Klub-Lazarett erweitert: Innenverteidiger Holger Badstuber musste wegen einer Schambeinentzündung passen, für ihn schickte van Gaal Martin Demichelis aufs Feld.

Dabei war der Argentinier vom Bayern-Coach eigentlich schon ausgemustert worden, jetzt musste er den wichtigen Part in der Innenverteidigung übernehmen.

Lob für Demichelis

Nach der Partie wurde er vom Trainer gelobt.

"Martin Demichelis hat heute wieder gezeigt, dass er ein ausgezeichneter Innenverteidiger ist. Er hat noch nie gesagt, dass er weg will", erklärte van Gaal: "Auch ich habe das nicht gesagt. Wir können darüber reden, wenn es soweit ist, aber jetzt ist es nicht soweit."

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Der Argentinier selber erklärte, dass er "den FC Bayern liebe". Gleichzeitig sagte er aber auch, dass es vielleicht sein letztes Spiel für den Rekordmeister gewesen sein könnte.

Ansonsten blieb das Bayern-Team im Vergleich zum Werder-Spiel unverändert. Torwart Jörg Butt konnte trotz Rückenproblemen auflaufen.

Freiburgs Trainer Dutt rotierte indes nach der Pokal-Pleite in Cottbus auf vier Positionen.

Nervöser Start

Die Münchner hatten eine Aufholjagd in der Bundesliga angekündigt, die Partie begannen sie aber überaus nervös.

Es dauerte gar bis zur 21. Minute, bis Mario Gomez die erste echte Chance für den FCB hatte. Nach feinem Schweinsteiger-Pass setzte er sich gegen Oliver Barth durch, zielte aber am Tor vorbei.

Ansonsten fiel den Bayern herzlich wenig ein. Im Spiel der Hausherren war zu wenig Bewegung, zu viele Fehlpässe kamen erschwerend hinzu.

Cisse überhastet

Die Freiburger hätten in Führung gehen können, doch der brandgefährliche Cisse schloss eine gute Kontermöglichkeit mit einem überhasteten Pass auf Cedrick Makiadi ab.

Auf die ersten Pfiffe des Publikums in der erneut mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Arena antworteten die Bayern mit Fernschüssen. So versuchten Andreas Ottl (34.) und Danijel Pranjic (39.) ihr Glück.

Demichelis mit dem Führungstor

Aus dieser Aktion von Pranjic resultierte auch der erste Eckball für die Münchner. Pranjic zirkelte den Ball auf Demichelis, der per Kopf die Führung erzielte.

Plötzlich war Demichelis, kurz vor der Partie ja lediglich Fachkraft für die Bank, gefeierter Held an der Seitenlinie.

Und die Bayern hätten jetzt das 2:0 nachlegen können.

Toni Kroos spielte stark Thomas Müller frei, der von Barth gefoult wurde. Doch Schiedsrichter Peter Gagelmann entschied bei dem hart geführten Zweikampf nicht auf Strafstoß.

Schweinsteiger als Zehner

Nach der Pause brachte van Gaal für den wirkungslosen Hamit Altintop den wiedergenesenen Innenverteidiger Daniel van Buyten.

Damit verteidigten die Bayern wieder mit dem Erfolgsduo der vergangenen Saison: van Buyten und Demichelis.

Tymoshchuk rückte auf die Sechserposition, während Schweinsteiger nun den offensiven Part des Zehners übernahm.

Und der leitete die nächste Szene ein, als er den Ball über die Freiburger Defensive zu Gomez chippte. Der heranstürmende Keeper Oliver Baumann parierte stark.

Wenig später hatte Gomez mehr Glück, als er per Kopf nach einer Ecke das 2:0 erzielte. Flankengeber war erneut Pranjic. Doch die Sicherheit war trügerisch für den Meister.

Reisinger weckt Freiburger Hoffnungen

Der kurz zuvor eingewechselte Stefan Reisinger, einst auch in Diensten des Lokalrivalen 1860, markierte per Kopfball den Anschlusstreffer. Es war die erste Ballberührung des Jokers.

Die Freiburger hatten spätestens jetzt gemerkt, dass sich auch in der Allianz Arena Zählbares erkämpfen lässt.

Dabei hätten die Münchner ihrerseits nun alles klar machen können.

Müller legte schön auf den heranbrausenden Tymoshchuk auf, dessen Schuss im Strafraum wurde aber geblockt.

Tymoshchuk trifft

Das Spiel wogte nun hin und her. Doch Freiburgs Torgarantie Cisse schaffte es aus vier Metern nach Abdessaki-Zuspiel, den Ball nicht im Bayern-Tor unterzubringen.

Die Strafe für den Sportclub folgte prompt: Tymoshchuk besorgte per strammen Schuss das 3:1 (72.). Und den dritten Scorer-Punkt als Vorbereiter holte sich - na klar - der Kroate Pranjic.

Müller hatte kurz darauf den vierten Treffer auf dem Fuß, verzog im Strafraum aber.

Den besser postierten Gomez bediente er nicht. Der machte es eine Minute später genauso - schoss selbst, statt Müller aufzulegen.

25-Meter-Knaller von Kroos

Das Publikum musste nicht lange bis zum nächsten Torjubel warten. Mit einem herrlichen Knaller aus 25 Meter erhöhte Toni Kroos auf 4:1 (80.). Es war Kroos erster Saisontreffer für den FCB.

Der Torreigen der Bayern hatte da noch kein Ende, allerdings traf der eingewechselte Edson Braafheid ins eigene Gehäuse: 4:2.

Die Bayern feierten dennoch zufrieden den vierten Sieg im zehnten Saisonspiel.

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