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Kollektives Entsetzen bei Königsblau: Huntelaar (v.) ging gegen Bayer leer aus © getty

In Gelsenkirchen schrillen die Alarmglocken: Nach der Pleite gegen Leverkusen erlangen die Schalker eine bittere Erkenntnis.

Von Björn Seitner

München - In der Champions League und im DFB-Pokal auf Erfolgskurs, in der Bundesliga weiter im Tabellenkeller:

Vizemeister Schalke 04 findet im Liga-Alltag einfach keinen Weg aus der Krise 305514(DIASHOW: Der 10. Spieltag).

Gegen Bayer Leverkusen verloren die Königsblauen 0:1 (0:0) und rutschten nach dem schlechtesten Saisonstart vor eigenem Publikum in der Bundesliga-Geschichte auf den 17. Rang ab.

Vor über einem halben Jahr, am 17. April, durften die Königsblauen im Ligabetrieb zum letzten Mal in der heimischen Spielstätte feiern (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Es ist fast November, die Hinrunde ist fast vorbei - und wir stehen nicht nur unten, sondern dramatisch unten, wenn man sich auch einmal die Anzahl der Punkte anguckt. Wir müssen langsam auch mal akzeptieren, dass jetzt Abstiegskampf ist!", warnte Schalkes Abwehrrecke Christoph Metzelder bei "LIGA total!" eindringlich.

Der Abwehrrecke weiter: "Im Moment müssen wir an nichts anderes denken. Da muss kein Blick in höhere Sphären gehen. Am Freitag ist schon das erste Endspiel!" Dann empfängt Schalke den FC St. Pauli.

S04-Keeper Manuel Neuer formulierte es vorsichtiger: "Wir müssen dann natürlich auch den letzten Biss auf dem Platz zeigen - der fehlt vielleicht noch ein bisschen..." Wohl wahr.

Die größten Möglichkeiten hatte Klaas-Jan Huntelaar. Der Niederländer traf immerhin zweimal Alluminium: In der 22. Minute die Latte, kurz nach der Pause den Pfosten (46.).

Das sich vergebene Chancen bei den Abwehrproblemen der "Knappen" rächen würden, war abzusehen.

Rakitic in die Verteidigung

In der Pause trafen sowohl Schalke-Trainer Felix Magath, als auch Bayer-Coach Jupp Heynckes spielentscheidende Maßnahmen.

S04-Linksverteidiger Lukas Schmitz musste vom Platz, auf seine Position rückte Ivan Rakitic. Joel Matip durfte für den Kroaten im Mittelfeld ran, am Ende wurde er sogar wieder ausgewechselt (85.).

Auch Heynckes wechselte das Personal auf dieser Seite - Sidney Sam ersetzte Tranquillo Barnetta.

Leverkusen spielte über die rechte Seite und nach 65 Minuten stand es 1:0, weil Rakitic das Nachsehen gegen den schnellen Sam hatte.

Magath ist ratlos

"Natürlich ist er kein linker Verteidiger und er hat Sam eindeutig zu viel Raum gelassen", sagte Magath bei der Analyse des Gegentreffers.

Die Probleme in der Verteidigung kann auch der ehemalige "Magier" nicht wegzaubern. Sie scheinen Magath dagegen verzweifeln zu lassen: "Uchida wird durch seine Einsätze immer besser. Schmitz hatte sich dagegen schon eingespielt, ist nun aber verletzt ausgeschieden."

"Vor allem in der Champions League zeigt die Mannschaft Klasse. Warum wir das in der Veltins-Arena nicht umsetzen können, ist jetzt schwer zu sagen", moserte der 57-Jährige weiter.

Kein Schalker Aufbäumen

Ein Aufbäumen nach dem Rückstand ließen die Königsblauen ebenso vermissen, wie die Fans letzte Anfeuerungsrufe. In der Arena herrschte eisiges Schweigen. Ganz Gelsenkirchen scheint ratlos, warum es in der Bundesliga nicht funktionieren will.

Immerhin der Gegner hat Magaths Truppe noch nicht abgeschrieben.

Bayer am Ende glücklicher

Bayer-Keeper Rene Adler gab zu, dass sein Team die "glücklichere Mannschaft" gewesen sei: "Schalke hat zweimal den Pfosten getroffen, dann ist das 1:0 schon glücklich."

Auch Trainer Heynckes merkte man die Erleichterung an: "Das war ein harte Stück Arbeit. Die Doppel-Belastung kennt meine Mannschaft noch nicht so. Wenn man dann auch noch die personelle Situation sieht, ist das schon heftig."

Doch alleine dadurch, dass man dem Gegner viel Arbeit macht, wird Schalke nicht aus der Krise kommen.

Magath schaut nicht nach oben

Die Königsblauen befinden sich mit nun sechs Punkten auf Tabellenplatz 17.

"Ich gucke nicht nach oben, das verbietet sich. Ein Punkt hätte uns auch nicht geholfen. Ohne einen Sieg hängen wir da unten fest - und das nun noch länger", resümierte Magath.

Der Abstiegskampf hat Gelsenkirchen erreicht.

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